Ratgeber rund um das Anlegen einer Loseblattsammlung

Ali - November 7th, 2014
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Es gibt unterschiedliche Typen von Loseblattsammlungen, welche auch auf unterschiedliche Weise eingesetzt werden können. Grundsätzlich geschieht dies überall dort, wo einzelne Blätter aus größeren Blattkollektiven über einen längeren Zeitraum hinweg in regelmäßigen Abständen ausgetauscht werden müssen.

Zweck

In der Regel dient das Austauschen von Blättern der Aktualisierung des gesamten Werks. Durch das Ersetzen einzelner Seiten erübrigt es sich, beispielsweise ein umfangreiches Buch wegen kleinerer Änderungen komplett neu aufzulegen. Dies ist daher nicht nur eine pragmatische, sondern auch umweltfreundliche Lösung, da weniger Papier verbraucht wird. Statt einer Neuauflage werden an die austauschenden Personen Ergänzungslieferungen mit den auszutauschenden Seiten gesendet.

Beispiele, Kritik

Insbesondere im Bereich gesetzlicher Werke ist die Loseblattsammlung populär. Schönfelders „Deutsche Gesetze“ aus dem Verlag C.H. Beck sind ein populäres Beispiel dafür. Es handelt sich um eine Textsammlung des Verfahrens-, Zivil und Strafrechts. Beim Kauf des als Standardwerk bekannten Schönfelders erstaunt zunächst der günstige „Apartpreis“ für die Grundausstattung. Für das massive Werk sind zunächst 34 Euro zu bezahlen. Doch der Fortsetzungspreis für den weiter gehenden Bezug schlägt für die drei bis vier Ergänzungslieferungen mit 28 Euro zu Buche. An dieser Praxis wird ersichtlich, was an Loseblattsammlungen im Handel zuweilen kritisiert wird. Der Gesamtpreis ist niemals auf den ersten Blick ersichtlich. Die tatsächlich bezahlte Summe ist letztendlich meist deutlich höher als der Preis eines Fachbuchs.

Auch andere Standardwerke wie das Luftfahrthandbuch, das Deutsche Arzneibuch, Sartorius‘ „Verfassungs- und Verwaltungsgesetze“ sowie andere Gesetzeskommentare werden als Loseblatt-Kollektionen editiert. Ein Beispiel aus der Praxis ist die „Vorschriftensammlung für die Verwaltung“ für das Bundesland Sachsen. Von den rund 10.000 Seiten des in zwei Bänden herausgegebenen Werkes werden bei jeder Ergänzungslieferung zwischen 400 und 600 Seiten ausgetauscht. Weitere Erläuterungen zum Wesen der Loseblattsammlung finden sich auf Herausgeber-Portalen wie pro-publish.com.

How to . . .

  1. Bei der Erstellung der Loseblattsammlungen gilt es, einiges zu beachten. Zunächst ist es notwendig einen stabilen Ordner (beispielsweise aus Leder) zu finden, der ein bequemes Einordnen ermöglicht.
  2. Die Seiten müssen im selben Format und derselben Lochung vorhanden sein.
  3. Inhaltlich erleichtert eine einheitliche Gestaltung das Lesen.

Dies sollte für

  • den (zumeist sachlichen) Schreibstil,
  • die Schriftgröße,
  • die Schriftart,
  • die gleichmäßige Einteilung der Kapitel sowie
  • die thematische Zielsetzung

gelten.

Für die verschiedensten privaten und gewerblichen Zwecke sind Loseblattsammlungen hierbei denkbar. Studenten oder Auszubildende sammeln Skripten oder Anleitungen. Versicherungen oder Polizeidienststellen häufen Ordnerinhalte zu Personen oder Fällen an. Firmen erstellen Gebrauchsanweisungen, die modifiziert werden müssen. Restaurants nehmen neue Speisen und Getränke in ihr Sortiment auf.

Archivierung, Fehlerquellen

Doch ganz gleich, ob es sich um eine Kanzlei, eine Schulungsorganisation oder ein Büro handelt: Eine professionelle Herangehensweise ist auch bei der Archivierung der Loseblattsammlung wichtig. Spezialisierte Printdienstleister im Internet wie Druckterminal.de drucken, binden, laminieren oder banderolieren Loseblattsammlungen. So bleiben die Papierdokumente länger haltbar und in ihrer Ordnung besser eingeteilt. In manchen Betrieben oder Behörden werden häufig genutzte, jedoch kleinere Loseblattsammlungen in Hängeregistraturen aufbewahrt.

Wer die Erstellung der Loseblattsammlung selbst übernimmt, sollte mögliche Fehlerquellen ausschließen. Hier ist vor allem die Folge und Nummerierung der Seiten zu beachten. Wird zwischen vorhandene Seiten, beispielsweise zwischen die Seiten 28 und 29, ein weiteres Blatt eingefügt, muss dieses dementsprechend nummeriert werden. In der Regel wird es im Beispiel die Bezeichnung 28a erhalten. Dasselbe gilt für Kapitelüberschriften. Alle Neuerungen müssen zudem unbedingt in der Inhaltsangabe ergänzt werden.

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