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Alle Oberthemen / Psychologie / Psychologische Diagnostik

VO Rahmenbedingungen Psychologisches Diagnostizieren (119 Karten)

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Was definiert die "Schwierigkeit" einer Aufgabe bei der Klassischen Testtheorie und bei Persönlichkeitsfragebögen?
Im einfachsten Fall, bei dichotom zu verrechnenden Aufgaben eines Leistungstests (richtig vs. falsch), ergibt sich die (Item-)Schwierigkeit laut Klassischer Testtheorie als die relative Lösungshäufigkeit, mit der eine Aufgabe in der Eichstichprobe gelöst wurde.

Bei mehrkategoriell zu verrechnenden Aufgaben können zwar die relativen Häufigkeiten bestimmt werden, mit denen die einzelnen Kategorien in einer (Eich-)Stichprobe realisiert wurden, die Bezeichnung als "Schwierigkeit" ist aber pro Kategorie unüblich.

Demgegenüber wird die Bezeichnung "Schwierigkeit" häufig auch bei dichotom zu verrechnenden Items eines Persönlichkeitsfragebogens verwendet, obwohl es inhaltlich treffender wäre, vom "Grad der Herausforderung" zu sprechen, mit dem ein Item die Tp konfrontiert, in bestimmter Weise zu reagieren.
Tags: Klassische Testtheorie, Persönlichkeitsfragebogen, Schwierigkeit, Skalierung
Quelle: S83
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Wann erfüllt ein Test das Gütekriterium der Unverfälschbarkeit?
Ein Test erfüllt das Gütekriterium der Unverfälschbarkeit, wenn die getestete Person ihr Testergebnis nicht oder nur unwesentlich nach eigenem Belieben beeinflussen kann.

Bei Leistungstests ist es zwar möglich, aber kaum wahrscheinlich, dass eine Tp absichtlich schlechte Leistungen erbringt. Auch der umgekehrte Fall (absichtlich bessere Leistungen als die wahre Fähigkeit) sind in einem überzufälligen Ausmaß auszuschließen.

Bei Persönlichkeitsfragebogen hingegen ist es in der Regel sogar sehr wahrscheinlich, dass eine Tp systematisch verfälscht, d.h. (sozial) erwünscht bzw. zu ihrem persönlichen Vorteil antwortet.
Die Verfälschbarkeit von Persönlichkeitsfragebogen hat insbesondere in der Personalauswahl gravierende Folgen.

Um die Verälschbarkeit von Persönlichkeitsfragebogen hat sich ein gesamter Forschungszweig entwickelt. Durch die Verwendung verschiedener Antwortformate ergeben sich basierende auf den Unterschieden in den resultierenden Testwerten ein "Mindesteffekt", mit dem bei der Personalauswahl mit verfälschten Ergebnissen (sog. "Faking-good") bei der Vorgabe von Persönlichkeitsfragebogen zu rechnen ist.
Tags: Persönlichkeitsfragebogen, Unverfälschbarkeit
Quelle: S122
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Was versteht man unter dem Phänomen der "Alexithymie"?
(Unverfälschbarkeit)

Bei der Alexithymie geht es zwar nicht ums Verfälschen, jedoch um eine grundsätzliche Kritik an Persönlichkeitsfragebogen.
Es ist darunter das Unvermögen einer Person zu verstehen, Gefühle angemessen wahrnehmen und beschreiben zu können.

Dies findet sich zumindest bei einigen Patientengruppen. Übrigens sprechen natürlich auch "selbstbetrügerische" Tendenzen mancher Tpn gegen die Zweckmäßigkeit von Persönlichkeitsfragebogen.
Tags: Persönlichkeitsfragebogen, Unverfälschbarkeit
Quelle: S121
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Welche Rolle spielt das MC-Format bei Persönlichkeitsfragebögen?
Hier spricht man nicht von einem MC-Format sondern von einem Rating-Skala-Format.

Auch bei Persönlichkeitsfragebögen kann es dazu kommen, dass dabei Antworten zufällig zustande kommen, also eine der vorgegebenen Antwortmöglichkeiten von der Tp  nicht mit Bezug auf die zu messen gesuchte Eigenschaft gewählt werden - etwa wenn der Tp keine der vorgegebenen Antwortmöglichkeiten passend erscheint.

Insbesondere leistet das MC-Format bzw. Rating-Skala-Format bestimmten Antworttendenzen (Reponse-Sets) Vorschub, wie der Akquieszenz-Tendenz (Ja-Sage-Tendenz) oder der Tendenz zur Mitte.

Da eine offensichliche Entscheidung eine höhere diagnostische Information enthält als neutrale (mittlere) Antwortmöglichkeiten ist zu beachten ob die Verwendung eines Forced-Choice-Formats in Relation zum Risiko einer (subjektiven) Überforderung der Tp mit allen denkbaren Konsequenzen tatsächlich lohnt.
(Wird auf neutrale Antwortmöglichkeit verzichtet, soll es wenigstens mehrfach abstufende Antwortmöglichkeiten geben.)
Tags: Multiple-Choice-Format, Persönlichkeitsfragebogen
Quelle: S141
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Was versteht man unter "Response-Set"?
Das "ist die Bezeichnung für alle jene Einflüsse, die sich durch bestimmte Antwortstereotypen der Testperson verfälschend auf die intendierte Dimension eines Tests auswirken.
Es werden zwei grundlegende Formen unterschieden:
  • Formale Response Sets: durch spezielle Form der Antwortvorgabe bedingt.
  • Inhaltliche Reponse Sets: verfälschende Antwort aufgrund spezifischen Inhalts eines Items oder Tests (defensive Einstellungen, soziale Erwünschtheit, Abweichungsreaktionen, Lügen)
Tags: Formal, Multiple-Choice-Format, Persönlichkeitsfragebogen
Quelle:
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Welche Fragemodalitäten werden bei Persönlichkeitsfragebogen genutzt?
Typische Fragen aus Persönlichkeitsfragebogen:
  • "Ich ärgere mich oft darüber, wie andere Leute mich behandeln" (NEO-PI-R, NEO-Persönlichkeitsinventar revidierte Form, 2004)

Eher selten angewendete Methoden:
  • Gegenüberstellung von wenigstens 3 qualitativ unterschiedlichen Inhalten
  • Beispiel: BIT II (Berufs-Interessen-Test II) - Tp muss zwischen jeweils vier einander gegenüber gestellten Tätigkeiten wählen, dh. es wird auch eine relative und nicht nur absolute Verhaltenstendenz bzw. Tätigkeitspräferenz erfragt.Versucht allfälige Response Sets weitgehend auszuschließen.
  • "Q-Sort"-Methode
  • Die Tp muss die Items - die ursprünglich zumeist auf Kärtchen präsentiert wurden - auf mehrere vorgegebene Kategorien verteilenDie Kategorien drücken aus, wie sehr die Tp den Inhalten der Items (Statements) zustimmt: "Aussagen, die überhaupt nicht zutreffen" bis zu "Aussagen, die besonders typisch sind und genau zutreffen".Für die Zuordnung erhält die Tp oft Vorgaben, wie sich diese auf die Kategorien verteilen sollen (Min. bzw. Max-Anzahl von Items pro Kategorie).Die Methode dient noch mehr dazu Response-Sets auszuschließen.
Tags: Erhebungstechniken, Fragen, Persönlichkeitsfragebogen
Quelle: S165
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Worauf beziehen sich heuzutage Verfahren zur Erfassung von "charakterlichen" Eigenschaften?
Diese beziehen ziemlich universell auf das "Big Five"-Persönlichkeitsmodell.

So nimmt man an, dass Menschen sich unterscheiden hinsichtlich:
  • Neurotizismus (besser: Emotionale Stabilität)
  • Extraversion
  • Offenheit für Erfahrung
  • Verträglichkeit
  • Gewissenhaftigkeit

Fragebögen:
  • Faktorenanalytisch begründete Fragebogenbatterie: 16-PF-R, NEO-PI-R
  • A-priori dimensionalisierte Fragebogenbatterien: MMPI, PRF (Deutsche Personality Research Form)
Tags: Persönlichkeitsfragebogen
Quelle: S218
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Wie entstand das Big-Five-Persönlichkeitsmodell? Was zeigen aktuelle Untersuchungen dazu?
Die Entstehung geht auf die Sedimentationshypothese zurück, welche besagt, dass
"alle Aspekte individueller Differenzen, welche bedeutsam, interessant oder nützlich sind oder waren, in die Sprache Eingang gefunden haben; je bedeutender ein solche individuelle Differenz, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sie ein gesondertes Wort hervorbrachte.
Die Sedimentationshypothese impliziert, dass ... Lexika ... das Universum aller bedeutenden individuellen Unterschiede abdecken."

Ein solcher lexikalischer Ansatz diente schon R.B. Cattell als Grundlage für die Persönlichkeits-Fragebogenbatterie 16 PF-R. Diese Ergebnisse wurden in vielen weiteren Studien genutzt und analysiert.
Letztlich schließen Costa & McCrae  aus kulturvergleichenden und verhaltensgenetischen Studien mit dem aktuellen Repräsentanten des Big Five-Persönlichkeitsmodells, der Persönlichkeits-Fragebogenbatterie NEO-PI-R, auf eine biologisch begründete universale Gültigkeit der Big-Five-Faktoren.

Neuere Forschungsergebnisse zusammengefasst, bietet sich zwar kein so einheitliches Bilds - so kommt Becker (2002) zu einen "Four-plus-X-factor" Modell, das dem Umstand Rechnung tragen soll, dass mindestens vier generell replizierbare Faktoren existieren, aber je nach Art und Anzahl erhobener Aspekte, Facetten, Skalen bzw. Items der Persönlichkeit auch entsprechend mehr Faktoren extrahiert werden können.
Nichtsdestotrotz bedeutet das Big Five-Persönlichkeitsmodell zum aktuellen Forschungsstand die Basis allen psychologischen Diagnostizierens im Persönlichkeitsbereich
Tags: 16 PF-R, Big Five, NEO-PI-R, Persönlichkeitsfragebogen
Quelle: S218
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Welche unterschiedliche Arten von Verfahrenstypen zur Erfassung von "charakterlichen" Eigenschaften (Persönlichkeit) gibt es?
  • faktorenanalytisch begründete Fragebogenbatterien
  • - 16 PF-R- NEO-PI-R- B5PO- FPI-R- PFK 9-14- TIPI
  • a-priori dimensionalisierte Fragebogenbatterien
  • Die einzelnen Skalen zu messen beabsichtigte Persönlichkeitskonstrukte wurden nicht empirisch, sondern theorliegeleitet festgelegt.- MMPI-2- PRF- BIP- GPOP
  • spezielle Persönlichkeitsfragebogen(-Batterie)
  • zu Leistungsmotivation, Leistungsangst, Kontrollüberzeugung, Belastbarkeit, Aggressivität, Kognitive Stile, Interessen
  • Objektive Persönlichkeitstests
  • Sie waren zwar ursprünglich faktorenanalytisch begründet, sind aber heute, wenn mehrdimensional messend, durchweg a-priori konzipiert.- Arbeitshaltungen- LEWITE
  • Projektive Verfahren
  • - Rorschach-Form-Deute-Verfahren- TAT (Thematischer Apperzeptionstest)- PFT (Rosenzweig Picture-Frustration Test)- MMG (Multi-Motiv-Gitter für Anschluss, Leistung und Macht)
Tags: Objektive Persönlichkeitstests, Persönlichkeitsfragebogen
Quelle: S220
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Was untersucht der 16 PF-R?
- Zielpopulation?
- Entwicklung?
- Kritik?
  • wurde 1949 publiziert
  • 16 PF-R: 16-Persönlichkeits-Faktoren Test revidierte Fassung
  • Ausgehend von 18.000 persönlichkeitsrelevanten Begriffen wurde die hinsichtlich der Anzahl 16 berühmten Faktoren gewonnen.
  • Cattell setzte zunächst ausgewählte Items nur zur Fremdbeurteilung ein und errechnete (immer ungefähr) 12 Faktoren.
  • Erst umformuliert zur Selbstbeurteilung resultierten analoge 12 und zusätzlich 4, von im als "questionnaire-specific" bezeichnete Faktoren.
  • In der deutschspr. aktuellen Fassung des 16 PF-R heißen die Faktoren grundsätzlich anders als früher
  • 16 Faktoren: Wärme, logisches Schlussfolgern, Emotionale Stabilität, Dominanz, Lebhaftigkeit, Regelbewusstsein, Soziale Kompetenz, Empfindsamkeit, Wachsamkeit, Abgehobenheit, Privatheit, Besorgtheit, Offenheitfür Veränderung, Selbstgenügsamkeit, Perfektionismus, Anspannung
  • Zielpopulation: Erwachsene ab 18 Jahren
  • Einsatzmöglichkeit: Arbeits-, Betriebs- und Berufspsychologie

Entwicklung
  • Itemzusammenstellung pro Skala erfolgten auf Basis der Trennschärfen, wobei berücksichtigt wurde, dass möglichst niedrige Korrelationen der Skalen untereinander entstehen.
  • Anschließende Faktorenanalyse bezog sich auf jeweils 6 Items aufgeteilte Halbskalen. So wurde aufgrund des Eigenwertabfalldiagramms entsprechend dem Scree-Test die Entscheidung getroffen die ersten 16 Faktoren beizubehalten.
  • Anschließend erfolgte eine hypothesenorientierte Zielrotation.
  • In einem weiteren Schritt wurden die 16 untereinander korrelierende Primärdimension einer Faktorenanalyse mit anschließender orthogonaler Rotation unterzogen.
  • Dabei ergaben sich 5 Sekundärfaktoren, die als globalere Persönlichkeitsdimensionen zu interpretieren sind.

Kritik
  • Betrachtung des Eigenwerts: eigentlich nicht mehr als 5 Faktoren sinnvoll (manifestiert sich letztlich auch in 5 Sekundärfaktoren)
  • Scree-Test: spricht für 5, eigentlich sogar nur für 4 Faktoren.
  • Schiefwinkelige Rotation - was ist hierfür der psychologische Erklärungswert, da dadurch eine Korrelation zwischen den Faktoren vorhanden ist.
  • geringe Übereinstimmungsvalidität zu Big-Five-Persönlichkeitsmodell (16 der 25 Korrelationen zw. 16-PR-R und NEO-FFI kleiner als 0,20)
  • Empfehlung der Autoren zum Einsatz in "Anwendungsfeldern wie Arbeits-, Betriebspsychologie" ignoriert traditionell das Phänomen der Verfälschbarkeit.
Tags: 16 PF-R, Persönlichkeitsfragebogen
Quelle: S221
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Was ist der "Scree-Test"?
Beim Scree-Test handelt es sich um eine von Cattell (1966) vorgeschlagene Grafik, in der die Eigenwerte (der vollständigen Faktorenlösung) der Größe nach aufgetragen werden.

Mit der Betrachtung beim kleinsten beginnend, zeigt sich dann so lange eine annähernd kontinuiertlicher Verlauf bis der entsprechende Faktor nicht mehr blog zufällig mehr Varianz (Eigenwert) erklärt als der vorhergehende: Es restuliert ein "Knick" im Verlauf.

Faktoren mit größeren Eigenwerten als der "Knick"-Faktor werden als inhaltlich bedeutsam interpretiert.

Horn (1965) hat ergänzend dazu vorgeschlagen, auch den Eigenwertverlauf simulierter Daten von wechselseitig unabhängig modellierten Variablen einzuzeichnen. Danach wären alle Faktoren mit solchen Eigenwerten bedeutend, die oberhalb des Eigenwertverlaufs der simulierten Variablen liegen.

Eine solche Prüfung wurde hier in Bezug auf den 16 PF-R nicht vorgenommen; sie fiele aber erfahrungsgeleitet gegen die 16-Faktorenlösung aus.
Tags: 16 PF-R, Persönlichkeitsfragebogen
Quelle: S224
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Was misst der NEO-PI-R?
- Entstehung
- Zielpopulation und Einsatzmöglichkeiten
  • Costa & McCrae
  • ursprünglich nur 3 Faktoren: Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrung (N-E-O)
  • NEO-PI-R: 5 Faktoren - zusätzlich Agreeableness (Verträglichkeit) und Conscientiousness (Gewissenhaftigkeit)
  • - Jeder Faktor wird durch 6 Skalen (zu je 8 Items) erfasst.
  • Verrechnungsmäßige Zusammenfassung je Faktor erfolgt für verschiedene Alters- und Geschlechtsgruppen über die Summierung von Skalenrohwerten.
  • Solche Gruppierungen nicht berücksichtigend, können jedoch auch pro Faktor die Faktoren-Scores bestimmt werden.
  • Das Antwortformat ist einheitlich fünfkategoriell (Verrechnung mit 0 - 4 Punkten).
  • Zielpopulation: 16-50 Jährige und auch Personen im Alter darüber
  • Einsatzmöglichkeiten: Klinische Anwendungsfelder (psychotherapeutischen Kontext, gesundheitspsychologische Fragestellungen), Berufsberatung, Arbeits- und Organisationspsychologie (Achtung: Normierung erfolgte jedoch an freiwilligen Testpersonen ohne Druck zu sozial erwünschten Antworten)
  • NEO-PI-R bietet die Möglichkeit der Fremd- und Selbsteinschätzung, Vergleich möglich.
Tags: NEO-PI-R, Persönlichkeitsfragebogen
Quelle: S225
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Was misst der MMPI-2?
- Entstehung
- Skalen
- Kritik
  • MMPI - Minnesota Multiphasic Personality Inventory
  • 1943
  • Ziel: lag in der psychiatrischen Kategorisierung bzw. in der Differenzierung zwischen "normal" und "Abnormal"
  • - Erfassung psychischer Störungen, jedoch auch Anwendung in der "Normal"-Population (Guilford bezeichnete dies als "recht ungeschickt, wenn nicht sogar - wegen der pathologischen Kategorisierung - äußerst peinlich").
  • Konstruktion des MMPI:
  • orientiert sich an dem Konzept der inhaltlichen Gültigkeit aus der Sicht klinischer Syndrome: aus ursprünglich 1000 Items wurden Items der Skala zugeordnet, welche sich als typisch herausstellte (z.B. Item das viele Depressive zustimmten aber nur wenig Normale - wurde Skala für Depression sprechend  zugeordnet)
  • MMPI-2: enthält 567 Items,
  • etwa 350 davon werden mehreren Skalen zugerechnet = hohe Skalen-Interkorrelation
  • Skalen: Hypochondrie, Depression, Hysterie/Konversationsstörung, Psychopathie, Soziopathie, antisoziale Persönlichkeitsstörung, männliche/weibliche Interessen, Paranoia, Psychasthenie, Schizophrenie, Hypomanie und soziale Introversion.
  • (es gibt auch noch Zusatzskalen die jedoch selten ausgewerten bzw. angewendet werden)
  • Neben normalen Skalen bietet der MMPI-2 auch folgende Skalen (genannt Validitätsskalen): Lügen-Skala, Seltenheits-Skala (Infrequency-Skala), Korrektur-Skala (Eigenschaften die häufig geleugnet/beschönigt werden) .
  • Diese sollten vorsichtig angewendet werden, bis mehr empirische Evidenz vorliegt.

Kritik
  • zahlreiche befremdliche Items die u.a. dem Intimbereich betreffen und lassen an der Zumutbarkeit zweifeln
  • - tlw. abenteuerliche Behauptungen "Meine Seele verlässt manchmal meinen Körper", oder "Manchmal bin ich von bösen Geistern besessen"- befassen sich mit Verdauungsvorgängen (will man nicht mit Arbeitgeber teilen): "Ich leide selten unter Verstopfung."- Liebesleben: "Mein Sexualleben ist zufriedenstellend." "Viele meiner Träume handeln von Sex."(tlw. werden mit bestimmten Antwortformaten alte Klischess am Leben gehalten)
  • MMPI beruht auf alten Kraepelinschen Klassifikationssystems und nicht auf multiaxiale Beschreibungssystemen wie ICD-10 oder DSM-IV.
  • MMPI-2 wird der modernen psychiatrischen Diagnostik nicht mehr gerecht.
  • Kritik der unzureichenden psychometrischen Gütenachweise gilt nach wie vor: Bedeutsame empirische Nachweise zur Messgenauigkeit und Validität des MMPI-2 fehlen.
  • Obwohl es eine allgemein akzeptierte Notwendigkeit einer Überprüfung der interkulturellen Äquivalenz von psychologisch-diagnostichen Verfahren gibt, scheint es befremdlich, dass die Entwicklung einer nationalen Version eines "Klassikers" als nicht sinnvoll erschien.
  • Eine verfehlte Messintention in der dt. Version sehr wahrscheinlich.

Tags: Persönlichkeitsfragebogen
Quelle: S228
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Was misst der PRF?
- Theorie
- Zielgruppe und Anwendungsbereich
- Entstehung
  • Deutsche Personality Research Form, 1985
  • - gründliche Bearbeitung der amerik. Originalversion aus 1967
  • bezieht sich auf Henry Murray und dessen motivationspsychologisch begründete Persönlichkeitstheorie
  • - Murray interpretierte den Menschen als einen aktiven Organisimus, der nicht nur auf den Druck der Situation reagiert, sondern bestimmte Situationen auch aufsucht und gestaltet.
  • Murray unterscheidet zwischen primären (Bedürfnissen) und sekundären (psychogenen) Motiven.
  • Darunter fallen: Selbsterniedrigung, Geselligkeit, Auntonimiestreben, Sorgfalt, Dominanzstreben, Bedürfnis nach Beachtung, Impulsiviätt, Ordnungsstreben, Beachtung von Sinnesqualitäten, Anlehnungsbedürfnis, Leistungsstreben, Aggressivität, ...
  • Beispiel-Item - es wird mit "richtig" oder "falsch" geantwortet: "Ich ärgere mich über mich selbst, wenn ich etwas nicht gründlich gelernt habe." (Leistungsstreben)
  • Skala Infrequenz: zur Kontrolle von Antworttendenzen, 10 Items
  • Zielgruppe: Personen ab 17 Jahren
  • Anwendungsbereich: Berufs- und Bildungsberatung, Personalwesen, auch bei bestimmten arbeits- bzw. organisationspsychologischen Fragestellungen
  • (NICHT verwendet soll es für Verhaltensauffälligkeiten und -störungen im klinischen Sinn)

Entstehung
  • Auswahl der PRF-Items aus ursprünglich 3000 Items.
  • Es wurde auf die inhaltliche Gültigkeit Rücksicht genommen - basierend auf Experten-Ratings und Fremdeinschätzung von fiktiven Personen mit extremer Ausprägung im jeweiligen Konstrukt.
  • Weiters wurde auf die
  • - innere Konsistenz,- Item-Schwierigkeit,- konvergente und diskriminante Validität (v.a. in Bezug auf soziale Erwünschtheit) geachtet.
  • Nachträgliche Absicherung durch Faktorenanalystische Auswertungen auf Itemebene.

Tags: Persönlichkeitsfragebogen
Quelle: S235
Kartensatzinfo:
Autor: coster
Oberthema: Psychologie
Thema: Psychologische Diagnostik
Schule / Uni: Universität Wien
Ort: Wien
Veröffentlicht: 12.06.2013
Tags: SS2013, Holocher-Ertl
 
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