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All main topics / BiWi 2D / Soziale Ungleichheit

Soziale Ungleichheit (29 Cards)

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Klasse an sich vs. Klasse für sich
Klasse an sich
- wenn objektiv die gleiche Klassenlage vorliegt

Klasse für sich
- wenn Klassenbewusstsein besteht
- der subjektive Aspekt der Klassenlage-Mitglieder wird bedeutsam
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Klasse (Marx)
1. Bourgeoisie
- im Besitz von Produktionsmitteln
- beuten die Arbeiter aus

2. Proletariat
- verkaufen ihre Arbeitskraft als Ware
- erzeugen einen Mehrwert, über den ausschließlich die Produktionsmittelbesitzer verfügen

=> verbunden als Antagonisten
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Stände und Parteien (Weber)
Stände
- definieren sich nach "Ehre"
=> Postulat: je mehr Umbruch, desto mehr kommt der Klassencharakter einer Gesellschaft zum Vorschein; je stabiler die Gesellschaft, desto mehr kommt der Ständecharakter einer Gesellschaft zum Vorschein

Parteien
- institutionalisierte Interessensgruppen
- geht um soziale Macht
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4 soziale Klassen (Weber)
1. Arbeiterschaft

2. Kleinbürgertum

3. besitzlose Intelligenz / Fachgeschultheit

4. durch Besitz / Bildung Privilegierte
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Verhältnis von Klasse und Stand (Weber)
zwei gegenläufige Prinzipien:
1. Marktprinzip
2. ständisches Prinzip

Spannungsverhältnis zwischen beiden
Bei relativer Stabilität der Grundlagen von Gütererwerb und Güterverteilung ist eine ständische Gliederung der Gesellschaft begünstigt;
in Zeiten technisch-ökonomischer Erschütterung und Umwälzung rückt die Klassenlage in den Vordergrund.
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Die Kapitalarten nach Bourdieu
1. ökonomisches Kapital
- Eigentum und Vermögen

2. kulturelles Kapital
2.1 inkorporiert
2.2 objektiviert
2.3 institutionalisiert

3. soziales Kapital
- Ressourcen, die auf Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe beruhen

4. symbolisches Kapital
- Prestige, Renommee
=> Die Summe der ersten drei Kapitalsorten bilden das symbolische Kapital
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Der soziale Raum bei Bourdieu (I)
Die Position im sozialen Raum ist also abhängig vom Gesamtkapital (Kulturell, ökonomisch, sozial) und der Ausprägung der einzelnen Kapitalformen.

Aufgrund des Kapitalvolumens und der Position im sozialen Raum bildet das Individuum den sogenannten Habitus aus (Denk-Wahrnehmungs- und Handlungsschema). 

Auch wenn sich die Kapitalformen verändern (Lottogewinn, sozialer Aufstieg durch Heirat, Erlernen einer Sprache), wird sich der Habitus nicht mit verändern. Es kann sich jedoch die Position im sozialen Raum auf einzelnen (Kapital) Ebenen verändern.
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Der soziale Raum bei Bourdieu (II)
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Dominantes Schichtungsprinzip (Geiger)
Je nachdem, welches Merkmal man in den Vordergrund stellt, kann man auf unterschiedliche Schichten kommen.
=> z.B. Einkommen, Religionszugehörigkeit
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Funktionalistische Schichtungstheorie
- geht zurück auf Talcott Parsons
- nicht normativ im Sinne Marx' / Webers

Grundfrage
Wofür könnte Schichtung in einer Gesellschaft sogar notwendig sein?

Kritik
- Menschenbild
- Wer beurteilt Bedeutsamkeit einer Position?
- Legitimation von Macht / Ungerechtigkeit
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6 Grundelemente nach Parsons zur Zuordnung in einer sozialen Schichtungsskala
1. Verwandtschaft
2. Persönliche Eigenschaften
3. Leistungen
4. Eigentum
5. Autorität
6. Macht
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Funktionalistische Schichtungstheorie: Determinanten für den Rang einer sozialen Position
2 Determinanten nach Davis / Moore
- funktionale Bedeutung einer Position für die Gesellschaft
- relative Knappheit des Personals

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Soziale Ungleichheit nach Davis / Moore
„ein unbewusst entwickeltes Werkzeug, mit dessen Hilfe die Gesellschaft sicherstellt, dass die wichtigsten Positionen von den fähigsten Personen gewissenhaft ausgefüllt werden“
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Lebensstilkonzept nach W. Georg
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3 alltagsästhetische Schemata nach Schulze
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Milieus und alltagsästhetische Schemata nach Schulze
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5 Milieus nach Schulze
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"Gespaltene Vertikalität" bei Schulze
„Eindeutig überlagert eine moderne, fast ausschließlich erlebnisorientierte Altersschichtung die traditionelle Bildungs- und Berufsschichtung, deren soziale Interpretation als hierarchische Ungleichheit dadurch immer mehr verdrängt wird … Der Vertikalisierungseffekt der Bildung wird durch den Horizontalisierungseffekt des Lebensalters konterkariert“.
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Zusammenhang von sozialer Lage und Milieus (Schulze)
„Jedes Milieu enthält eine Mehrzahl von sozialen Lagen; bestimmte soziale Lagen treten in mehreren Milieus auf; gleichzeitig ist aber auch eine deutliche milieuübergreifende Abstufung zu erkennen – nicht nur für Sozialwissenschaftler, sondern auch für die Menschen im Alltag“.

Dieses Erkennen führt jedoch nicht zu einer hierarchischen Einordnung oder gar einem Milieukonflikt entsprechend einem Klassenkonflikt:

„Zwischen den Milieus herrscht ein Klima von Indifferenz oder achselzuckender Verächtlichkeit, nicht geregelt und hierarchisiert durch eine umfassende Semantik des Oben und Unten“.
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Kritik an Schulzes Modell
- nur in Phasen relativ großen Wohlstands gültig (aber: kann nicht auch Gewalt bei Jugendlichen Ergebnis einer Erlebnisorientierung sein?)
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Funcke: Wesentliche Veränderungen seit dem "Golden Age Of Marriage"
1. Der Bereich der sozialen Lebensformen differenzierte sich zunehmend in einen Familien-Sektor und in einen Nicht-Familien-Sektor. Nichtfamiliale Haushalte haben zugenommen durch immer mehr kinderlose Ehepaare, Alleinlebende (Singles), Wohngemeinschaften, kinderlose Living-Apart-Together-Beziehungen, nichteheliche Lebensgemeinschaften.

2. Die Struktur der familialen Lebensgemeinschaft hat sich zu Lasten der „Normalfamilie“ geändert. Familienformen wie die Alleinerziehenden-Familie, die nichteheliche Familie mit Kindern, die Stief-, Adoptiv- oder Pflegefamilie, gleichgeschlechtliche Familie und die sogenannte Inseminationsfamilie haben zugenommen.
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6 Indikatoren für den Rückgang des bürgerlichen Familienmusters (Funcke)
1. Rückgehende Geburtenzahlen

2. Anstieg der Ledigen

3. Rückläufige Heiratsquoten

4. Anstieg der Scheidungszahlen / Hohe Trennungsrate

5. Verkleinerung von Haushaltsgrößen

6. Auseinanderfall von biologischer und sozialer Elternschaft
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Orientierungswirksamkeit des bürgerlichen Familienmusters (Funcke)
- Bestreben gleichgeschlechtlicher Familien, durch die Ehe der heterosexuellen Familie gleichgestellt zu sein und auch gemeinsam Kinder adoptieren zu dürfen
- starke Familienorientierung (Modell der "warm-modernen Fürsorge")
- institutionell / rechtlich z.B.: Recht, die genetische Abstammung eines adoptierten Kindes
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3 Re-Naturalisierungsstrategien (Funcke)
1. Ausgleichshandlungen
-> z.B.: nicht blutsverwandter Partner bleibt zuhause und übernimmt die Kinderfürsorge

2. Herstellung von Ähnlichkeit
-> z.B.: die Auswahl des Samenspenders erfolgt aufgrund von Ähnlichkeitskriterien des nicht blutsverwandter Partners

3. Zeugungsprozess
-> z.B.: der Zeugungsprozess wird an die Bedingungen der biologischen Familiengründung angepasst
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Individualisierungsthese von Ulrich Beck
- wir befinden uns "jenseits von Klasse und Stand"
- "objektive" Lebensbedingungen und "subjektive" Lebensweise fallen relativ weit auseinander

- Beck: Individualisierung = Steigerung von Pluralisierung
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3 Ursachen für Individualisierung (Beck)
1. Ökonomischer Aufschwung nach 1945
- "Fahrstuhleffekt" reduziert Konfliktpotenzial zwischen Klassen
- zunehmende Mobilität verringert Bindung an Gruppen (z.B. Klassen)

2. Wohlfahrtsstaatliche Absicherung
- Ermöglichung individualisierter Lebensläufe (-> nicht nur "Normalbiographie")

3. Bildungsexpansion
- mehr Chancen durch mehr Bildung (v.a. für Frauen)
- Infragestellung der traditionellen Rollenverteilungen und Normalbiographien
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3 Dimensionen von Individualisierung (Beck)
1. Freisetzung
- traditionelle Bindungen lösen sich auf
-> vielfältigere Handlungsoptionen
Beispiel: Unverheiratete Frauen weniger stigmatisiert

2. Entzauberung
- die Leitplanken fehlen: so toll ist das gar nicht ("trial and error")
- "Individualisierung" von Verantwortlichkeit
-> weniger Sicherheiten, mehr Risiken
Beispiel: Eine Frau kann sich weniger darauf verlassen, durch Heirat lebenslang ökonomisch abgesichert zu sein

3. Reintegration
- neue Einbindung (Institutionen und Selbstintegration)
-> Institutionen: Rahmenbedingungen etc. begrenzen nun die Entscheidungen, nicht mehr Traditionen
-> Selbstintegration: Eingehen freiwilliger Bindungen
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Fahrstuhleffekt (Beck)
(v.a. ökonomische) Rahmenbedingungen verbessern sich für alle; die gesamte Gesellschaft wird mit dem "Fahrstuhl" hochgefahren
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Klasse (Weber)
Besitzklassen
- positiv privilegierte Klassen
- Mittelstandsklassen
- negativ privilegierte Klassen
=> Kriterium: Besitz

Erwerbsklassen

- Klassenlage wird durch Verwertungschancen der vorhandenen Güter / Leistungen bestimmt
=> Kriterium: Ausbildung / Bildung

Soziale Klassen
- Arbeiterschaft, Kleinbürgertum, besitzlose Intelligenz / Fachgeschultheit und Klasse der Besitzenden und Bildungsprivilegierten
=> bündeln Klassenlagen, innerhalb derer man wechseln kann
Flashcard set info:
Author: CoboCards-User
Main topic: BiWi 2D
Topic: Soziale Ungleichheit
Published: 08.09.2019
 
Card tags:
All cards (29)
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