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All main topics / Psychologie - Modul 1 / Einführung in die Psychologie und ihre Geschichte

3400 Einführung in die Psychologie und ihre Geschichte (259 Cards)

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Einführung in die Psychologie
Wie wird Psychologie definiert
Psychologie ist die Wissenschaft vom Erleben und Verhalten (Städler)
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Einführung in die Psychologie
Mit welchen Methoden lassen sich Erleben und Verhalten untersuchen?
Erleben: Da das Erleben nur aus einer Ersten-Person-Perspektive erfahren werden kann, bedarf es als Methode der Introspektion, der Selbstbeobachtung und -beschreibung.

Verhalten: Verhalten kann auch von einer Dritten Person beobachtet werden. Daher ist hier die bevorzugte Methode die Verhaltensbeobachtung. (Ich beobachte, dass P am Ort O zum Zeitpunkt t Bewegungsmuster Bm zeigt, das überlicherweise als ... bezeichnet wird.)
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Einführung in die Psychologie
Welche alternative Definition der Psychologie schlägt Dörner vor?
Psychologie ist die Wissenschaft der offenen und variablen Regulationen.
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Einführung in die Psychologie
Was sind Diskrepanzerlebnisse?
Unterschiedliche Wahrnehmungen desselben Musters. Das physikalische Draußen kann dem unveränderten seelischen Innen widersprechen.
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Einführung in die Psychologie
Was ist ein Umspringbild, was ist eine Konstanzleistung, was eine optische Täuschung? (Beispiele)
Umspringbild: Ein und dasselbe Bild kann unterschiedlich wahrgenommen werden. Bei der Interpretation gibt es kein richtig und falsch. Bsp: Rubinscher Pokal

Konstanzleistung: Die Reizgrundlage auf der Netzhaut ändert sich ständig, aber der Wahrnehmungseindruck bleibt gleich. Wenn ich auf einem Turm stehe und nach unten blicke, sehe ich kleine Menschen. Mir ist aber bewusst, dass die Menschen nicht wirklich klein sind, sondern ihre normale Größe beibehalten haben.

Optische Täuschung: Sie basiert auf einer stabilen Wahrnehmung. Aber diese Wahrnehmung steht im Konflikt mit dem  Wissen. Beispiel: Die Müller-Lyer-Figur
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Einführung in die Psychologie
Was ist eine Disposition?
Eine nicht direkt beobachtbare Eigenschaft, die sich in einem bestimmten Verhalten manifestieren kann. (Auch dispositionelle Eigenschaft), Beispiel: Charakter

Psychische Fähigkeiten und Eigenschaften sind Dispositionen.
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Einführung in die Psychologie
Was sind psychische Eigenschaften?
Eine psychische Eigenschaft ist ein
relativ stabiles und
generelles Merkmal eines psychischen Prozesses oder einer psychischen Funktion, das
relativ unabhängig ist von
situativen
und zeitlichen Randbedingungen.

(zitiert nach dem Lexikon der Psychologie).

Das bedeutet, dass es sich zum einen um Persönlichkeitsmerkmale oder Persönlichkeitseigenschaften handeln kann. Ist jemand freundlich, dann wird er es in sehr vielen Situationen sein und nur in sehr wenigen nicht. Es sind damit aber auch Einstellungen, Werte etc. gemeint, die unser Erleben und Verhalten steuern.
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Einführung in die Psychologie
Was sind psychische Fähigkeiten?
Eine psychische Fähigkeit ist ein verfestigtes System
verallgemeinerter psychischer Prozesse, das den Tätigkeitsvollzug steuert und  Leistung ermöglicht.

Sie betrifft hauptsächlich kognitive Vorgänge, Gedächtnisleistungen, sowie gedanklich analysierende und synthetisierende Vorgänge. Sie ist somit nicht beobachtbar, allenfalls kann sie erschlossen werden.
(zitiert nach dem Lexikon der Psychologie)

Darunter fallen die folgenden Begriffe: Räumliches Vorstellungsvermögen, Rechenfähigkeit, Sprachverständnis, Wortflüssigkeit, Gedächtnis, Wahrnehmungsgeschwindigkeit und logisches Denken.
Damit stellen die Fähigkeiten die Kategorie von kognitiven Vorgängen da, die nach dem Wahrnehmungsurteil uns dabei helfen, die Informationen aus der Umwelt weiterzuverarbeiten.
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Einführung in die Psychologie
Was ist eine psychische Fertigkeit?
Eine psychische Fertigkeit ist eine  aufgabenbezogene individuelle Aktivität, die als  eingeübte und automatisierte (Bewegungs-) abläufe realisiert wird.

(zitiert nach dem Lexikon der Psychologie)

Darunter fallen die folgenden Fertigkeiten:
  • Sensomotorische Fertigkeiten (Tennisspielen, Schwimmen)
  • Kognitive Fertigkeiten (Lösungsstrategien z.B. beim Lösen von Rechenaufgaben)
  • Emotionale Fertigkeiten (Mitgefühl)
  • Soziale Fertigkeiten (angemessener Einsatz von Blickkontakt)


Mehrere Fertigkeiten zusammengenommen ergeben eine Kompetenz.
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Einführung in die Psychologie
Was sind psychische Funktionen?
Eine psychische Funktion ist eine Sammelbezeichnung für Prozesse und Strukturen, auf die sich jegliche Aktivität von Menschen stützt und durch die Menschen zu einem flexiblen, adaptiven Verhalten in einer vielfältigen, sich verändernden Umgebung befähigt werden.
(zitiert nach dem Lexikon der Psychologie)

Darunter fallen die Begriffe wie Wahrnehmung, Bewusstsein, Emotionalität, Denken, Kommunizieren, Raum-/Zeiterleben und Gedächtnis. Allgemein bedeutet der Begriffe der psychischen Funktion die Umwandlung des äußeren Reizes in das innere Bild, das zuerst mit den Sinnen wahrgenommen werden muss und dann von anderen, ähnlichen Reizen unterschieden und identifiziert werden muss. Es geht also in erster Linie um die Informationsverarbeitung bis zur Identifizierung. Damit sind wir hier bei einer Wahrnehmungsepisode inklusive Phänomen und Wahrnehmungsurteil.
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Einführung in die Psychologie
Was ist ein Phänomen?
Das was uns in der Erfahrung gegeben ist. Das was uns erscheint.

Bsp: "etwas" sehen
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Einführung in die Psychologie
Was ist ein Wahrnehmungsurteil?
Ein Wahrnehmungsurteil ist die Erkenntnis und ein abschließendes Urteil über das wahrgenommene Phänomen.

Bsp: etwas "bestimmtes" sehen
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Einführung in die Psychologie
Was ist phänomenales Bewusstsein?
Phänomen + Wahrnehmungsurteil = Phänomenales Bewusstsein.
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Einführung in die Psychologie
Was ist eine propositionale Einstellung?
Proposition ist der Gedanke, der einen Sachverhalt bezeichnet. Die propositionale Einstellung ist der Ausdruck der Beziehung zwischen einer urteilenden Person, ihrem Wissen und dem davon zu unterscheidenden Sachverhalt:

Ich (Erste-Person-Perspektive)
glaube/hoffe/denke/sehe (mentale Einstellung)
dass f der Fall ist (Proposition)
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Einführung in die Psychologie
Was sind Qualia?
Qualia sind subjektive Erlebnisinhalte. Qualia bezeichnen, wie es sich anfühlt, etwas zu sein, etwas zu erleben, fühlen, haben...

What is ist like to be a bat? (Thomas Nagel)

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Einführung in die Psychologie
Definiere I, Me und Self!
Self (Selbst):
Das Self setzt sich zusammen aus dem I und dem Me. I bezeichnet dabei das Ich-als-Subjekt (self-as-knower), also das pure Ego, das Me das Ich-als-Objekt (self-as-known), also das selbstbezogene
Wissen.

(W. James)
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Einführung in die Psychologie
Was ist Intentionalität?
Intentionalität bedeutet, dass seelische Funktionen zielgerichtet sind. (F. Brentano)

Das bedeutet, dass etwas z.B. gedacht oder getan wird, um ein Ziel zu erreichen. Die seelischen Funktionen stehen somit im Dienst der Handlungen und sind auf zukünftige Veränderungen gerichtet.
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Einführung in die Psychologie
Welche Ziele verfolgt die Psychologie?
Beschreiben
Erklären
Vorhersagen
Verändern
Bewerten

BEVVB
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Grundlagenfächer
Welche psychologischen Bereiche zählen zu den Grundlagenfächern?
  • Allgemeine Psychologie
  • Biologische Psychologie
  • Sozialpsychologie
  • Entwicklungspsychologie
  • Differentielle Psychologie + Persönlichkeitsforschung
  • Psychologische Diagnostik
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Allgemeine Psychologie
Was versteht man unter Allgemeiner Psychologie?
In der Allgemeinen Psychologie geht es um Gesetze des Funktionieren des Menschen. Es werden Modelle entwickelt für einzelne psychische Funktionen und Vorstellungen darüber, wie Funktionen zusammenwirken.
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Allgemeine Psychologie
Was ist ein informationsverarbeitender Organismus?
Informationsverarbeitung  wird durch Diagnose- und Wirkmöglichkeiten des Organismus realisiert.

Resultat ist die Repräsention (das Erstellen eines Umgebungsbildes).

Das Repräsentandum (das zu Erstellende) wird im Organismus als Repräsentat (das Erstellte) vertreten.

Wir haben keine Umgebungskopie im Kopf, sondern abstrakte Modelle. Diese Modelle nennt man mentale Modelle.
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Allgemeine Psychologie
Was versteht man unter Welt-auf-Kopf-Beziehung?
Die Organismus-Umgebungsbeziehung wird von der Außenwelt initiiert.

Z.B. etwas wahrnehmen
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Allgemeine Psychologie
Was versteht man unter Kopf-auf-Welt-Beziehung?
Die Organismus-Umgebungsbeziehung wird vom Organismus gesteuert, ist also auf ein Ziel ausgerichtet.

Z.B. sich fortbewegen, um ...
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Allgemeine Psychologie
Welche Methoden werden in der Allgemeinen Psychologie angewandt?
Bevorzugt:

  • Verhaltensbeobachtung
  • Experiment
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Biologische Psychologie
Womit beschäftigt sich die Biologische Psychologie?
Mit körperlichen Prozessen, Veränderungen, Zuständen, die von außen mit physiologischen Methoden beobachtet und gemessen werden können.

Erleben und Verhalten wird anhand von organismischen und körperlichen Prozessen beschrieben.
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Biologische Psychologie
Womit beschäftigt sich die Physiologische Psychologie/Neuropsychologie?
Mit der Kovariation zwischen Gehirn + Verhalten bei Mensch und Tier.

  • Aufstellen von Theorien und Modellen von Gehirnfunktionen
  • visuelle Wahrnehmung, neurobiologische Grundlagen von Lernen und Gedächtnis
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Biologische Psychologie
Womit beschäftigt sich die Psychophysiologie?
Mit physiologischen Prozessen als Indikatoren psychischer Prozesse beim Mensch.

Forschungsgegenstände z.B.: Schlaf, Stress, Belastung etc.
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Biologische Psychologie
Womit beschäftigt sich die Psychopharmakologie?
Mit der Wirkung von Drogen auf menschliches Verhalten.
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Biologische Psychologie
Womit beschäftigt sich die Psychoneuroimmunologie?
Mit der wechselseitigen Beziehung zwischen menschlichem Erleben und Verhalten und dem ZNS.
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Biologische Psychologie
Womit beschäftigt sich die Psychoneuroendokrinologie?
Mit den Wechselwirkungen von Hormonen und Erleben/Verhalten.
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Biologische Psychologie
Womit beschäftigt sich die Pharmakopsychologie?
Mit psychoaktiven Substanzen (auch körpereigenen).
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Biologische Psychologie
Welche Methoden finden in der Biologischen Psychologie Anwendung?
  • Bildgebende Verfahren (PET, SPECT, fMRT, MEG)
  • Elektrophysiologische Techniken (EEG, EKG)
  • Invasive Verfahren
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Sozialpsychologie
Was wird in der Sozialpsychologie erforscht?
Das Erleben und Verhalten im sozialen Kontext.

  • Wie nehmen Menschen einander wahr?
  • Wie üben sie Einfluss aufeinander aus?
  • Wie gestalten sie ihre sozialen Beziehungen?
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Sozialpsychologie
Welche Methoden werden in der Sozialpsychologie angewandt?
  • Beobachtungsstudien
  • Fragebogenstudien
  • Interviewstudien
  • Bildgebende neurowissenschaftlichen Verfahren
  • Experimentelle Untersuchungen
  • Impliziter Assoziationstest zur Messung unbewusster und unerwünschter Einstellungen
  • Dokumentanalysen
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Sozialpsychologie
Bedeutende Experimente: Stanley Milgram (1970)
Milgram-Experiment: Untersuchung zum Autoritätsgehorsam

Warum leisten Menschen den Anweisungen einer Autorität auch dann Folge, wenn sie im Widerspruch zu ihren eigenen ethischen Prinzipien stehen?
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Sozialpsychologie
Bedeutende Experimente - John M. Darley und Bib Latané (1969)
Bystander-Effekt

Wie wirkt sich die Anzahl unbeteiligter Zeugen einer Notsituation auf das Hilfeverhalten des Einzelnen aus?

  • Mit steigender Anzahl nimmt die Wahrscheinlichkeit ab, dass jemand hilft
  • Verantwortungsdiffusion
  • Leute haben Angst, sich zu blamieren, weil sie die Situation falsch einschätzen


Das Nichthelfen hat hier mit Situationsfaktoren zu tun, die sich hinderlich auf das Hilfeverhalten auswirken - weniger mit persönlichen Merkmalen der Zeugen.
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Sozialpsychologie
Bedeutende Experimente: Muzafar Sharif (1967)
Untersuchungen im Sommerlager

  • zwei willkürlich eingeteilte Gruppen
  • es entstehen Feindseligkeiten und Vorurteile
  • aufgrund von Interessenskonflikten um erstrebenswerte Güter und Ressourcen


Dieses Ergebnis wird durch Henri Tajfel 1971 insofern bestätigt, als er ebenfalls eine Eigengruppenfavorisisierung und Intergruppenkonflikte in Experimenten nachweisen konnte.
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Sozialpsychologie
Was versteht man in der Sozialpsychologie unter Mikro-, Meso und Makroebene?
  • Mikroebene: Das Individuum (erforscht in der Allgemeinen Psychologie, der Persönlichkeitspsychologie, den Neurowissenschaften und der Humangenetik)
  • Mesoebene: Interaktion zwischen Individuen, Gruppen (erforscht in der Sozialpsychologie)
  • Makroebene: Komplexe soziale Systeme und Strukturen (erforscht in den Politikwissenschaften, den Wirtschaftswissenschaften und der Soziologie)
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Sozialpsychologie
Welche Gebiete fallen in den Forschungsbereich der Interaktion zwischen Individuen?
  • soziale Wahrnehmung
  • Informationsverarbeitung über andere
  • Einstellungsforschung
  • sozialer Einfluss
  • Aufbau sozialer Beziehungen
  • Entwicklung interpersonaler Attraktion und Freundschaft
  • prosoziales Verhalten
  • antisoziales Verhalten (z.B. Aggression)
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Sozialpsychologie
Welche Gruppenprozesse werden in der Sozialpsychologie erforscht?
  • Intragruppale Prozesse (innerhalb von Gruppen), z.B. Kooperation in Gruppen, Gruppenleistung vs. Gruppenpotential, Führung in Gruppen, Konformität und Uniformität, Minoritätseinfluss
  • Intergruppale Prozesse (zwischen Gruppen), z.B. Ursachen von Intergruppendiskriminierung und Entwicklung von Interventionsmaßnahmen (Sharif 1967 - Sommerlager), Erforschung positiven Verhaltens zwischen Gruppen
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Sozialpsychologie
Was ist Gruppenleistung im Verhältnis zum Gruppenpotential?
Die Gruppenleistung ist die Leistung, die die Gruppe gemeinsam erbringt. Beispiel: gemeinsames Brainstorming

Das Gruppenpotential ist die Leistung, die aufgetreten wäre, wenn jeder für sich an der Aufgabe gearbeitet hätte.

Beim Brainstorming ergeben sich bspw. häufig bessere Ergebnisse in Einzelbearbeitung.
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Sozialpsychologie
Was versteht man unter sozialpsychologischer Intervention?
Die

  • Planung
  • Entwicklung
  • Durchführung
  • Evaluation

von Programmen und Maßnahmen zur Veränderung und Optimierung

  • individueller Erlebnis- und Verhaltensweisen
  • der Interaktion innerhalb von Dyaden und Gruppen
  • der Interaktion zwischen Gruppen
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Entwicklungspsychologie
Welcher Forschungsgegenstand wird in der Entwicklungspsychologie untersucht?
Die Entstehung, Veränderung und Stabilisierung von psychischen Phänomenen und Funktionen über die gesamte Lebensspanne hinweg.

Es wird also nicht gefragt, wie etwas ist, sondern wie etwas wird.
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Entwicklungspsychologie
Was versteht man in der Entwicklungspsychologie unter Veränderung, was unter Entwicklung?
Entwicklung ist das engere Konzept und umfasst die Reifung, die Erhaltung und den Abbau über die Zeit. Sie beruht auf biologischen Faktoren (z.B. hormonellen Veränderungen) sowie auf sozio-kulturellen Aspekten (z.B. Schulreife). Zusätzlich gibt es ein aktives Zutun zur Entwicklung.

Veränderung ist Aufbau, Abbau und Anpassung des Individuums an seine Umgebung.
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Entwicklungspsychologie
Welche Methoden werden in der Entwicklungspsychologie angewandt?
  • Längsschnittdesign
  • Querschnittdesign

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Entwicklungspsychologie
Was versteht man unter Längsschnittdesign?
Vergleich der individuellen Entwicklungsverläufe einer Kohorte über einen längeren Zeitraum mit punktuellen Stichproben.

Eine Kohorte ist ein Jahrgang oder eine Gruppe von Jahrgängen, die durch ein zeitlich gemeinsames, längerfristig prägendes Startereignis definiert ist. Beispiele: Geburtenkohorten, Eheschließungskohorten oder Berufseintrittskohorten.

Beispiel:
Die Entwicklung einer Gruppe Kinder von 1945 - 1950. Erhebungen finden jährlich statt.

Problem:
Das Ergebnis eines Längsschnittdesigns kann nicht generalisiert werden. So kann das Ergebnis im obigen Beispiel nicht auf die Entwicklung einer Gruppe Kinder in den Jahren 2000 - 2005 übertragen werden.
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Entwicklungspsychologie
Was versteht man unter einem Querschnittsdesign?
Die Untersuchung von Individuen unterschiedlichen Alters zu einem Zeitpunkt im Hinblick auf ein Merkmal.

Beispiel:
Kinder im Alter von 0 bis 6 werden hinsichtlich ihrer aktuellen Sprachentwicklung im Januar 2012 untersucht. Als Ergebnis erhält man einen vermeintlichen Entwicklungsverlauf, aber eben nur den des Merkmals, nicht den der Kinder!

Problem:
Alters- und Kohortenunterschiede vermischen sich. (Konfundierung) Z.B.: Haben ältere Leute mehr Vertrauen in Mitmenschen, weil sie älter sind, oder weil sie einer alten Generation angehören?
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
Was untersucht die Differentielle Psychologie?
Die Differentielle Psychologie befasst sich mit den Unterschieden zwischen einzelnen Personen oder Gruppen von Personen und Outcomes von Persönlichkeitsmerkmalen.

Das Besondere einer Persönlichkeit kann nur durch den Vergleich mit anderen bestimmt werden.

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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
Was ist Ziel der Persönlichkeitspsychologie i.e.S.?
Die Erforschung der einzigartigen Organisation von psychischen Merkmalen innerhalb einer Person.

Dazu gehören:
  • Fähigkeiten
  • Motive
  • Bewältigungsformen
  • genetische Anlagen (nature)
  • Erfahrung (nurture)
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
Welche Methoden werden in der Persönlichkeitspsychologie angewandt?
  • Fragebogen zur Selbsteinschätzung (Differentielle Psychologie)
  • Korrelationsforschung (Differentielle Psychologie)
  • das differentialpsychologische Experiment (Differentielle Psychologie)
  • Verhaltensbeobachtung (Persönlichkeitspsychologie i.e.S.)
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
Was erfasst ein Fragebogen zur Selbsteinschätzung?
Nicht beobachtbare, interne Merkmale und Prozesse.
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
Was wird im differentialpsychologischen Experiment erfasst/erforscht?
Differentialpsychologisches Experiment = mehrfaktorielles Experiment. Im mehrfaktoriellen Experiment liegen neben einer oder mehrerer Reizvariablen auch Organismusvariablen als unabhängige Variablen vor.

Beispiel:
Unabhängige Variablen (Faktoren): Alkohol vs. Fruchtsaft
Abhängige Variable: Lösen eines Tests (z.B. einfache Rechenaufgabe)
Als weitere unabhängige Variable wird nun die Intelligenz mit berücksichtigt.
Haupteffekt 1: Das Lösen unter Alkoholeinfluss könnte schwieriger sein. Haupteffekt 2: Intelligentere könnten besser abschneiden als weniger Intelligente
Interaktionseffekt: Intelligente Fruchtsafttrinker könnten besser abschneiden als die anderen drei Gruppen.
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
Welche Methoden unterscheidet W. Stern in der Differentiellen Psychologie und Persönlichkeitsforschung?
  • Variationsforschung
  • Korrelationsforschung
  • Psychographie
  • Komparationsforschung
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
Ich bin an einem Merkmal interessiert und möchte es an einer Gruppe von Probanden untersuchen. Dies ist ein Fall der...
Variationsforschung

In der Variationsforschung wird eine große Anzahl an Personen untersucht. Aber nicht die Personen stehen im Zentrum des Interesses, sondern die Ausprägung eines bestimmten Merkmals.

Beispiel:
Intelligenz der Studierenden der FernUni Hagen
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
Ich interessiere mich für den Zusammenhang zweier oder mehrerer Merkmale und möchte dazu eine große Gruppe von Probanden untersuchen. Dies ist ein Fall der...
Korrelationsforschung

Die Korrelationsforschung untersucht eine große Anzahl an Personen. Im Zentrum des Interesses stehen nicht die Personen, sondern die Ausprägung oder der Zusammenhang bestimmter Merkmale in dieser Personengruppe.

Beispiel:
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Intelligenz und Studienerfolg bei den Studierenden der FernUni Hagen?
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
Ich interessiere mich für W. A. Mozart und möchte möglichst viel über seine Persönlichkeit herausfinden. Das ist ein Fall der...
Psychographie

Die Psychographie beschäftigt sich immer nur mit einer Person und untersucht an ihr möglichst viele Merkmale.

Beispiel:
Psychologische Analyse von W. A. Mozart.
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
Ich möchte 15 Personen umfassend miteinander vergleichen. Dazu erfasse ich so viele Merkmale wie möglich. Das ist ein Fall der...
Komparationsforschung

Die Komparationsforschung interessiert sich für bestimmte Personen, die anhand möglichst vieler Merkmale beschrieben und/oder verglichen werden sollen.

Beispiel:
Vergleich von Goethe und Schiller. Vergleich von Studierenden unterschiedlicher Fachrichtungen.
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
Wie lässt sich Persönlichkeit definieren?
Hermann:
Persönlichkeit ist ein jedem Menschen einzigartiges, relativ stabiles und den Zeitablauf überdauerndes Verhaltenskorrelat.

Pervin:
Persönlichkeit ist eine komplexe Organisation von Kognitionen, Emotionen und Verhalten, die dem Leben Richtung und Zusammenhang gibt. Sie spiegelt nature und nurture wider. Sie schließt Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in sich mit ein.

Amelang:
Persönlichkeit ist eine relativ breite und zeitlich stabile Disposition zu bestimmten Verhaltensweisen, die konsistent in verschiedenen Situationen auftreten.

Johnson:
Consistent patterns of thougts, feelings or actions that distinguish people from one another.
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
Wie lautet das Fünf-Faktoren-Modell?
Big Five:

  • Openess
  • Conscientousness
  • Extraversion
  • Agreeableness
  • Neuroticism

Merkhilfe: OCEAN
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
Wie lautet das Big-Five-Modell im Deutschen?
  • Verträglichkeit (Agreeableness)
  • Offenheit (Openess)
  • Gewissenhaftigkeit (Conscientousness)
  • Extraversion (Extraversion)
  • Neurotizismus (Neuroticism)

Merkhilfe: VOGEN (Die Wogen des Ozeans...)
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
Wie viele Subfaktoren mit jeweils wie vielen Items hat das Fünf-Faktoren-Modell?
Jeweils 6 Subfaktoren mit jeweils 8 Items. (NEO-PI-R = Persönlichkeitsfragebogen zur Erfassung der Big Five mit jeweils 8 Items)
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
Wie lässt sich Persönlichkeit erklären?
Durch explikative Konstrukte:

Frage: Warum bestehen Unterschiede?
Antwort: Durch genetische, biologische Einflüsse und durch die Umwelt.
Sogenannte: Gen-Umwelt-Interaktion (Caspi und Bem, 1990)
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
Welche Konstrukte der Umwelt-Interaktion können Persönlichkeit erklären?
  • Proaktive Interaktion: genetische Eigenschaften veranlassen Personen dazu, Umwelten aufzusuchen, die ihre Eigenschaftsdimension verstärken
  • Reaktive Interaktion: Unterschiedliche Personen zeigen unterschiedliche Reaktionen auf dieselben Umweltbedingungen
  • Evokative Interaktion: Aktionen einer Person und die Reaktion einer anderen Person führen zu weiteren Reaktionen (Aufschaukeln)
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
Welchen Ansatz der Persönlichkeitspsychologie verfolgt das psychodynamische bzw. psychoanalytische Paradigma?
Die Persönlichkeit beruht auf Erfahrungen in der frühen Kindheit sowie unbewussten Bedingungen (z.B. verdrängte Konflikte).

Der psychodynamische Ansatz nimmt an, dass es ererbte Instikte und biologische Triebe gibt.
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
Wie erklären sich eigenschaftsbezogene, biologische Ansätze die Entstehung der Persönlichkeit?
Sie gehen davon aus, dass die Identifikation überdauernder Merkmale notwendig war, um Unterschiede zwischen Personen beschreiben und erklären zu können.

Diese Merkmale entstanden im Laufe der Menschenentwicklung als Folge von basalen Aufgaben wie Überleben und Reproduktion. (Survival of the fittest)
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
Wie erklären phänomenologische Ansätze Persönlichkeit?
Das Verhalten eines Individuums kann nur verstanden werden, wenn man subjektive Wahrnehmungen und Interpretationen kennt. Die subjektive Wirklichkeitsauffassung rückt an die Stelle der objektiven Beobachtung.

Der Mensch ist nicht das Produkt seiner Instinkte und Triebe. Vielmehr ist er autonom, sein Handeln ist zielgerichtet. Er strebt nach Selbstverwirklichung und nach dem Ausschöpfen seiner Potentiale.

(Vertreter: Maslow und Rogers - vgl. die Maslowsche Bedürfnispyramide)
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
Welchen Ansatz zur Persönlichkeitserklärung verfolgen verhaltensbezogene Paradigmen?
Verhaltensbezogene Ansätze ziehen zur Interpretation nur das offene und sichtbare Verhalten heran. Situative Einflüsse haben das stärkste Gewicht.

Innerpsychisches wird ebenso vernachlässigt wie die biologische und genetische Ausstattung des Menschens.

(Tabula rasa)
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
Welches Erklärungsmodell der Persönlichkeit bieten die sozial-kognitiven Ansätze?
Die sozial-kognitiven Ansätze legen den Fokus auf Prozesse der Informationsverarbeitung und des Lernens im zwischenmenschlichen Bereich.

Besonderes Gewicht liegt auf der Wechselwirkung zwischen Person und Situation.
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
Welchen Ansatz verfolgen biografisch-narrative Paradigmen in der Persönlichkeitspsychologie?
Biografisch-narrative Paradigmen sehen den Menschen von Natur aus als Geschichtenerzähler. Der Mensch ordnet sein Leben in Geschichten, die er sich selbst und anderen erzählt.

Einzige authentische Quelle des Persönlichkeitsforschers ist das Verhalten und Erleben in ihrer unverbildeten Form.

Methode: freie Exploration
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
Was versteht man unter den New Big Five?
McAdams und Pals, 2006

  • Evolution und menschliche Natur
  • Eigenschaften (hier die "alten" Big Five)
  • Charakteristische Adaptionen (umfassen Motive, Ziele, Pläne)
  • Lebenserzählungen (einzigartig, kann durch Kultur Muster aufweisen - Bsp. Erzählungen von Frauen haben oft kulturelle Schranken)
  • Kultur


BLECK (die Zähne und zeige deine neue Persönlichkeit)
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Psychologische Diagnostik
Was ist zentraler Gegenstand der Psychologischen Diagnostik?
  • Datensammlung
  • dazu werden spezielle diagnostische Verfahren verwendet
  • Vorbereitung von Entscheidungen nach wissenschaftlichen Kriterien und ethischen Standards
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Psychologische Diagnostik
Wie gestaltet sich der Prozess der Psychologischen Diagnostik?
  • Klärung der Fragestellung
  • Auswahl der Verfahren
  • Anwendung
  • Auswertung und Interpretation
  • Gutachtenerstellung
  • Interventions-/Maßnahmenvorschlag
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Psychologische Diagnostik
Welchen grundlegenden Fragestellungen widmet sich die Psychologische Diagnostik?
Unterschiede zwischen/innerhalb von Personen im Hinblick auf psychische Zustände, Eigenschaften, Veränderungen.
Diese werden:
  • beschrieben
  • klassifiziert
  • vorhergesagt
  • evaluiert
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Psychologische Diagnostik
Was ist das Diagnostische Dreieck?
Psychologische Diagnostik bildet den Mittelpunkt eines Dreiecks aus

  • Grundlagenfächern
  • Anwendungsfächern
  • Methoden
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Psychologische Diagnostik
Was ist der Unterschied zwischen Diagnostik und Intervention?
Diagnostik und Intervention verbinden sich mit fließenden Übergängen.

  • Intervention im engeren Sinne: Therapeutisch oder pädagogisch, zielt systematisch auf Veränderung ab
  • Intervention im weiteren Sinne: Jede Maßnahme, die für den Patienten/Probanden eine Wirkung nach sich zieht


Beispiel: Bereits Selbstbeobachtung kann einen Reflexionsprozess auslösen und sich verändernd auf das Verhalten auswirken (Rauchtagebuch)
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Psychologische Diagnostik
Welche Arten psychologischer Diagnostik gibt es?
  • Selektionsdiagnostik
  • Modifikationsdiagnostik
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Psychologische Diagnostik
Was ist Selektionsdiagnostik?
Selektionsdiagnostik

  • beruht auf dem Eigenschaftsmodell (Personen können auf best. Dimensionen verglichen werden, Eigenschaften sind zeitlich stabil und transsituativ konsistent, individuelle Ausprägungen werden mit Normstichproben verglichen)
  • fragt danach, was eine Person (für Eigenschaften) hat
  • Personalselektion (Person muss best. Anforderungen entsprechen)
  • Bedingungsselektion (Bedingungen müssen best. Person entsprechen)


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Psychologische Diagnostik
Was ist Modifikationsdiagnostik?
Modifikationsdiagnostik

  • beruht auf dem Verhaltensdiagnostischem Prinzip (Verhalten ist erlernt und lässt sich ändern, es gibt situative Bedingungen die ein Verhalten auslösen oder aufrecht erhalten)
  • fragt danach, was eine Person tut
  • Verhaltensmodifikation: Welche Verhaltensweisen sollen verändert werden
  • Bedingungsmodifikation: Welche externen Bedingungen müssen verändert werden
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Psychologische Diagnostik
Wie unterscheiden sich Status- und Prozessdiagnostik?
Statusdiagnostik: Erfassen eines Ist-Zustandes (Mittel: Eigenschaftsdiagnostik)

Prozessdiagnostik: Erhebung von interessierenden Verhaltensweisen im Zeitablauf oder zu verschiedenen Zeitpunkten (Mittel: Verhaltensdiagnostik)
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Psychologische Diagnostik
Wie unterscheiden sich Normorientierung und Kriteriumsorientierung?
Normorientierung: Vergleich eines individuellen Untersuchungsergebnisses mit dem Durchschnitt einer Normstichprobe (Mittel: Eigenschaftsdiagnostik)

Kriteriumsorientierung: Untersuchung einer Person im Hinblick auf ein vorgegebenes Erlebens- und Verhaltensziel. (Mittel: Verhaltensdiagnostik)
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Psychologische Diagnostik
Wie unterscheiden sich Testen und Inventarisieren?
Testen: Ermittlung von Eigenschaftsausprägungen durch eine Stichprobe relevanter Erlebens- und Verhaltensweisen, so dass eine Verallgemeinerung des Testergebnisses dieser Person auf alle Aufgaben desselben Typs möglich wird (Mittel: Eigenschaftsdiagnostik)

Inventarisieren: Möglichst vollständige Inventarisierung des gesamten, für eine Fragestellung relevanten Verhaltensrepertoires einer Person und der damit verbundenen auslösenden und aufrechterhaltenden Bedingung (Mittel: Verhaltensdiagnostik)
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Psychologische Diagnostik
Wie unterscheiden sich Diagnose als Messung und Diagnose als Information für und über Behandlung?
Diagnose als Messung: Möglichst genaue und valide Abschätzung der Ausprägung eines Persönlichkeitsmerkmals vor dem Hintergrund bestimmter Testgütekriterien (Mittel: Eigenschaftsdiagnostik)

Diagnose als Information: Erfassung von Informationen, die helfen sollen, eine bestimmte Interventionsmaßnahme auszuwählen und/oder deren Effektivität zu bestimmen (Mittel: Verhaltensdiagnostik)
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Psychologische Diagnostik
Was ist ein psychologischer Test?
Test im engeren Sinne: unabhängig von subjektiven Urteilen und Einschätzungen der Probanden

Test im weiteren Sinne: wissenschaftliches Routineverfahren zur Untersuchung abgrenzbarer Persönlichkeitsmerkmale

Ein Test ist also ein Verfahren zur Gewinnung diagnostisch relevanter Daten mit dem Ziel möglichst quantitative Aussagen über den relativen Grad der individuellen (Persönlichkeits-) Merkmalsausprägung treffen zu können.

Relativer Grad: Der Score wird mit der Vergleichsgruppe in Beziehung gesetzt.
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Psychologische Diagnostik
Warum wird der psychologische Test als wissenschaftl. Routineverfahren betrachtet?
Der Psychologische Test ist ein Routineverfahren, da er

  • bestimmten Testgütekriterien unterliegt
  • in seiner Durchführung, Auswertung und (zum Teil) auch in der Interpretation der Daten standardisiert erfolgt
  • wiederholt werden kann
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Psychologische Diagnostik
Welche drei Klassen psychologischer Tests können unterschieden werden?
  • Leistungstest (z.B. Intelligenztest, Entwicklungstest, Schultests)
  • Psychometrischer Persönlichkeitstest (z.B. Einstellungstest, klinische Tests)
  • Persönlichkeitsentfaltungsverfahren (z.B. Formdeuteverfahren, verbal-thematische Verfahren)


Einteilung nach Rolf Brickenkamp
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Psychologische Diagnostik
Was versteht man unter einem Leistungstest?
Bei einem Leistungstest müssen Aufgaben richtig gelöst werden. Es gibt also Items, die richtig oder falsch sind.

Der Leistungstest kann einzeln oder in Gruppen durchgeführt werden.

Im Leistungstest gibt es oft Speed- oder Powerkomponenten.

Beispiele: Intelligenztest, Mathetest, Entwicklungstest
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Psychologische Diagnostik
Was versteht man unter einem psychometrischen Persönlichkeitstest?
Ein psychometrischer Persönlichkeitstest ist eine Erfassung selbstbeschreibender Aussagen mit mehrstufigen Antwortskalen.

Der psychometrische Persönlichkeitstest kann als Einzel- oder Gruppentest durchgeführt werden.

Es kann hier zum Problem der sozialen Erwünschtheit kommen. Dieses beeinträchtigt aber kaum die Validität des Tests.

Beispiel: Fragebogen, Interview
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Psychologische Diagnostik
Was versteht man unter einem Persönlichkeitsentfaltungsverfahren?
Beim Persönlichkeitsentfaltungsverfahren erhält der Proband mehrdeutiges Reizmaterial zur Bearbeitung. Währen der Bearbeitung wird sein Verhalten beobachtet. Das bearbeitete Material wird ferner vom Probanden interpretiert.

Diese Verfahren ist nur in Einzeltestung möglich.

Beispiel: Rohrschachtest
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Psychologische Diagnostik
Wie gestaltet sich der diagnostische Prozess nach Jäger?
1. Fragestellung
2. Übersetzung in Fachsprache
3. Hypothese
4. Operationalisierung, Untersuchungsplanung und Durchführung
5. Auswertung und Interpretation
6. Beantwortung der Fragestellung oder neue Hypothese
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Psychologische Diagnostik
Was unterscheidet den diagnostischen Prozess von einer empirischen Untersuchung?
Im diagnostischen Prozess wird meist nur eine Person untersucht. Es wird also nur eine idiographische (einzelfallbezogene) Hypothese überprüft. Hypothesen können auch im diagnostischen Prozess erst auftauchen. In der empirischen Untersuchung müssen sie a priori aufgestellt sein.
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Psychologische Diagnostik
Welche Unterschiede gibt es zwischen klinischer und statistischer Urteilsbildung nach Auswertung diagnostischer Daten?
Klinische Urteilsbildung:
Informationsverarbeitung, die auf klinischem Erfahrungswissen basiert, also intuitiv erfolgt

Statistische Urteilsbildung:
Kombination und Gewichtung der Vorhersage-Variablen anhand von statistischen Beziehungen.

Eine Metaanalyse hat ergeben, dass das statistische Verfahren dem klinischen vorzuziehen ist.
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Arbeits- und Organisationspsychologie
Welchen Themenbereich behandelt die Arbeits- und Organisationspsychologie?
Es geht um die Gewinnung und Anwendung psychologischer Erkenntnisse in der Arbeitswelt. Die Forschungsperspektive ist also gerichtet auf das Erleben und Verhalten von Menschen in (Arbeits-) Organisationen.
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Arbeits- und Organisationspsychologie
Welche drei Bereiche behandelt die Arbeits- und Organisationspsychologie?
  • Arbeitspsychologie
  • Personalpsychologie
  • Organisationspsychologie
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Arbeits- und Organisationspsychologie
Was behandelt die Arbeitspsychologie?
Die Arbeitspsychologie befasst sich mit der Bewertung der Arbeit hinsichtlich:

  • Arbeitsanalyse (Tätigkeitsmerkmale)
  • Anforderungsanalyse (psychologische Voraussetzungen)
  • Arbeitsbedingungen (Lohngerechtigkeit)
  • Arbeitsgestaltung (z.B. Arbeitszeitmodelle)
  • äußeren Bedingungen (z.B. ergonomischer Schreibtisch)
  • Folgen der Arbeit (z.B. Verschleiß, Krankheit)


Grundlagenfach: Allgemeine Psychologie
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Arbeits- und Organisationspsychologie
Was wird in der Personalpsychologie untersucht?
In der Personalpsychologie geht es hauptsächlich um Unterschiede zwischen Personen.

Zentrale Inhalte:
  • Berufseignungsdiagnostik (Auswahl von Mitarbeitern)
  • Leistungsbeurteilung
  • Personalentwicklung


Grundlagenfächer: Differentielle Psychologie und Diagnostik
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Arbeits- und Organisationspsychologie
Was steht im Fokus der Organisationspsychologie?
Die Organisationspsychologie betrachtet die Arbeitsstätte/den Arbeitgeber (also das Unternehmen) als komplexes soziales Gebilde.

Zentrale Elemente:
  • Arbeitsmotivation und -einstellung (z.B. Arbeitszufriedenheit)
  • Führung, Arbeitsgruppen
  • Vertrauen, Konflikte
  • Organisationstheorie (Verständnis von Organisation)
  • Organisationsentwicklung (Gestaltung der gesamten Organisation)


Grundlagenfach: Sozialpsychologie
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Arbeits- und Organisationspsychologie
Welche Berufsfelder gibt es bspw. in der Arbeits- und Organisationspsychologie?
  • Berufseignungsdiagnostik
  • Organisationsentwicklung
  • Personalentwicklung
  • Coaching/Schulungen
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Pädagogische Psychologie
Welchen Aufgabenfeldern widmet sich die Pädagogische Psychologie?
Die Pädagogische Psychologie ist die Gesamtheit erfahrungswissenschaftlicher Befunde und Fragestellungen, die zum Verständnis des Menschen hinsichtlich der Erziehung führen.

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Pädagogische Psychologie
Was ist Erziehung?
Erziehung ist der Prozess der Vermittlung von Verhalten, speziell von Wissen, Fertigkeiten, Einstellungen und Werten der Gesellschaft.
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Pädagogische Psychologie
Was ist Lerntransfer?
Lerntransfer ist die Fähigkeit, eine gelernte Aufgabe auf eine andere, vergleichbare Situation zu übertragen.

Lerntransfer ist eine Kombination aus Verallgemeinern und Abstrahieren.
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Pädagogische Psychologie
Was versteht man unter positivem und negativem Lerntransfer?
Positiver Lerntransfer: Bekanntes erleichtert Neues.
Beispiel: Lateinkenntnisse erleichtern das Erlernen der Französichen Sprache

Negativer Lerntransfer: Bekanntes hemmt Neues.
Beispiel: Permanente Benutzung des Linux-Systems erschwert das Erlernen von Windows-Betriebssystemen

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Pädagogische Psychologie
Was ist Lernen?
Lernen ist ein Prozess der Entwicklung von Verhaltensänderungen und kognitiven Strukturen, die durch Erfahrung möglich gemacht wird.
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Pädagogische Psychologie
Welche Forschungsmethoden gibt es in der Pädagogischen Psychologie?
  • Einstellungs- und Persönlichkeitstests
  • Längsschnitt- und Querschnittsstudien
  • Befragungen und Interviews
  • Beobachtungen und Leistungsmessungen


Außerdem ist eine Kombination der Methoden möglich.
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Gemeindepsychologie
Welche Aufgabengebiete hat die Gemeindepsychologie?
  • Initiierung, Unterstützung, Aufrechterhaltung sozialer Änderungen
  • Planung und Durchführung von stadtteilbezogenen Interventionsmaßnahmen
  • Evaluation von Veränderungsprozessen und Internventionsmaßnahmen
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Gemeindepsychologie
Welche Ziele verfolgt die Gemeindepsychologie?
  • Verbesserung und Optimierung der Lebensqualität in Gemeinden
  • Förderung des Empowerment der Bewohnergruppen
  • Verbesserung urbaner Lebensqualität
  • Verbesserung und Prävention psychischer Probleme
  • Vorbeugung lokaler Kriminalität
  • Bekämpfung von Armut und deren Folgen
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Gemeindepsychologie
Wie hat sich die Gemeindepsychologie entwickelt?
In Großbritannien:

Entstanden in den 1960er Jahren im Zuge sozialer und politischer Bewegungen als Gegenmodell zur traditionellen Psychiatrie und klinischen Psychologie. Heute Förderung der sozialen und politischen Partizipation, der Beteiligung sozial benachteiligter Gruppen, der Stärkung der sozialen Verantwortlichkeit und des kollektiven Handelns.

Außerdem erfolgreich in den USA, Neuseeland und Lateinamerika. In Deutschland ist die Gemeindepsychologie noch kein traditionelles Anwendungsfach.
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Gemeindepsychologie
Welche Methoden werden in der Gemeindepsychologie angwandt?
Explorierung und Beschreibung sozialer Prozesse im Gemeindekontext

Aktionsforschung (scientist-practioner-model, Kurt Lewin): Klient und Forscher sind gleichwertige Experten, Phasen der Forschung, also der Datensammlung und Diagnose wechseln sich mit Aktionen ab (Interventionsplanung und -durchführung)
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Klinische Psychologie
Was sind die Forschungsbereiche der Klinischen Psychologie?
Die Klinische Psychologie untersucht Erleben und Verhalten bei psychischen Störungen sowie psychische Aspekte von somatischen Störungen und Krankheiten aller Altersgruppen.
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Klinische Psychologie
Welche Themengebiete umfasst die Klinische Psychologie?
  • Ätiologie und Bedingungsanalyse
  • Klassifikation und Diagnostik
  • Prävention, Psychotherapie + Rehabilitation
  • Epidemiologie, Gesundheitsversorgung und Evaluation
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Klinische Psychologie
Was kennzeichnet die aktuelle Klinische Psychologie nach Reinecker?
  • Konsolidierung: wissenschaftl. bewährte und fundierte Methoden zur Diagnostik und Behandlung psych. Störungen
  • Standardisierung: international verbindliche Standards zur Diagnostik und Therapie psych. Störungen
  • Differenzierung: Berücksichtigung von Persönlichkeitsmerkmalen des Klienten und Therapeuten und des Settings
  • Pluralismus: Vorliegen verschiedener Modelle und theoretischer Ansätze für die Entstehung, Aufrechterhaltung und Veränderung psych. Störungen
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Klinische Psychologie
Wie verläuft der diagnostische Prozess in der Klinischen Psychologie?
  • Beschreibung des Krankheitsbildes
  • Zuordnung zu einem Klassifikations-System
  • Erklärung der auslösenden und aufrechterhaltenden
  • Bedingungen aus bekannten Bedingungen
  • Indikation: Vorbereitung therapeutischer Entscheidungen
  • Prognose: Vorhersage des Verlaufs
  • Evaluation: Bewertung der Therapie
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Klinische Psychologie
Welche diagnostischen Leitlinien (zur Klassifikation) gibt es?
  • ICD-10: International Classification of Disease. Klinisch-diagnostische Leitlinien der WHO
  • DSM-IV-TR: Diagnostic and statistic Manual of Mental Disorder. APA (American Psychiatric Association): Systematische Beschreibung jeder Störung (verschiedene Aspekte, z.B. Alter, Verlauf, familiäres Verteilungsmuster etc.)
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Klinische Psychologie
Welche Kriterien gelten für behandlungsbedürftige psychische Störungen und Erkrankungen?
  • Es muss sich um ein momentanes Leiden handeln
  • Das Leiden muss die Person stark beeinträchtigen, mit erhöhtem Todesrisiko, Schmerz oder (der Gefahr des) Verlust der Freiheit einhergehen
  • Das Leiden kann nicht als verständliche Alltagsreaktion interpretiert werden
  • Es liegt eine verhaltensmäßige, psychische oder biologische Funktionsstörung vor

Normabweichendes Verhalten (z.B. politischer oder sexueller Art) oder Konflikte des Einzelnen mit der Gesellschaft sind keine psychischen Störungen, solange die Abweichung kein obiges Symptom darstellt.
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Klinische Psychologie
Welchen Forschungsgegenständen widmet sich die Klinische Psychologie?
  • Epidemiologischer Forschung: Häufigkeit von Krankheiten ermitteln, hier insbesondere die Inzidenz- und die Prävalenzrate untersuchen
  • Ätiologie-Forschung: Ursachenforschung, prädisponierende und aufrechterhaltende Bedingungen, hier insbesondere das biopsychosoziale Modell und die multikausale Bedingtheit
  • Psychotherapie und Interventionsforschung: Was wirkt wie warum? Hier insbesondere Prozessgeschehen, Mikroaspekte, Wirkfaktoren, die unterschiedlichen therapeutischen Schulen gemeinsam sind
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Klinische Psychologie
Was ist die Inzidenz-, was die Prävalenzrate?
Inzidenzrate: Erfassung der Neuerkrankungen an einer psych. Störung innerhalb eines bestimmten Zeitraums in einer festgelegten Bevölkerungsgruppe.

Prävalenzrate: Wie viele Erkrankungen gibt es überhaupt? Hier spiegeln sich chronische Erkrankungen, Rückfall und therapeutische Wirksamkeit wieder.
Punktprävalenz: Erfassung zu einem bestimmten Zeitpunkt
Strecken- oder Periodenprävalenz: Erfassung in einem bestimmten Zeitraum
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Klinische Psychologie
Was versteht man unter klinisch-psychologischer Intervention?
  • Prävention, Rehabilitation, Krisenintervention: Primäre Prävention: Senkung der Inzidenz psychischer Störungen, sekundäre Prävention: Senkung der Prävalenzrate, tertiäre Prävention: Reduzierung der negativen Folgen für den Betroffenen
  • Aufklärung, Ressoucenaktivierung, Beratung
  • Training, Übung
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Klinische Psychologie
Welche Bedingungen gelten für die Psychotherapie?
Ihre Wirksamkeit muss empirisch ausreichend belegt sein.

Ihre Wirkweise muss mit dem aktuellen Wissen der Psychologie vereinbar sein und theoretisch begründet werden können. (Beispiel: Heilsteine hielten dem nicht stand...)
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Klinische Psychologie
Welche (wichtigen) psychotherapeutischen Ansätze gibt es?
  • Psychoanalyse
  • kognitiv-behaviorale Therapie (Verhaltenstherapie)
  • humanistische Therapie (Gesprächstherapie, Gestalttherapie)
  • systemische Therapie: aus der Familientherapie entwickelter Ansatz, der das familiäre System als Ressource sieht, auf dem aufbauend das einzelne Mitglied sowohl seine Fähigkeiten und Stärken als auch Verhaltensstörungen entwickeln kann.
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Klinische Psychologie
Welche gemeinsamen Wirkfaktoren gibt es in den unterschiedlichen Psychotherapien?
  • Therapeut-Klient-Beziehung
  • Problemaktualisierung
  • Ressourcenaktivierung
  • Motivationale Klärung
  • Problembewältigung
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Klinische Psychologie
Was behandelt die Klinische Neuropsychologie?
  • Funktionsstörungen durch Hirnschäden
  • Neuropsychologische Grundlagen psychischer Störungen
  • Restitution, Kompensation
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Psychologische Fachverbände
Welche deutschen Fachverbände in der Psychologie gibt es?
  • DGPs: Deutsche Gesellschaft für Psychologie (gemeinnützig, beschränkte Mitgliedschaft, 15 Fachgruppen)
  • BDP: Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (16 Landesgruppen, studentische Mitgliedschaft ist möglich, 11 Fachsektionen, Deutsche Psychologenakademie)
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Psychologische Fachverbände
Welche internationalen Fachverbände in der Psychologie gibt es?
  • APA: American Psychological Association
  • EFPA: European Federation of Psychologists Associations
  • EAPP: European Association of Personality Psychology
  • STAR: Society for Stress and Anxiety Research
  • ISSID: International Society for the Study of Individual Differences
  • IUPsyS: International Union of Psychological Science
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Geschichte der Psychologie
Welche Funktionen hat Psychologiegeschichte?
  • Selbstvergewisserung: Man will sehen, wie weit man gekommen ist und möchte Argumente haben, warum weiteres Forschen notwendig ist
  • Legitimation: Überzeugung, dass es wissenschaftl. Fortschritt gibt, aus dem Verlauf der Geschichte lässt sich dieser herauslesen
  • Traditionsstiftung: Vorläufer, Wegbereiter, Gründer -> Lehrbuchgeschichte
  • Kritische Funktion: Warum wird dieser erwähnt, jener aber nicht?
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Geschichte der Psychologie
Welche Typen der Geschichtsschreibung gibt es und welche Funktion(en) haben sie jeweils?
  • Geschichte der großen Männer, Funktion: legitimatorisch, traditionsstiftend
  • Ideengeschichte (chronologischer Aufbau), Funktion: Selbstvergewisserung
  • Problemgeschichte (achronologischer Aufbau), Funktion: Selbstvergewisserung
  • Sozialgeschichte, Funktion: kritische Funktion
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Geschichte der Psychologie
Welche Forschungsmethoden gibt es in der Psychologiegeschichte?
  • non-reduktive Messverfahren: Auffinden und Analyse unabsichtlicher Quellen
  • Primär- und Sekundärquellen
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Geschichte der Psychologie
Wie ist die Seele bei Platon aufgebaut?
3 Teilseelen:

  • begehrende, versorgende (Unterleib)
  • zielstrebige, entschlossene (Brust)
  • denkende (Kopf)


Bildnis vom Wagenlenker
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Geschichte der Psychologie
Wie sieht Platon das Verhältnis Leib zu Seele?
Nach Platon ist das Leib-Seele-Verhältnis dualistisch, d.h. Seele und Körper sind zwei Wesensheiten.

Die Seele ist im Körper eingekerkert. Nur die Denkseele kann sich vom Körper befreien und ist unsterblich.
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Geschichte der Psychologie
Wie ist die Seele nach Aristoteles aufgebaut?
3 Teilseelen, wobei die Seele der Inbegriff menschlicher Kräfte und Fähigkeiten ist

  • Nährseele (Selbsterhaltung, vorhanden bei allen Lebewesen)
  • Sinnenseele (Bewusstsein, Vorstellungsvermögen, Phantasie, vorhanden bei Tieren und beim Mensch)
  • Geistseele (Logik, Denken, Vernunft, Verstand, vorhanden nur beim Menschen)


Der Aufbau der Seele ist hierarchisch.
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Geschichte der Psychologie
Ordne die fünf Grundvermögen den drei Seelenteilen des Aristoteles zu!
  • Nährvermögen: Nährseele
  • Strebevermögen: Sinnenseele
  • Bewegungsvermögen: Sinnenseele
  • Sinnesvermögen: Sinnenseele
  • Denkvermögen: Geistseele
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Geschichte der Psychologie
Wie sieht Aristoteles das Verhältnis Leib zu Seele?
Aristoteles sieht das Verhältnis Leib zu Seele weitestgehend monistisch, d.h. Leib und Seele bilden für ihn eine Einheit.

Eine Sonderstelle nimmt lediglich die Geistseele ein.
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Geschichte der Psychologie
Wie ist die Geistseele bei Aristoteles aufgeteilt?
Die Geistseele ist aufgeteilt in einen

  • wirkenden Verstand und einen
  • leidenden Verstand


Nur der wirkende Verstand, der nous poietikos ist unsterblich, da er ein Körnchen des göttlichen Äthers ist.
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Geschichte der Psychologie
Wie versteht Augustinus die Seele?
Auch bei Augustinus ist die Seele dreigeteilt:

  • anima vegetativa
  • anima irrationalis (Trieb, Wahrnehmung, Gedächtnis)
  • anima rationalis (Geist und Wille)

Die Seele ist nicht an den Leib gebunden. Sie ist unsterblich, während der Leib sterben kann. Nach dem Tode muss sie sich vor Gott verantworten (der innere Mensch).
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Geschichte der Psychologie
Welche Beziehung zwischen Leib und Seele existiert nach Augustinus?
Augustinus Überlegungen basieren auf den Lehren Platons. Seine Auffassung ist dualistisch. Seele und Körper sind getrennte Wesensheiten.
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Geschichte der Psychologie
Welche Seelenvorstellung verfolgt Thomas von Aquin?
Nach Thomas von Aquin ist die Seele zwar unkörperlich, sie gibt dem Körper aber die Form. Sie organisiert die Lebensausübung, sichert die Individualität und ist unsterblich, sobald der Körper abstirbt.

135
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Geschichte der Psychologie
Wie sieht Thomas von Aquin das Verhältnis Leib zu Seele?
Für Thomas von Aquin ist der Mensch eine Einheit aus Körper, Seele und Geist. Der Körper stirbt zwar ab, bleibt aber in der Seelenform erhalten.

Die Anschauung von Th. v. Aquin ist somit monistisch. Sie beruht auf den Lehren des Aristoteles.
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Geschichte der Psychologie
Was bedeutet "Cogito ergo sum"?
Ich denke, also bin ich.

Tatsächlich meint Descartes mit diesem Ausspruch, dass alles bezweifelt werden kann außer dem Zweifel selbst. Der Zweifel ist somit der einzig sichere Beweis der Existenz

„Da es ja immer noch ich bin, der zweifelt, kann ich an diesem Ich, selbst wenn es träumt oder phantasiert, selber nicht mehr zweifeln.“
137
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Geschichte der Psychologie
Wie versteht Descartes die menschliche Seele?
Da es für Descartes nur das Denken als Beweis der Existenz gibt, verbindet er mit Seele kein Lebensprinzip (so wie Aristoteles). Seele setzt er mit dem Denken gleich: res cogitans. Alles andere ist res extensa. Somit haben nur Menschen Seele, Tiere aber nicht. Sie sind geistlose Automaten, wie alle Körper.

Descartes Leib-Seele Verhältnis war dualistisch.
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Geschichte der Psychologie
Was versteht man unter Vitalismus - was unter Antivitalismus?
Vitalismus: Seele als Prinzip alles Lebendigen (Aristoteles)

Anti-Vitalismus: Alles lässt sich auf "tote" Stoffe zurückführen. Maschinenvorstellung des Körpers, nur physikalische Gesetzmäßigkeiten erklären Lebendiges
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Geschichte der Psychologie
Warum kann es nach Kant keine substantielle Seele geben?
Kant teilt in einen inneren Sinn (zeitlich erfahrbar) und einen äußeren Sinn (räumlich erfahrbar).

Dem inneren Sinn teilt er die Seelenlehre zu, dem äußeren Sinn die Körperlehre. Aus der Einheit der Erfahrung wird fälschlich auf eine substantielle Seele geschlossen.

Aber von einem beständigen logischen Subjekt kann man nicht auf die Beständigkeit eines realen Subjekts schließen. Anders gesagt: Materie wird als Ding an sich betrachtet, obwohl sie nur in der Erscheinung erfahrbar ist. So verhält es sich auch mit der Seele. Auch sie ist nur in der (inneren) Erscheinung erfahrbar.
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Geschichte der Psychologie
Warum kann es nach Kant keine rationale Psychologie geben?
Die Vorstellung eines „Ich“ als Subjekt des Bewusstseins folgt notwendig aus den Vorhandensein bewusster Vorstellungen, also innerer Wahrnehmung eines „ich denke“. Auf die Vorstellung „Ich denke“ wendet Kant nun die Kategorien des Aristoteles an und gewinnt so die vier Grundsätze für die rationale Psychologie:

1. Die Seele ist Substanz.
2. Sie ist ihrer Qualität nach einfach.
3. Sie ist über die Zeit numerisch-identisch, also Einheit.
4. Sie steht im Verhältnis zu möglichen Gegenständen im Raum.

Bei diesen Ergebnissen handelt es sich Kant zu Folge aber um das Ergebnis von Fehlschlüssen, bei denen übersehen wird, dass die Notwendigkeit des „ich denke“ nur darauf beruht, dass wir uns selbst unsere bewussten Vorstellungen zuschreiben. Daraus können aber keine allgemeinen Schlüsse für eine res cogitans als unabhängige Substanz gezogen werden, vielmehr ist das „ich denke“ die allgemeinste mentale Funktion, ohne dass deren Träger speziell erkennbar wäre.
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Geschichte der Psychologie
Welche Beispiele mathematischer Anwendung in der Psychologie gibt es?
Herbart: Konzept der Assoziation, Vorstellungsmechanik, Beschreibung der Kräfte und Veränderungen psychischer Zusammenhänge

Fechner: Weber-Fechnersches Gesetz, logarithmische Maßfunktion, um Urteile über Differenzen von Sinnesempfindungen mit physikalisch gemessenen Differenzen zu verknüpfen

Wundt: Physiologische Psychophyshiologie

Helmholtz: Nervenleitgeschwindigkeit

Donders: Reaktionszeitmessung
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Geschichte der Psychologie
Was versteht man unter Psychologismusstreit?
Die Auseinandersetzung zwischen empirisch orientierter psychologischer und der philosophischen Erforschung des menschlichen Bewusstseins.

Kurz gesagt: Eine Auseinandersetzung zwischen Psychologie und Philosophie.
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Geschichte der Psychologie
Welchen Ansatz verfolgte Herrmann Ebbinghaus?
Er wollte das Gedächtnis experimentell untersuchen. Dazu wollte er Fechners psychophysikalische Methode auf Gedächtnisleistungen anwenden.

Ersparnismethode: Zeit bzw. Anzahl der Wiederholungen, die erforderlich ist, um fehlerfreies Reproduzieren sinnloser Silben zu ermöglichen.
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Geschichte der Psychologie
Welche Personen verbindet man mit der Leipziger Schule?
  • Wilhelm Wundt
  • Gustav Theodor Fechner
  • Hermann Ludwig Ferdinand von Helmholtz

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Geschichte der Psychologie
Was sind die Grundzüge der Lehre Wundts?
Sog. Elementenpsychologie, Vater der experimentellen Psychologie

Ziel: Psychische Prozesse auf eine physiologische Grundlage zurückführen. Allgemeingültige Gesetze finden, analog zu den Naturwissenschaften

Zentraler Begriff: Apperzeption = Eintreten eines Bewusstseinsinhaltes in das Aufmerksamkeitsfeld

Die Apperzeption ist für Wundt als innere Willenshaltung der Prototyp aller psychischen Prozesse. Psychische Erlebnisse basieren auf Willenshandlungen. Daher auch Voluntaristische Psychologie.
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Geschichte der Psychologie
Welche Personen bringt man mit der Würzburger Schule in Verbindung?
  • Oswald Külpe (Assistent von Wundt)
  • Narziss Ach
  • Karl Bühler (Aha-Erlebnis)
  • Karl Marbe
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Geschichte der Psychologie
Welche Grundzüge und Methoden verfolgte die Würzburger Schule?
  • Akzeptanz des Unbewussten
  • Selbstbeobachtung als Grundmethode
  • Konzentration auf Denkprozesse
  • Ergebnis: Denken ist bei vorgegebenen Problemen zielgerichtet
  • Die Zielrichtung wird durch unbewusste Kräfte gesteuert
  • Diese Kräfte werden als determinierende Tendenzen bezeichnet
  • Bühler: manchmal stellt sich ein Erlebnis unmittelbaren Verstehens ein: Aha-Erlebnis
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Geschichte der Psychologie
Welche zentralen Theorien verfolgte die Grazer Schule? Wer hat sie vertreten?
Vertreter: Alexius Meinong, Christian von Ehrenfels, Vittorio Benussi, Fritz Heider

  • Von der Summe der Bestandteile sind zusammenhängende Gesamtheiten zu unterscheiden, die aus den Bestandteilen allein nicht zu erklären sind
  • Gesamtheiten: Komplexionen (Meinong)
  • Erst durch die Produktion entsteht beim Betrachter der ganzheitliche Eindruck
  • Ehrenfels: Übersummenhaftigkeit, Transponierbarkeit anhand einer Melodie erklärt
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Geschichte der Psychologie
Welche zentralen Theorien verfolgte die Frankfurter/Berliner Schule der Gestaltpsychologie? Wer waren ihre Vertreter?
Vertreter: Max Wertheimer, Kurt Koffka, Wolfgang Köhler

  • Gestalten sind ursprünglich, sie sind Grundeinheiten des Seelenlebens
  • Phi-Phänomen: Eindruck einer Scheinbewegung (zu schnell: Simultanität, zu langsam: Sukzessivität)
  • Köhler zeigte die Fehlerhaftigkeit der Sinnespsychologie von Helmholtz (bekannt auch für seine Schimpansenversuche); eine richtige Lösung tritt nicht zufällig, sondern plötzlich auf. Ziel und Hilfsmittel bilden Gestalt (Erkenntnis dieser Gestalt = Einsicht)
  • Koffka: Wahrnehmungen sind nicht von Empfindungen ableitbar; auch das Handeln wird vom Gestaltprinzip bestimmt
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Geschichte der Psychologie
Welche Vertreter der Leipziger Schule der Ganzheitspsychologie sind bekannt und welche Theorien vertraten sie?
Vertreter: Narziss Ach, Erich Jaensch, Felix Krueger (Wundt-Schüler)

  • Felix Krueger ging von Gefühlstheorie aus. Gefühle haben Gestaltqualität
  • Aktualgenese: Entstehung von Gestalterlebnissen aus diffusen Vorgestalten (Gestaltkeime)


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Geschichte der Psychologie
Welche charakteristischen Grundzüge finden sich in der Feldtheorie wieder?
1. Die konstruktive Methode: Übergang von klassifizierenden zu konstruierenden Methode
2. Dynamischer Ansatz: Entwicklung von Methoden zur Entschlüsselung der dem Verhalten zugrunde liegenden Kräfte
3. Psychologischer Ansatz: Feld wird in der Art und Weise beschrieben, in der es für das Individuum zu der gegebenen Zeit existiert
4. Ausgang von der Analyse der Gesamtsituation
5. Verhalten ist eine Funktion des gegenwärtigen Feldes
6. Mathematische Darstellung psychologischer Situationen
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Geschichte der Psychologie
Wer gilt als Begründer der Feldtheorie?
Kurt Lewin
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Geschichte der Psychologie
Welche Konfliktfälle unterscheidet die Feldtheorie?
  • Appetenz-Appetenz-Konflikt
  • Aversions-Aversions-Konflikt
  • Appetenz-Aversions-Konflikt
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Geschichte der Psychologie
Wie lautet die "Formel" der Feldtheorie?
V = f(P,U)

Verhalten ist eine Funktion der Person und der Umwelt
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Geschichte der Psychologie
Was sind nach Lewin die drei Säulen der Aktions- oder Handlungsforschung?
  • Forschung
  • Intervention
  • Training


Merkhilfe: FIT und Aktiv (Aktions-/Handlungsforschung)
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Geschichte der Psychologie
Wer sind die Vertreter der kulturhistorischen Schule?
Lurija, Leontjew und Wygotski
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Geschichte der Psychologie
Welches Ziel verfolgte die kulturhistorische Schule?
Die Verbindung des experimentellen und historischen Vorgehens.

Die gesamte Lebenstätigkeit des Menschen und die Entwicklung der Lebewesen müsse berücksichtigt werden, um menschliche Orientierungen zu verstehen.

Vygotskij: Denken und Sprechen haben verschiedene phylogenetische Wurzelen, Entwicklung des Kindes verläuft vom sozialen zum individuellen
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Leib-Seele-Problem
Was versteht man unter dem Leib-Seele-Problem?
Erst wenn die Seele unkörperlich ist, kommt es zum Leib-Seele-Problem. Denn dann stellt sich die Frage: Wie verkehren denn Leib und Seele miteinander?
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Leib-Seele-Problem
Was versteht man unter Kausalgesetz, Kausalprinzip und Determinismus?
Kausalprinzip: Jedes Ereignis hat eine Ursache (die wiederum selbst Ereignis ist)
Kausalgesetz: Verallgemeinerung des Kausalprinzips: Immer dann, wenn U, dann notwendigerweise W
Determinismus: lückenlose Kausalkette, das gesamte Universum ist kausal geschlossen
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Leib-Seele-Problem
Was ist das Trilemma im Kontext der mentalen Verursachung?
1. Mentale Zustände bewirken Veränderung in der physischen Welt
2. Die physische Welt ist kausal geschlossen.
3. Dann müssten mentale Zustände aber kausal wirkungslos sein.
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Leib-Seele-Problem
Welche Grundpositionen zum Leib-Seele-Problem gibt es?
  • Dualismus
  • Monismus, non-reduktiver Physikalismus
  • Monismus, reduktiver Physikalismus
  • Monismus: eliminativer Physikalismus
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Leib-Seele-Problem
Welche Grundposition vertritt der Dualismus?
Mentales und Physisches sind unabhängig voneinander. Mentales hat eine kausale Wirkung auf Physisches (Modell der mentalen Verursachung nach Detel)
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Leib-Seele-Problem
Welche Grundposition vertritt der non-reduktive Physikalismus?
Mentales ist vom Physischen abhängig, aber nicht komplett auf Physisches reduzierbar.

Findet sich wieder im:
  • Funktionalismus: Mentales besitzt eine Teilautonomie dem Physischen gegenüber
  • Epiphänomenalismus: Mentales hat eine Ursache, aber besitzt keine Wirkung auf andere Ereignisse
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Leib-Seele-Problem
Welche Grundposition vertritt der reduktive Physikalismus?
Entstanden aus dem Epiphänomenalismus (Mentales hat eine Ursache, ist aber selbst keine)

Mentales ist vom Physischen abhängig und komplett auf Physisches reduzierbar.

Daraus ergeben sich drei Gehirn-Geist-Probleme (nach Detel):
  • Verhältnis Gehirn - psychologische Ebene
  • Verhältnis Gehirn - phänomenale Ebene
  • Verhältnis Gehirn - repräsentationale Ebene
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Leib-Seele-Problem
Welche Grundposition vertritt der eliminative Physikalismus?
Es existiert nur Physisches. Purer Materialismus.
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Leib-Seele-Problem
Welche Kritik lässt sich an monistischen Positionen üben?
  • Was ist das nicht-reduzierbare im non-reduktiven Physikalismus? Wenn die Arbeit vom physischen erledigt wird, ist das nicht-reduktive bedeutungslos. Nur, woher kommt es dann?
  • Der non-reduktive Physikalismus ist nur eine Variante des Epiphänomenalismus und damit doch reduktiv: Wenn etwas kausal wirkungslos ist, lässt es sich nur auf die Ursache zurückführen.
  • Funktionalismus: Die Teilautonomie wird als Menge von mentalen Funktionen beschrieben, wie Computerprogramme. Aber so lässt sich alles beschreiben, was sich auch als Programm beschreiben lässt: Mentale Eigenschaften einer Kaffeemaschine?
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Leib-Seele-Problem
Was ist das eleatische Vorurteil? Welche Kritik lässt sich daran üben?
Das eleatische Vorurteil postuliert Physisches als wirklicher als Psychisches.

Beides wird aber als Wirkliches erfahren.

Das eleatische Vorurteil beruht (auch) auf einem Scheckbuchargument: Künftige Erkenntnisse werden zeigen, dass es Mentales nicht gibt.

Wenn man Mentales verneint und diese Behauptung als wahr postuliert, was macht man dann? Das Behaupten, etwas sei wahr ist ein durch und durch mentaler Prozess!
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Leib-Seele-Problem
Was besagt das Konzept der Abwärtsverursachung?
In komplexeren Systemen entstehen durch die Interaktion der Systemelemente kausale Kräfte, die nicht durch die einzelnen Elemente allein erklärbar sind.
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Leib-Seele-Problem
Was versteht man unter einem kausalen Filter?
Nur bestimmte Eigenschaften haben in einer Relation zwischen x und y einen kausalen Effekt.

Beispiel: klein, schwarz, beweglich bewirkt beim Frosch das Schnappen.

Das Mentale (die Repräsentation des kausalen Filters) bewirkt die physische Reaktion (Schnappen).
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Paradigmen der Psychologie
Was ist ein Paradigma?
Ein wissenschaftliches Leitbild.
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Paradigmen der Psychologie
Welche Sub-Paradigmen gibt es in der Psychoanalyse?
  • psychodynamische Paradigmen
  • tiefenpsychologische Paradigmen
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Paradigmen der Psychologie
Welche drei Funktionen erfüllt die Psychoanalyse?
  • Persönlichkeitstheorie
  • Untersuchungsmethode
  • Therapiemethode (auch Tiefenhermeneutik)
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Paradigmen der Psychologie
Wer ist die Leitfigur der Psychoanalyse? Welche zentralen Forschungsbereiche behandelt die Psychoanalyse?
Zentrale Person: Sigmund Freud

Psychoanalyse beschäftigt sich mit:
  • bei den aktuellen Prozessen mit der (unbewussten) Motivation
  • Verhalten und Erleben ergibt sich aus Dispositionen (Charakterzügen), die auf die drei Instanzen des psych. Apparats und hier insbesondere auf frühkindliche Erfahrungen zurückgeführt werden
  • Situative Faktoren spielen kaum eine Rolle
  • Es gibt angeborene Triebe
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Paradigmen der Psychologie
Als was wird der Mensch im psychoanalytischen Paradigma verstanden?
Der Mensch ist ein Energiesystem, dessen Basis angeborene Triebe sind:  der Sexual- und der Aggressionstrieb (Eros und Thanatos). Er zielt auf Spannungsreduktion dieser Triebe ab, um wieder einen Gleichgewichtszustand herzustellen.

Es gibt zwei (drei) psychische Regionen: Unbewusstsein, (Vorbewusstsein) und Bewusstsein
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Paradigmen der Psychologie
Was ist der psychische Apparat?
Der psychische Apparat ist ein Strukturmodell der Persönlichkeitstheorie. Er besteht aus:

  • Es
  • Ich
  • Über-Ich
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Paradigmen der Psychologie
Was findet sich im Es wieder?
  • unbewusste Impulse des Sexual- und Aggressionstriebs, die auf Lustgewinn drängen (Lustprinzip)
  • primärprozesshaftes Denken (impulsiv, alogisch)
  • genetische Triebe
  • keine Moralvorstellung, es existiert weder Gut noch Böse
  • verdrängte Konflikte, die aus dem Ich ins Es geschoben wurden und die die Tendenz haben, bewusst zu werden
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Paradigmen der Psychologie
Was findet sich im Ich wieder?
  • Es im Kontakt mit der Realität (Rindenschicht) = Ich
  • sekundärhaftes, logisches Denken (Realitätsprinzip)
  • bewusste Funktionen wie Wahrnehmen, Denken
  • vorbewusste Funktionen (bewusstseinsfähige Funktionen)
  • Aufgabe: Selbsterhaltung
  • Kompromisse zwischen Es und Realität und den Anforderungen des Über-Ichs
  • Kontrolle kann verloren werden, wenn Es mit einem durchgeht...
  • Abwehrmechanismen
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Paradigmen der Psychologie
Was findet sich im Über-Ich wieder?
  • moralische Gebote und Verbote (Einfluss der Eltern)
  • Wertvorstellungen, die man im Laufe der Sozialisation erwirbt
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Paradigmen der Psychologie
Was bezeichnet Freud als die dritte Kränkung der Menschheit?
Die Entdeckung des Unbewussten (durch ihn natürlich).

These: Unser Denken, Fühlen und Handeln wird in erster Linie durch unbewusste Prozesse beeinflusst und nicht so sehr durch bewusstes Planen oder Denken.

Die 1. Kränkung war die Tatsache, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Weltalls ist (Copernicus, Kepler, Galileo und andere).
Die 2. Kränkung ist die Tatsache, dass der Mensch aus der Tierreihe hervorgegangen ist (Charles Darwin und andere).

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Paradigmen der Psychologie
Welche Abwehrmechanismen kennt das Ich?
  • Verdrängung (ins Es)
  • Reaktionsbildung (Betonung des Gegenteils)
  • Projektion (Zuschreiben nicht-akzeptabler Impulse an Gegenüber)
  • Regression (Rückfall auf eine frühere Entwicklungsstufe)
  • Rationalisierung (Rechtfertigung eines problematischen Verhaltens)
  • Verschiebung (Triebimpuls wird auf weniger bedrohliches Objekt verschoben)
  • Sublimierung (Umwandlung der Triebenergie in sozial und kulturell hoch bewertete Handlung, z.B. Kunstwerk)
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Paradigmen der Psychologie
Wie entwickelt sich nach Freud die Sexualität?
Psychosexuelle Phasen:
  • Orale Phase: Mund ist erogene Zone
  • Anale Phase: Lustgewinn durch Zurückhalten oder Loslassen von Exkrementen
  • Phallische Phase: Lustgewinn durch Stimulation der Genitalien

Die frühkindliche Sexualentwicklung endet mit dem Ödipuskomplex (bei Jungen) bzw. dem Elektrakomplex/Penisneid (bei Mädchen).

Dadurch setzt eine Identifikation mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil ein, das zur Entwicklung des Über-Ichs führt.

Nach der Latenzzeit wird die Entwicklung der Sexualität in der Pubertät mit der genitalen Phase wieder aufgenommen.
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Paradigmen der Psychologie
Welche Kritikpunkte kann man gegen die Sexualentwicklung nach Freud einbringen?
Das Modell ist stark sexistisch und diskriminierend. Freud geht davon aus, dass Mädchen kein so starkes Über-Ich wie Jungen entwickeln können. Außerdem lassen sich Minderwertigkeitsgefühle bei Mädchen nicht auf einen fehlenden Penis zurückführen, sondern auf die ständige, vergangene und anhaltende Benachteiligung von Frauen und Mädchen im sozialen und gesellschaftlichen Leben. (Karen Horney)

Es gibt keinen empirischen Beleg für die psychosexuelle Stufenlehre.
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Paradigmen der Psychologie
Wer entwickelte die Individualpsychologie und was waren ihre Grundzüge?
Gründer: Alfred Adler (abtrünniger Freud-Schüler)
Beeinflusst von: Nietzsche (Minderwertigkeitsgefühl) und Vaihinger (Fiktionalismus), Smuts (Holismus)

  • Menschen streben nach Glück, Gemeinschaft und Vollkommenheit
  • Schlagworte: Minderwertigkeitskomplex, Machtstreben, männlicher Protest
  • Dem Gefühl der Minderwertigkeit kann niemand entgehen
  • Minderwertigkeit hat ihren Ursprung auch in der Umgebung/Erziehung
  • Menschenbild: holistisch, dynamisch-zielorientiert
  • Mensch möchte von der Minus zur Plus-Lage wechseln
  • Überkompensation: Kompensationen, die zu überdurchschnittlichen Leistungen führen
  • Neurose = sinnlose, unrealistische Überkompensation

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Paradigmen der Psychologie
Wer entwickelte die Analytische Psychologie und was waren ihre Grundzüge?
Gründer: C.G.Jung (abtrünniger Freud-Schüler)

  • Bezugnahme auf Mystik
  • Libido ist für ihn allgemeine Lebensenergie
  • individuelles Unbewusstes ist für Jung in kollektives Unbewusstes eingebettet
  • zentrale Stellung von Traumsymbolen
  • wichtiger Begriff: Archetypus (vererbte Instinkte)
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Paradigmen der Psychologie
Was versteht man unter Ich-Psychologie?
Weiterentwicklung der Psychoanalyse

Vertreter: Heinz Hartmann, Erik Erikson

Ich ist stärker autonom.
Ich entwickelt sich von Beginn an als eigene Instanz (nicht als Randschicht).
Ich entwickelt sich in der gesamten Lebensspanne.
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Paradigmen der Psychologie
Was versteht man unter Objektbeziehungstheorien?
Weiterentwicklung der Psychoanalyse

Vertreter: Melanie Klein, Otto Kernberg, Heinz Kohut

Psychischer Apparat ist ein intrapsychisches Modell.
Seine Behandlung mit Übertragung und Gegenübertragung ist ein interpsychisches Modell.

Die Lücke wird mit Objektbeziehungstheorien geschlossen.
Bedürfnis des Subjekts, sich auf Objekte zu beziehen.
Bindungsverhalten wird als evolutionsbiologisch verankert eingestuft.
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Paradigmen der Psychologie
Was ist freie Assoziation?
Die freie Assoziation ist eine Methode der Psychoanalyse. Der Patient liegt auf der Couch und sagt, was ihm durch den Kopf geht. Dies soll die Regression fördern.

Kritik: Es kann zum Problem der Verstärkung durch den Analytiker kommen.
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Paradigmen der Psychologie
Was sind Träume im psychoanaltischen Paradigma?
Träume sind der Königsweg der Methodik, weil in ihnen die Erfüllung unbewusster, sexueller Triebe zum Ausdruck kommt. Allerdings nur mittelbar.

Manifester Trauminhalt: das, woran man sich erinnert
Latenter Trauminhalt: muss aus dem manifesten Trauminhalt entschlüsselt werden

Kritik: empirische Studien haben keine Verschiebung latenter zu manifesten Trauminhalten ergeben
189
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Paradigmen der Psychologie
Wie verläuft die psychoanalytische Therapie?
Das Couch-Setting soll Unbewusstes aus dem Es hervorholen. Der Patient soll die verdrängten Konflikte aufarbeiten und auf den Therapeuten übertragen. (Katharsis-Hypothese)

Dabei darf keine Gegenübertragung vom Therapeuten auf den Patienten stattfinden. Daher muss jeder psychoanalytische Therapeut zunächst selbst eine Psychoanalyse durchlaufen.
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Paradigmen der Psychologie
Welche Kritik übt der kritische Rationalismus an Freuds Methodik?
  • Freuds theoretische Annahmen sind durch seine Methodik nicht falsifizierbar und zudem beinahe immun
  • alle empirischen Reaktionen können als eine Bestätigung der Hypothesen interpretiert werden
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Paradigmen der Psychologie
Welche Persönlichkeiten sind mit der Psychoanalyse assoziiert?
  • Alfred Adler (Individualpsychologie)
  • C.G. Jung (Analytische Psychologie)
  • Karen Horney
  • Melanie Jung
  • Erik Erikson, Heinz Hartmann (Ich-Psychologie)
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Paradigmen der Psychologie
Wie lässt sich der Kerngedanke des behavioristischen Paradigmas beschreiben? Wer war der Gründer?
Gründer: John B. Watson

Der Behaviorismus versteht Psychologie als Naturwissenschaft vom Verhalten. Im Deutschen wird auch von Verhaltenspsychologie oder von Verhaltenstheorien gesprochen.
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Paradigmen der Psychologie
Welche Begriffe, Überzeugungen und Methoden werden im Behaviorismus abgelehnt?
Begriffe: Seele, Bewusstsein, Geist, Erleben (mentales Vokabular)

Überzeugung: Bewusstseinspsychologie, nach der die grundlegenden Daten der Psychologie aus dem Innenleben, dem bewussten Erleben stammen

Methode: Introspektion

Die Ablehnung wird aus einem bestimmten Verständnis von Naturwissenschaft heraus begründet: Die Innenwelt kann nicht Gegenstand einer naturwissenschaftlichen Methodik sein.
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Paradigmen der Psychologie
Welcher zentrale Begriff prägt den Behaviorismus und wie wird er erklärt?
Zentraler Begriff ist das Verhalten.

Verhalten kann von außen beobachtet und objektiv registriert werden.
Dabei ist Verhalten körperliche Veränderung jeder Art.

Beispiele: Reflexe, Gestik, Sprache, physiologische Veränderung (Pulsschlag), Speichelfluss

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Paradigmen der Psychologie
Wie lässt sich nach dem Behaviorismus eine Verhaltensänderung herstellen?
Veränderungen im Verhalten lassen sich durch Reize bewirken.

Beispiel: Ton führt zum Drehen des Kopfes, Geruch bewirkt Speichelfluss
196
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Paradigmen der Psychologie
Welche Grundbegriffe verwendet der Behaviorismus, um Verhalten zu erklären?
Reiz und Reaktion

Im Englischen S (Stimulus) und R (Response)
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Paradigmen der Psychologie
Auf welchen erkenntnis- und wissenschaftstheoretischen Aspekten beruht der Behaviorismus?
  • erkenntnistheoretischer Empirismus führt zu konsequentem Antimentalismus (im radikalen Behaviorismus)
  • Vermeidung eines metaphysischen Standpunkts
  • Elementarismus
  • Mechanismus
  • Antiintrospektionismus
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Paradigmen der Psychologie
Welche Methoden werden im Behaviorismus angewandt?
  • nur objektive Beobachtungs- und Messverfahren
  • Operationalisierung ( = Übersetzung psychischer Begriffe in objektive Beobachtungsbegriffe)
  • objektive Beobachtung von Reiz-Reaktions-Kovariationen
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Paradigmen der Psychologie
Wie wird Verhalten im Behaviorismus definiert?
Verhalten ist ein Muster aus Reaktionen, das dazu dient, sich den Reizen der Umgebung anzupassen.

Bedeutung: Auf die Umweltreize hin müssen die entsprechenden Reaktionen gelernt werden.
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Paradigmen der Psychologie
Was ist klassische Konditionierung und wer hat sie begründet?
Begründer: Iwan Pawlow

In der klassischen Konditionierung wird ein ursprünglich neutraler Reiz mit einem Reiz gekoppelt, der eine angeborene Reaktion hervorruft. Nach mehrmaligem Wiederholen wird der neutrale Reiz zu einem bedingten Reiz, d.h. er ruft nun für sich allein die angeborene Reaktion hervor.

Unbedingter Reiz (UCS oder US) = Reiz, der ohne vorangegangenes Lernen eine Reaktion hervorruft
Unbedingte Reaktion (UCR oder UR) = angeborene Reaktion, die durch den unbedingten Reiz hervorgerufen wird
Neutraler Reiz (NS) = Reiz, der zu einer unspezifischen Reaktion führt
Bedingter, konditionierter Reiz (CS) = ursprünglich neutraler Reiz, der aufgrund der Kopplung mit einem unbedingten Reiz eine gelernte (bedingte, konditionierte) Reaktion (CR) hervorruft
.
201
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Paradigmen der Psychologie
Wie funktioniert Löschung in der klassischen Konditionierung? Ist sie endgültig?
Löschung (Extinction):

Wird der bedingte Reiz (CS) wiederholt ohne nachfolgenden unbedingten Reiz (US) dargeboten, so wird die Reaktion (CR) immer schwächer und bleibt schließlich ganz aus.

Eine wirkliche Löschung gibt es aber nicht, lediglich eine Abschwächung. Es kann bei erneuter Koppelung von CS und US zu einer spontanen Erholung kommen.

Weitere Möglichkeit: Gegenkonditionierung
202
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Paradigmen der Psychologie
Was versteht man in der klassischen Konditionierung unter Generalisierung, was unter Diskriminationsleistung?
Generalisierung: Die Generalisierung bzw. der Generalisierungseffekt ist ein Prozess, bei dem der Organismus auch auf Reize reagiert, die dem konditionierten Reiz ähneln; es bedarf keiner zusätzlichen Konditionierung für jeden ähnlichen Reiz.

Diskriminationsleistung: Diskrimination bezeichnet den Prozess, welcher der Reizgeneralisierung entgegenwirkt. Der Organismus lernt nur auf spezifische Reize zu reagieren und diese von ähnlichen zu unterscheiden.
203
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Paradigmen der Psychologie
Was ist operante Konditionierung und wer ist ihr Begründer?
Begründer: Thorndike und Skinner

Die operante Konditionierung beruht auf zwei Prinzipien:

  • Lernen durch Versuch und Irrtum (trial and error - Thorndike)
  • Lernen am Erfolg (Effektgesetz - law of effect)

Die Wahrscheinlichkeit einer bestimmten Reaktion auf einen zufälligen Reiz hin erhöht sich, wenn diese Reaktion verstärkt wird, d.h. belohnt wird.

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Paradigmen der Psychologie
Wie definiert der Behaviorismus Lernen?
Lernen umfasst im Grunde das Gedächtnis und das Denken.

Lernen besteht daher

  • in der Prädiktion (Vorhersage) von Reizen durch Reize (Kontiguität)
  • in der Prädiktion von Effekten durch Reaktionen (operants) (Kontingenz)

Beispiel Kontiguität: (Ich weiß, habe gelernt, dass...) Es gibt Nahrung, wenn ein Ton erklingt.

Beispiel Kontingenz: (Ich weiß, habe gelernt, dass...) Es gibt Nahrung, wenn ich dieses oder jenes Verhalten an den Tag lege oder vermeide.
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Paradigmen der Psychologie
Was versteht man im Behaviorismus unter Kontiguität?
Kontiguität beschreibt die räumliche und zeitliche Nähe des Auftretens von

  • zwei Reizen
  • von Reiz und Reaktion

Beispiel erster Fall: Gong und Hundefutter, Lärm und Ratte
Je enger die Reize zusammenfallen, umso wahrscheinlicher bildet sich eine kondtionierte Reaktion

Beispiel zweiter Fall: operante Konditionierung (instrumentelles Lernen, Reinforcement-Theorie), Ratte und Labyrinth
Je zeitnäher die Belohnung (Reiz) auf das Verhalten (erwünschte Rektion) erfolgt, umso wahrscheinlicher ist ein Lernprozess

Beruht auf Erkenntnissen Edwin Guthries.
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Paradigmen der Psychologie
Was versteht man im Behaviorismus unter Kontingenz?
Kontingenz beschreibt die konsistente (immer wenn, dann) Beziehung zwischen der Reaktion und dem folgenden Reiz.

Kontingenz bedeutet also die (Erkenntnis der) enge Verbundenheit zweier oder mehrerer Ereignisse.

Beispiel: Immer dann, wenn die Ratte den Weg aus dem Labyrinth findet, erhält sie eine Belohnung.
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Paradigmen der Psychologie
Was versteht man im Behaviorismus unter Verstärker?
Verstärker (Reinforcement) sind Ereignisse, die in kontingenten (wenn-dann) Beziehungen auftreten und zu einer Verfestigung der gewünschten Reaktion führen.

Zurückzuführen auf Erkenntnisse von Clark Hull.
208
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Paradigmen der Psychologie
Was ist im Behaviorismus das Kontingenzschema?
Das Kontingenzschema beschreibt die Wirkung von Verstärkern.

  Erteilung Entzug
Positive Konsequenz Positive Verstärkung: Hoffnung auf Belohnung Indirekte Bestrafung: Enttäuschung wegen Nichtbelohnung
Negative Konsequenz Direkte Bestrafung: Furcht vor Strafe Negative Verstärkung: Erleichterung wegen Nichtbestrafung

Rot: kaum wirksame Verstärkung
Schwarz: mäßig wirksame Verstärkung
Grün: wirksame Verstärkung
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Paradigmen der Psychologie
Was ist die sog. Skinner Box?
Die Skinner-Box ist ein abgeschlossener Kasten, in dem ein Versuchstier für bestimmte Verhaltensweisen nach einem bestimmten Schema mit Futter belohnt, d.h. die Reaktion verstärkt wird.
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Paradigmen der Psychologie
Welche Kritik übte Albert Bandura an der klassischen und operanten Konditionierung?
  • gleiche Reize führen eben nicht stets zu gleichen Reaktionen
  • Verstärkung wirkt nicht automatisch, stets ist das Bewusstsein beteiligt
  • gelernt wird, wenn der Mensch erkennt, dass Ereignisse zusammenhängen
  • gelernt wird z.B. durch Beobachtung von Erfolg und Misserfolg bei anderen


Bandura: Theorie des sozialen Lernens
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Paradigmen der Psychologie
Was versteht man im Behaviorismus unter Organismus als black box?
Der Organismus wird als leer verstanden, als tabula rasa.
Daher spielen im Behaviorismus kaum angeborene Faktoren eine Rolle. Erst die Umwelt prägt den Organismus (Environmentalismus).
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Paradigmen der Psychologie
Welche Ansätze vertritt der Neobehaviorismus?
  • Organismus ist keine black box
  • vielmehr ist der Organismus eine intervenierende Variable zwischen Reiz und Reaktion (S -> O -> R)
  • intervenierende Variable sind hypothetische Konstrukte, z.B. auch Gedächtnis oder Motive
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Paradigmen der Psychologie
Was versteht man unter Konzept der Mediation?
  • kennzeichnend für den Neobehaviorismus
  • zwischen äußeren Reiz und äußere Reaktion treten vermittelnde innere Reize und innere Reaktionen
  • entstand mit der Erforschung verbaler und denkbasierter Lernprozesse
  • Annäherung an die Kognitionswissenschaft
  • Osgood und Bousfield: represential response


Beispiel: Beim Lernen sinnloser Silbenpaare assozieert man diese mit sinnvollen Wörtern oder bildet sinnvolle Obereinheiten
214
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Paradigmen der Psychologie
Welche Kritik übte der Neobehaviorist C. Tolman an der klassischen Lerntheorie?
Nach Tolman erfolgt Verstärkung nicht automatisch, sondern ist kognitiv vermittelt.

Durch Erfahrung werden Strukturen gebildet (cognitive maps) und in der entsprechenden Situation aktiviert.

Verhalten lässt sich außerdem nicht in möglichst kleine molekulare Einheiten zerlegen, Verhalten sei vielmehr molar (haben also Gestaltqualität!).
Molar sind bspw. die Verhaltensweisen Suchen oder Orientieren.
215
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Paradigmen der Psychologie
Mit welchem Kritikpunkt brach Noam Chomsky die Dominanz des (Neo-) behaviorismus?
Noam Chomsky wies nach, dass es nicht möglich ist, mit einer verbalen Verhaltenstheorie im Sinne Skinners die Syntax menschlicher Sprachen als Grundlage der Kompetenz zu erklären, noch nie gehörte Sätze zu verstehen und zu produzieren.
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Paradigmen der Psychologie
Welche Gemeinsamkeit teilen Behaviorismus und Psychoanalyse?
Beide gehen von einem deterministischen Menschenbild aus.

Psychoanalyse:
Die determinierenden Einflussgrößen sind angeborene unbewusste Triebe und Motive.

Behaviorismus:
Die determinierenden Einflussgrößen sind unbewusst kontrollierende Reiz-Reaktionsverhältnisse der Umwelt.
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Paradigmen der Psychologie
In welchen Punkten widersprechen sich (klassischer) Behaviorismus und Ethologie?
Behaviorismus:

  • Es gibt kein angeborenes Verhalten bei Mensch und Tier.
  • Daher spielen auch evolutionäre Überlegungen keine Rolle.

Allerdings untersuchten die Behavioristen wenige Tiere fast ausschließlich unter Laborbedingungen. Eine Generalisierung der Ergebnisse ist schwer möglich, wurde aber getroffen.

Ethnologen untersuchen im Feld und sind zurückhaltender, was Generalisierung angeht.
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Paradigmen der Psychologie
Welche Kritik lässt sich am Behaviorismus üben?
Kritik:

  • einseitige Sprachregelungen  und methodische Vorschriften waren zu rigide
  • die Übersetzung mentaler Ausdrücke gelang nicht (z.B. Absicht)
  • interessante Phänomene fielen dem Elementarismus zum Opfer (z..B. tierisches Navigationsverhalten, menschliche Sprache)
  • der Neobehaviorismus ist ein Eingeständnis dafür, dass zur Erklärung menschlichen Verhaltens mentale Begriffe notwendig sind, z.B. Dispositionen wie "freundlich" oder "aggressiv"
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Paradigmen der Psychologie
Welche Fortschritte brachte der Behaviorismus in die Psychologie mit ein?
Fortschritte:

  • geschärftes Methodenbewusstsein
  • Annahmen über mentale Prozesse und Strukturen müssen fundiert geprüft werden
  • Schranke gegen den unkritischen Mentalismus
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Paradigmen der Psychologie
Wie wird der Mensch im kognitionswissenschaftlichen Paradigma verstanden?
Der Mensch ist im kognitionswissenschaftlichen Paradigma ein informationsverarbeitendes System. Er nimmt Input selektiv auf und enkodiert ihn bedürfnisgerecht. Entsprechend wird der Input intern repräsentiert und daraufhin ein bestimmter Output produziert.
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Paradigmen der Psychologie
Welche Analogie wird im kognitionswissenschaftlichen Paradigma gebildet?
Der Geist wird als Computermodell verstanden. Unterschieden wird zwischen Hardware (Gerhirn) und Software (Geist).
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Paradigmen der Psychologie
Was versteht man unter Kognition?
Kognition ist ein Sammelbegriff für alle geistigen bzw. mentalen Prozesse des Menschen. Kognition bezeichnet informationsverarbeitende Prozesse unabhängig vom materiellen Stubstrat.

Kritik: embodied cognitive science (Gibbs, 2006) -> natürliche Intelligenz ist nicht unabhängig vom Substrat
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Paradigmen der Psychologie
Wer gilt als Pionier und Wegbereiter des Kognitivismus?
Alan Turing

Mit seinem Turing-Test sollte festgestellt werden, ab wann ein Computer als intelligent gelten kann. Dies ist dann der Fall, wenn ein realer Mensch nicht mehr unterscheiden kann, ob Antworten von einem Computer oder von einem Menschen gegeben werden.

Der Turing-Test ist in der Informatik bedeutend für die Erforschung der AI (artificial intelligence, künstliche Intelligenz).

Kritik: Chinesisches Zimmer (Searle)

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Paradigmen der Psychologie
Welchen Fragen und Forschungsgegenständen widmet sich die Kognitionswissenschaft?
  • Wie funktioniert der Geist?
  • Wissenserwerb und -nutzung
  • Studium mentaler Repräsentation
  • Entwicklung einer allgemeinen Theorie der Intelligenz
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Paradigmen der Psychologie
Was versteht man in der kognitiven Psychologie unter CRUM?
CRUM (gesprochen kramm)

Computational-representational understandig of mind
(Thagard, 1999)

Die allgemeinste und grundlegendste Hypothese der Kognitionswissenschaft

Programm/Computer Geist/Gehirn
Datenstrukturen + Algorithmen = aktive Programme Mentale Repräsentation + computationale Prozesse = Denken
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Paradigmen der Psychologie
Wie erklärt CRUM, warum Menschen ein bestimmtes intelligentes Verhalten zeigen?
  • Menschen haben mentale Repräsentationen
  • Menschen wenden algorithmische Verfahren an, die mit diesen Repräsentationen arbeiten
  • Das Verfahren, angewendet auf die Repräsentationen, produziert das Verhalten
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Paradigmen der Psychologie
Welche Modelle können die Informationsverarbeitung in der kognitiven Psychologie erklären?
  • symbolorientierte Modelle: Informationen werden durch Symbole und Symbolstrukturen repräsentiert
  • konnektionistische Modelle: Informationen werden als Aktivierungsmuster repräsentiert (Knoten eines neuronalen Netzes)
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Paradigmen der Psychologie
Was versteht man in der kognitiven Psychologie unter Schema?
Schema ist eine abstrahierte Wissensstruktur, die einen Teil eines Stimulusgebiets in Form von aufeinander bezogenen Kategorien repräsentiert (stereotype Information).

Kategorie = Klasse von Reizen mit bestimmten gleichen Merkmalen

Es wird verglichen, ob ein Stimulus in ein Schema passt (matching). Falls ja, wird das Schema aktiviert. Ansonsten wird nach einem anderen Schema gesucht.

Bsp: Restaurantskript.
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Paradigmen der Psychologie
Wie könnte man einen Hund nach konnektionistischem Modell erkennen?
Der Hund aktiviert keinen bestimmten Knoten "Hund", sondern ein Aktivierungsmuster von miteinander vernetzten Knoten.  Manche dieser Konten sind exzitatorisch, d.h. aktivierend (z.B. hat vier Beine, wedelt mit dem Schwanz), manche sind inhibitorisch, d.h. hemmend (hat keine Flügel).

Aus der Anwendung der sich ausbreitenden Aktivierung und des Lernen entsteht die Erkenntnis Hund und das entsprechende Verhalten dazu.
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Paradigmen der Psychologie
Was ist kognitive Modellierung, was kognitive Architektur?
Kognitive Modellierung: Konstruktion künstlicher Systeme, die sich ähnlich verhalten wie das natürliche System (Phänomen Intelligenz)

Kognitive Architektur: komplexe kognitive Modelle, die verschiedene empirisch gefundene Phänomene simulieren können

Beispiele: SOAR, 3CAPS, EPIC, ACT-R, PSI (beseelte Dampfmaschine)
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Paradigmen der Psychologie
Was versteht man unter Strukturalismus und wer hat ihn begründet?
Der Strukturalismus geht auf Jean Piaget zurück.

Zentrales Thema ist der Aufbau der menschlichen Intelligenz.

Der Mensch baut sich Gedankengebäude und Weltbilder auf (strukturiert). Der Aufbau des Wissens vollzieht sich nach Piaget im Widerstreit von Assimilation und Akkomodation.

Assimilation: Erfahrung "passt" zu bestehendem Wissen, Erfahrung wird an Wissen angepasst
Akkomodation: Erfahrung steht im Widerspruch zu bestehendem Wissen, Wissen wird an neue Erfahrung angepasst
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Paradigmen der Psychologie
Welche Richtung der Psychologie vertrat Charlotte Bühler?
Charlotte Bühler gehört zu den Vertretern der humanistischen Psychologie. Die humanistische Psychologie gehört zur Familie der kognitivistischen Theorien.

Die humanistische Psychologie versteht den Menschen als ein positiv eingestelltes, aktives und sinnvoll handelndes Wesen. Der Mensch strebt nach Selbstverwirklichung und Erfüllung.
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Paradigmen der Psychologie
Was sind die Grundaussagen der Gestaltpsychologie?
Grundsätzlich widmet sich auch die Gestaltpsychologie den kognitiven Strukturen, also Wahrnehmungs-, Denk- und Gedächtnisstrukturen.

Kognitive Strukturen sind in der Gestaltpsychologie von Ordnungskräften geprägt. Diese Ordnungskräfte werden nicht erarbeitet, sie sind Naturerscheinungen. Im menschlichen Geist herrscht keine Beliebigkeit, vielmehr gibt es Gruppenstrukturen (Gestalten).
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Paradigmen der Psychologie
Welche Varianten des Konstruktivismus gibt es?
  • personaler Konstruktivismus
  • radikaler Konstruktivismus
  • sozialer Konstruktivismus
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Paradigmen der Psychologie
Auf wen geht die Theorie der persönlichen Konstrukte zurück und welchen Kerngedanken umfasst sie?
Begründer: George Kelly

Kerngedanke: Der Mensch selbst ist Wissenschaftler. Er stellt Hypothesen über sich und die Welt auf und überprüft sie.
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Paradigmen der Psychologie
Was ist ein personales Konstrukt?
Ein personales Konstrukt ist ein Erklärungsmodell für sich selbst und die Welt. Metapher: Brille, durch die man die eigene Person und Welt betrachtet. (Das Konstrukt ist höchstpersönlich und einmalig. Es muss nicht explizit und sprachlich symbolisiert sein).

Personale Konstrukte sind höchstwahrscheinlich dichotom, also z.B. gut vs. schlecht, arm vs. reich.
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Paradigmen der Psychologie
Was sind Emotionen nach George Kelly (personaler Konstruktivismus)?
Emotionen sind Konstrukterfahrungen und reflektieren Konstruktprozesse.
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Paradigmen der Psychologie
Was bedeutet konstruktiver Alternativismus?
Zwei Grundannahmen:

  • Die Realität existiert, kann aber nur subjektiv erkannt und interpretiert werden
  • Es gibt keine absolute Wahrheit, nur alternative Interpretationen

Konstruktiver Alternativismus bedeutet also, dass wir nur Annahmen darüber treffen können, wie und was die Wirklichkeit ist. Wir müssen prüfen, wie brauchbar die Annahme ist und sie ggf. verwerfen. Dann steht der Weg offen für eine alternative Sichtweise.
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Paradigmen der Psychologie
Welche Gegenposition gibt es zum konstruktiven Alternativismus?
Akkumulativer Fragmentalismus:

  • Der Mensch nähert sich der Wahrheit durch beständiges Sammeln von Informationen
  • Durch die Anhäufung von Wahrheitssplittern werden wir in Zukunft die ganze Wahrheit über die Welt erfahren
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Paradigmen der Psychologie
Was ist ein selbstreferentielles System (Konstruktivismus)?
Ein selbstreferentielles System ist im Hinblick auf die eigenen Zustände wesentlich durch das Netzwerk der Interaktion seiner eigenen Komponenten bestimmt und nicht von außen durch die Umwelt.

Beispiel für Selbstreferenzialtiät: Denken über Denken
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Paradigmen der Psychologie
Was versteht man unter Selbstorganisation (Konstruktivismus)?
Selbstorganisation ist die eigenständige Ordnungsbildung innerhalb eines Systems (aus sich selbst heraus), also infolge eines Netzwerks der Interaktionen der Systemkomponenten.
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Paradigmen der Psychologie
Was versteht man unter Autopoiese (Konstruktivismus)?
Begriff stammt von Maturana.

Autopoiese bedeutet Selbsterschaffung.
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Paradigmen der Psychologie
Was bedeutet "Selbstreferentielle Systeme sind operational geschlossen"?
  • sie sind weitgehend autonom gegenüber der Umwelt
  • jeder menschliche Erkenntnisprozess entsteht durch eine Interaktion des Nervensystems mit sich selbst
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Paradigmen der Psychologie
Wer hat den radikale Konstruktivismus begründet und was sind seine zentralen Positionen?
Begründer: Ernst von Glaserfeld, Heinz von Förster

  • die Realität existiert zwar, wird aber nicht gefunden, sondern erfunden
  • es gibt keine ontologische Realität
  • es gibt keine Spiegelung der äußeren Welt durch unser Nervensystem
  • vielmehr ist das Gehirn selbstreferentiell und konstruiert aus den neuronalen Impulsen eine subjektive Welt- und Selbstsicht (Beleg: Verhältnis peripherer sensorischer Neuronen zu den Verarbeitungsneuronen und zu den Motoneuronen: 1:100.000:1)
  • Erkenntnis kann nicht objektiv sein


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Paradigmen der Psychologie
Was bedeutet Viabilität? (Konstruktivismus)
Viabilität bedeutet gangbare Handlungs- und Denkweisen aufzubauen und dabei Mittel und Wege finden, um zwischen den erlebten Widerständen der Umwelt durchzukommen.

Dabei müssen die Mittel und Wege nicht stimmen, nur passen wie ein Schlüssel ins Schloss. Mehrere Schlüssel können in ein und dasselbe Schloss passen.
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Paradigmen der Psychologie
Welche Kritik lässt sich am radikalen Konstruktivismus üben?
  • Selbstwiderspruch: (reale) neurobiologische Befunde werden herangezogen, um zu beweisen, dass man Realität nicht finden kann
  • Vorhersagen des menschlichen Verhaltens sind nach radikal konstruktivistischer Auffassung nicht möglich, allerdings werden sie an einer 100%-Treffsicherheit gemessen, die es ohnehin nicht gibt und die auch von der klassischen Psychologie nicht behauptet wird
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Paradigmen der Psychologie
Welche Grundlegende Position vertritt der soziale Konstruktivismus?

  • Wissen wird nicht durch irgendeine objektive (reale) Welt erzeugt, sondern lediglich innerhalb sozialer Interaktionen
  • reale Welt existiert für soziale Konstruktivisten, trotzdem wird der soziale Konstruktivismus als anti-real bezeichnet
  • Wissen(schaft) ist relativistisch, weil jedes Wissen von historischen, kulturellen und ideologischen Kontexten abhängt
  • Ausmaß, in dem sich Theorien durchsetzen, hängt nicht von empirischer Bewährung ab
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Paradigmen der Psychologie
Welche Kritikpunkte führt man gegen den sozialen Konstruktivismus an?
  • Relativismus ist eine selbst-destruktive Waffe
  • Wenn das Subjekt ausgeklammert wird, wer kommuniziert dann eigentlich?
  • Parasitäre Rolle zum Mainstream: der soziale Konstruktivismus braucht den Mainstream, um sich als Gegenposition definieren zu können
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Paradigmen der Psychologie
Was ist ein performativer Sprechakt? (Konstruktivismus)
Wenn mit Sprache neue Tatsachen in der Welt geschaffen werden. Sprache ist also eine Form sozialen Handelns. Beispiel: Ich taufe Dich auf den Namen Gustav.
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Paradigmen der Psychologie
Welche Namen sind mit dem sozialen Konstruktivismus verbunden?
  • Kenneth Gergen
  • Berger und Luckmann
  • Rom Harre
  • Hubert Herrmanns
  • Hans Westmeyer
  • Karin Knorr-Cetina
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Modell zur Integration
Welche grundlegenden zwei Aspekte (rote Fäden) verfolgt das integrierende Modell von Nolting & Paulus?
  • Erklärung des psychischen Systems
  • Erklärung der grundlegenden psychologischen Tätigkeiten
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Modell zur Integration
Wie ist das Modell von Nolting und Paulus aufgebaut?
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Modell zur Integration
Welche vier grundlegenden Aspekte behandelt das Modell von Nolting und Paulus?
  • Aktuelle Prozesse
  • Situation
  • Person
  • Entwicklung
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Modell zur Integration
Welche Grundlegenden Tätigkeiten beschreibt das Modell von Nolting und Paulus?
  • Beschreiben
  • Erklären
  • Vorhersagen
  • Verändern
  • Bewerten (Evaluieren)
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Modell zur Integration
Welche drei Erklärungsebenen lassen sich aus dem Modell herleiten?
  • Erklärung des Verhaltens vor dem Hintergrund innerer Prozesse
  • Erklärung innerer Prozesse mit Merkmalen der Person oder Situation oder durch Entwicklungsbedinungen
  • Erklärung der Personmerkmale durch Entwicklungsbedinungen
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Modell zur Integration
Welche fünf Fragestellungen ergeben sich aus dem integrierenden Modell nach Nolting & Paulus?
  • Rolle der Situation
  • Rolle der Personmerkmale
  • Zusammenspiel Personmerkmale und Situation
  • Zusammenhang Entwicklung, Person und aktuelle Prozesse
  • Welches Verhalten und welche inneren Prozesse sind relevant?
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Modell zur Integration
Welche Grundlagenfächer lassen sich den Modellaspekten des integrierenden Modells zuordnen?
Innere Prozesse: allgemeine Psychologie, biolog. Psychologie

Person-Situation: Persönlichkeitspsychologie, Sozialpsychologie

Entwicklung: Entwicklungspsychologie
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Integratives Modell
Was ist mechanistischer Interaktionismus?
Der mechanistische Interaktionismus beantwortet die Frage, wie Person und Situation zusammenwirken.

Es wird klar zwischen unabhängigen und abhängigen Variablen unterschieden.

Es gibt lineare und additive Beziehungen zwischen Person und Situation (Varianzanalyse).
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Integratives Modell
Was ist dynamischer Interaktionismus?
Auch genannt: Reziproker Determinismus - Bandura 1978)

Der dynamische Interaktionismus beantwortet die Frage, wie Person und Umwelt zusammenwirken.

Es gibt wechselseitige Interaktion zwischen Person, Situation und Verhalten.

Es wird nicht klar zwischen unabhängigen und abhängigen Variablen unterschieden.

Beispiel: Auswahl eines Fernsehprogramms.
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Author: atomality
Main topic: Psychologie - Modul 1
Topic: Einführung in die Psychologie und ihre Geschichte
School / Univ.: FernUniversität in Hagen
City: Hagen
Published: 25.05.2014
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