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All main topics / Tierheilpraktiker / Anatomie/Physiologie des Urogenitalapparates Hund/Katze/Pferd

Anatomie/Physiologie des Urogenitalapparates Hund/Katze/Pferd (150 Cards)

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Nephron
funktionelle Einheit der Niere
  • Nierenkörperchen, Glomerulum, Corpusculum renis, MALPIGHI-Körperchen: Rete capillare glomerulae (arterielles Wundernetz), Capsula glomeruli (BOWMAN-Kapsel)
  • Nierentubulus, Tubulus renalis
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Während der embryonalen Entwicklung bilden sich welche drei unterschiedlichen Nierenanlagen?
Vorniere (Pronephros), Urniere (Mesonephros) und Nachniere (Metanephros)
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Woraus gehen die Harnorgane embriologisch hervor?
Aus dem intermediären Mesoderm (mittleres Keimblatt der Embryoblasten)
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Pronephros
- Vorniere
- nur rudimentär bei den Haussäugetieren
- nicht funktionstüchtig
- nur bei Fischen (Knorpelfischen)
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Metanephros
- Nachniere
- am Körperende angelegt
- Uranlage der Niere
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Mesonephros
- Urniere
- Nierenentwicklung beginnt mit Mesonephros
- 2 Teile die sich vereinen
- Ausbildung erster Glomerula (Abzweige der Aorta)
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WOLFF-Gang
Urniere (Mesonephros) entwickelt Urnierengang in Richtung Nachniere. Beginn des Ganges: Sitz der Ureter-Knospe. Bildet den Harnleiter (Ureter), verbindet Nierenbecken mit Harnblase, entwickeln sich die Hoden (Testis). Wird fast vollständig zurückgebildet, übrig gebliebene Geschlechtsgänge werden als GÄRTNER-Gänge bezeichnet, zystenähnliche Gebilde.
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Hoden
- Testis
- entwickeln sich aus dem WOLFF-Gang
- zweischichtiges Gonadenblastem (Urkeimzellensystem)
- äußere Schicht: Tunica albuginea
- innere Schicht: Tubuli seminiferi contorti (kleine, gewundene Kanälchen die den Samen liefern)
- Nebenhodenanlage mit Nebenhodengang (Ductus epididymidis)
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Nebenhodengang
- Ductus epididymidis
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Akzessorische Geschlechtsdrüsen
Akzessorische Geschlechtsdrüsen sind Drüsen, die zusätzlich zu den eigentlichen Keimdrüsen (Hoden und Ovarien) entlang des Genitaltrakts angelegt sind, z.b. Glandula prostatica (Prostata, Vorstehdrüse), Glandula bulbourethralis (Harnröhrenzwiebeldrüse). Aus dem WOLFF-Gang entwickeln sich die Glandula vesicularis (Samenblasendrüse) und die Ampulla ductus deferentis (Samenleiterampulle)
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Tuberculum genitale
Geschlechtshöcker, entwickelt sich der Phallus, der sich unter Testosteroneinfluß zum Penis verlängert, es bilden sich Urogenitalfalten, die die Harnröhre ummanteln. Aus den Geschlechtswülsten differenziert sich der Hodensack (Scrotum). Die weiblichen Geschlechtshöcker, differenzieren sich zum Kitzler, Clitoris, der das Äquivalent zum Penis darstellt. Die Urogenitalfalten, Plicae urogenitales, bleiben unvereinigt und werden zu den Schamlippen, bei Primaten zu den Labia minora. Die Geschlechtswülste, Tubercula labioscrotalia, verschwinden weitestgehend und bleiben nur bei Primaten als Labia majora bestehen.
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Ovarium
Eierstock, weibliche Keimdrüse, Teil der Urnierenanlage. Bekommt Primordialkeimzellen aus dem Dottersack über die Nabelschnur. Starke Proliferation in der Keimleiste (Keimstränge, Keimballen). Besondere Geschlechtsgänge: Tuber uterina (Eileiter), verbindet Ovarialanlage mit Gebärmutter, Uterovaginalkanal. Entwickeln sich aus dem MÜLLER-Gang
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Vestibulum vaginae
Scheidenvorhof, bildet sich aus dem Sinus urogenitalis mit abschließender Scham (Vulva)
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Ductus epididymidis
  • Hauptbestandteil des Nebenhodens und Teil der Samenwege der männlichen Fortpflanzungsorgane
  • In ihm vollzieht sich die Reifung der Spermien
  • Nach ihrer Produktion im Hoden gelangen die Spermien über die Ductuli efferentes in den Ductus epididymidis und werden in Richtung des Samenleiters weitertransportiert
  • Die Spermien brauchen dabei durchschnittlich 12-14 Tage, um durch Kontraktion der Myofibroblasten aus dem Caput des Nebenhodens in die Cauda zu gelangen
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Hodenparenchym
- Gewebe, das eine bestimmte Funktion ausübt
- besteht aus Tubuli seminiferi contorti
- besteht aus zwei Anteilen: Mediastinum testis (Bindegewebe) und Rete testis (Parenchym)
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Harnblase
- Vesica urinaria
- aus dem Sinus uroginitalis als unterer Abschnitt des geteilten Enddarms nach Einwachsen des Septum urorectale (eine mesodermale Gewebeschicht, die durch ihr Einwachsen die Kloake in zwei getrennte Kompartimente aufteilt und damit den Sinus urogenitalis vom Anorektalkanal trennt)
- erst postnatal wirksam (Harnblase entleet sich über den Bauchnabel über den Urachus/Allantoisstiel, einen eigenen Ausscheidungskanal). Außerhalb des embryonalen Körpers befindet sich ein Hohlsack, die Allantois = extracorporale Harnblase.
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Septum urorectale
Das Septum urorectale ist eine mesodermale Gewebeschicht, die durch ihr Einwachsen die Kloake in zwei getrennte Kompartimente aufteilt und damit den Sinus urogenitalis vom Anorektalkanal trennt.
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Pelvis renalis
Nierenbecken, das trichterförmig erweiterte obere Ende des Harnleiters, das als Sammeltrichter für den Urin aus den Sammelrohren dient. Es ist Teil der Harnwege. Das Nierenbecken liegt im inneren Hohlraum der Niere (Sinus renalis) und geht meist waagerecht (bzw. leicht nach unten gerichtet) aus der Mitte der Niere ab. Das Nierenbecken ist von einer Schleimhaut mit einem Urothel ausgekleidet. Entwicklungsgeschichtlich entsteht das Nierenbecken aus der Ureterknospe.
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Embryonal entstammen die Harnorgane der ...?
Urniere
Tags: FAQ
Source:
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Embryologie der Geschlechtsorgane
- von Beginn an bisexuelle Anlage (primäre Gonadenanlage durch Proliferation von Urnierengewebe) = indifferentes Stadium
- genetische Festlegung des Geschlechts erfolgt über die Chromosomen (x und y)
- stufenweise Weiterentwicklung
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Gonaden
(aus griech. gone, ‚Geschlecht‘, ‚Erzeugung‘, ‚Same‘, und aden, ‚Drüse‘), auch Keimdrüse oder Geschlechtsdrüse genannt, ist jenes Geschlechtsorgan, in dem einige Sexualhormone und sämtliche Keimzellen (Gameten) gebildet werden.

Die Gonade des männlichen Geschlechts wird als Hoden (Testikel) bezeichnet, die des weiblichen Geschlechts als Eierstock (Ovar).
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Stufenweise Weiterentwicklung der Geschlechtsorgane
- Stufe 1: chromosomales/genetisches Geschlecht (homozygotes Gonosomensystem = xx= weiblich, heterozygotes Gonosomensystem = xy= männlich)
- Stufe 2: das gonadale (Keimdrüsen = Eierstöcke (Ovarien) und Hoden (Testes)) Geschlecht
- Stufe 3: das somatische (körperliche) Geschlecht = Pupertät in Abhängigkeit zu den Geschlechtshormonen (Androstenon (m) und 17-Beta-Estradinol (w))
- Stufe 4: die psychosoziale Geschlechtswerdung (man spielt weibliche oder männliche Rolle), Verhalten in der Herde
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Kloake
(lat. cloaca ‚Abzugskanal‘), ist ein bei vielen Lebewesen vorhandener gemeinsamer Körperausgang für die Verdauungs-, Geschlechts- und Exkretionsorgane
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Wie entsteht das Pelvis renalis (Nierenbecken)?
Durch dichotome (die Zergliederung eines Gegenstandsbereiches in genau zwei komplementäre Bereiche) Teilung der Ureter-Knospe
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indifferentes Stadium
- die ersten Geschlechtsorgane von Männchen und Weibchen sind die selben
- primäre Gonadenanlage (Testes, Ovarien)
- durch Proliferation von Urnierengewebe
- Keimleiste entsteht medial der Urniere
- Gonadenanlage aus dem mittleren Teil der Keimleiste
- craniale Teil der Keimleiste entwickelt sog. Keimdrüsenband (Lig. suspensorium testis/ovari = Aufhängeband für Hoden/Eierstöcke)
- aus dem mittleren Teil der Keimleiste wandern Primordialkeimzellen wandern über die Nabelschnur in die Gonadenanlage ein aus dem Dottersack (Vitelium) - werden nicht selbst gebildet!
- so entsteht das Keimepithel von Testis/Ovarium = Gonadenblastem
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Müller-Gang
Der weibliche Wolff-Gang
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Anti-Müller-Hormon (AMH)
Das Anti-Müller-Hormon besteht aus 535 Aminosäuren und wird in den Sertoli-Zellen des embryonalen Hodens gebildet. Es bewirkt die Rückbildung der Müller-Gänge bis zur 8. Woche der Embryogenese, so dass diese nur noch als sogenannte Hodenanhängsel (Appendix testis) zwischen Nebenhodenanlage und Hoden erhalten bleiben.Da bei weiblichen Feten kein AMH gebildet wird, können sich bei diesen somit aus den Müller-Gängen die Gebärmutter, die Eileiter und das Scheidengewölbe entwickeln. Das Anti-Müller-Hormon heißt im englischen Sprachraum Mullerian-Inhibiting-Hormon, MIH.
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Hodenanhängsel
Appendix testis, verbleibt nach Rückbildung der Müller-Gänge zwischen Nebenhodenanlage und Hoden erhalten
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Pseudohermaphroditismus masculinus
Intersexualität, wird kein MIH (Mullerian-Inhibiting-Hormon) produziert, entwickeln sich parallel zu den Hoden auch weibliche Geschlechtsorgane aus den MüllerschenGängen, die häufigste Zwitterform bei den Haustieren
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Leydigsche Zwischenzellen
  • Aus dem Gewebe zwischen den Hodenkanälchen entstehen Leydigsche Zwischenzellen
  • Sie produzieren sehr frühzeitig das männliche Geschlechtshormon Testosteron, das für die weitere Entwicklung der männlichen Geschlechtsorgane verantwortlich ist
  • Erst in der Vorphase der Pubertät werden die Leydigschen - Zwischenzellen wieder aktiv und synthetisieren nun ein Leben lang Androgene mit anaboler und androgener Wirkung. Pubertät = Androstenon
  • enthalten Fett- und Lipoidtröpchen und kristalline Proteinkörper
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Blutgefäße der Hoden
  • arteriell: A. testicularis, direkt aus der Aorta
  • venös: V. testicularis, legt sich um A. testicularis = Plexus pampiniformis (Rankengeflecht), kühlt das Blut, welches in den Hoden hineinläuft
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Descensus testis
  • Hodenabstieg
  • Hoden embryofetal aus mittlerem Teil der Keimdrüsenanlage
  • zwei Keimdrüsenbänder: cranialer Teil = Lig. Suspensorium testis, caudaler Teil = Gubernaculum testis = Hodenleitband
  • im Gubernaculum testis befinden sich Glykosaminoglycane (Zuckerart)
  • drückt sich durch die Bauchwand nach außen in das Scrotum (Hodensack)
  • dadurch stülpt sich auch das Bauchfell mit innerer Rumpffaszie über extraabdominalen Teil des Gubernaculums = Processus vaginalis ist gebildet
  • Das Band wird aufgelöst und dadurch wandern die Hoden nach unten, von der abdominalen Phase zur inguinalen (Leistenzone) Phase
  • Keimdrüsenbänder modifizieren zu Lig. testis proprium, Lig. caudae epididymidis, Lig. scroti
  • Hund ca. 40 Tage nach Geburt, beim Pferd zumeist zum Zeitpunkt der Geburt oder bis zum 7. Tag danach
  • Ausbleiben des Descensus führt zum klinischen Bild des Kryptorchismus
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Sinus urogenitalis
Der Sinus urogenitalis ist eine embryonale Struktur, die sich aus dem Entoderm entwickelt und aus der sich im weiteren Verlauf der Embryogenese Teile der Harnwege und der Geschlechtsorgane bilden. Aus dem Sinus urogenitalis entwickelt sich beim männlichen Keimling der Beckenabschnitt der Harnröhre, der auch Bestandteil des Harnapparates ist. Aus der Wand der Harnröhre entwickeln sich die Vorsteherdrüse, Prostata, und die Harnröhrenzwiebeldrüse, Glandula bulbourethralis.
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Nierenparenchym
  • Funktionsgewebe
  • Cortex renis (Nierenrinde) mit Columnae renales (Anteile der Nierenrinde, die zwischen den Pyramiden des Nierenmarkes liegen)
  • Medulla renis (Nierenmark) mit Pyramides renales (Markkegel), ductus papillares (kurze röhrenförmige Gewebestrukturen der Niere, welche aus der Vereinigung von Sammelrohre hervorgehen), Foramina papillaria, area cribrosa (An jeder Nierenpapille befinden sich ungefähr 10-25 Harnporen, die in ihrer Gesamtheit der Papillenspitze ein siebartiges Aussehen verleihen)
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Harn- ableitende Organe
  • Pelvis renalis (Nierenbecken)
  • Ureter (Harnleiter)
  • Vesica urinaria (Harnblase)
  • Urethra (Harnröhre)
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Funktion der Nieren
  • Ultrafiltration des Blutes
  • Blutzellen und Blutplasmaproteine werden im Blut belassen
  • Bildung des Primärharns durch Ultrafiltration
  • Endharnbildung durch (Rück)Resorptions- und Sekretionsvorgänge
  • physiologische Antidiurese (ein Ausscheidungsstatus der Niere, der sich nicht durch verstärkte Ausscheidung (Diurese) auszeichnet, wasserschonend)
  • Ausscheidung der harnpflichtigen Substanzen (Ammoniak und Harnstoff aus dem Eiweißstoffwechsel der zellulären Gewebe, Harnsäure und Phosphat aus dem DNA-Stoffwechsel, Creatinin aus dem Muskelstoffwechsel)
  • Regulation der Wasserhomöostase ( physiologische Streben nach Einhaltung eines Gleichgewichts, das für die Lebenserhaltung und Funktion eines Organismus oder eines Organs notwendig ist)
  • Regulation des Elektrolythaushaltes
  • - Regulation des "Säure-Basenhaushaltes, den Blut-ph-Wert (7,42 ph bei Mensch und Haussäugetier)
  • Regulation des Blutdrucks (RAAS, das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System reguliert den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt des Körpers und wirkt somit in entscheidender Weise auf den Blutdruck ein. )

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Renin
Enzym, das den Blutdruckregulationsapparat der Niere (RAAS) startet
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Erythropoe(i)tin (EPO)
Hormon, welches das Nierenmark absondert, regt im Knochenmark die rote Blutzellenbildung an
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Proliferation
Proliferation ist ein anderes Wort für Wucherung. Proli|feration bedeutet die Vermehrung von Gewebe durch Wucherung oder Sprossung, meist im Rahmen von Entzündung, Wundheilung oder Regeneration.

Der Terminus Proliferation-Zell|proliferation beinhaltet den Tatbestand der Zellwucherung, wobei ein Überwiegen der Zellvermehrungs- über die Zellverlustrate zu verzeichnen ist; zum Beispiel bei Gewebe-Regeneration, Entzündung.

Im Lateinischen heißt "proles" der "Nachkomme" und "ferre" "bringen"; Proliferation heißt somit "Nachkommenzeugung", "Sprossung", "Wucherung". In diesem Zusammenhang muss auch erwähnt werden, dass der Begriff Proliferation bei der Beschreibung von Krebsleiden (Tumorwachstum) eine Rolle spielt.
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Ovarienanlage
- Eierstock(anlage)
- weibliche Urniere
- Primordinalkeimzellen wandern ein (Dottersack), in der Keimleiste duch starke Proliferation und bilden Keimstänge, Keimballen
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Weibliche Geschlechtsänge
- Tuber uterina (Eileiter), verbindet Ovarialanlage mit Gebärmutter
- Uterovaginalkanal (Vaginalkanal, Vulva)
- entwickeln sich alle aus einem weibl. Urnierengang = Müller-Gang
- Vestibulum vaginae (Scheidenvorhof) entwickelt sich aus dem Sinus urogenitalis
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Gärtner-Gang
- Der Gärtner-Gang liegt beidseits des Uterus und der Vagina im Ligamentum latum uteri bzw. in der Vaginalwand
- Rudimentärer, kaudaler, paravaginaler Reste des Wolff-Gangs
- übrig gebliebene männliche Geschlechtsgänge beim weiblichen Genitalapparat
- häufig zystenähnliche Gebilde
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Äußere weibliche Geschlechtsorgane
- Clitoris, entwickelt sich aus dem Tuberculum genitalae
- Labien (scheidenumrandene Falten, Schamlippen) entwickeln sich aus der Urogenitalfalte
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Vitamin D
  • 1,25-Di-Hydroxy-Cholecalciferol
  • die biologisch aktive Form von Vitamin D im Körper
  • Vitamin D hat im Mineralstoffwechsel des Körpers (Calcium und Phosphat), bei der Knochenmineralisation sowie bei einer Vielzahl anderer vitaler Prozesse wichtige Aufgaben
  • wird in den Nieren hergestellt
  • Voraussetzung ist eine ausreichende UV-Strahlung
  • Vitamin D Synthese = Zusammenwirkung von Leber, Niere und Haut
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Transportvorgänge der Niere
- Aktiv:  findet meist gegen ein Konzentrationsgefälle statt. Dabei werden die zu transportierenden Stoffe unter Energieverbrauch durch membrandurchspannende Kanäle geschleust, Primär (Natrium-Kalium-Pumpe) und sekundärer (Natrium-Glucose-Cotransporter, Natrium-Symporter, Natrium-Antiporter)Transport
- Passiv: basiert auf der Brownschen Molekularbewegung und findet meist entlang eines Konzentrationsgefälles (Konzentrationsgradienten) statt. Die Membran muss für das diffundierende Molekül durchlässig (permeabel) sein, Diffusion, Osmose
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Diffusion
- passiver Transport entlang eines Konzentrationsgradienten, gesteuert durch die BROWN-Mulekularbewegung
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Topographische Lage der Nieren
- Liegen lateral der Wirbelsäule der dorsalen Körperwand an und erstrecken sich von der letzten Rippe bis zur vorderen Lendenregion.
- Bei Hund und Pferd reicht die rechte Niere weit nach kranial bis zum rechten Leberlappen und dem Proc.caudatus der Leber.
- Retroperitoneal (Peritoneum = Bauchfell, retro = dahinter = Niere liegt nicht im Bauchfellsack)
- Tierartlich meist unterschiedliche Position der rechten und linken Niere
- die rechte Niere der Pferde ist herzförmig
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Retroperitoneal
(Peritoneum = Bauchfell, retro = dahinter = Niere liegt nicht im Bauchfellsack)
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Form und Oberfläche der Nieren
- bohnenförmig
- Facies dorsalis (Plane Dorsalfläche)
- Facies ventralis (Leicht konvexe Ventralfläche)
- Extremitas cranialis (Craniale Pol)
- Extremitas caudalis (Caudale Pol)
- Margo lateralis (äußerer Rand)
- Margo medialis (innerer Rand) mit Hilus renalis (Nierenzutrittsystem, Organzugang, erweitert sich innerhalb der Niere zum Sinus renalis, der das Nierenbecken (Pelvis renalis) aufnimmt)
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Aufbau der Niere
- Fettkapsel (Capsula adiposa)
- Nierenkapsel, Bindegewebskapsel (Capsula fibrosa)
- Nierenparenchym (funktionelles Gewebe der Niere) besteht aus Cortex renis (Nierenrinde) und Medulla renis (Nierenmark)
- Niereninterstitium (Bindegewebsstrukturen, die durch das Nierenparenchym ziehen)
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Nierentypen
- gelappte Niere (neuere Evolution)
- gefurchte, mehrwarzige Nieren (mehrere Rohrsysteme/Ureter)
- glatte, mehrwarzige Nieren (Mischsystem, Schwein u. Mensch)
- glatte, einwarzige Nieren (Hund und Katze)
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Glomerulum
- "Gefäßknäuel" der Arteria renalis
- Blut wird "entschleunigt" und "ausgepresst"
- Kapillarnetz (Rete capillare glomerulare)
- Capsula glomeruli (Bowman-Kapsel), Polus vascularis mit Arteriola glomerularis afferens (zuleitendem System) und -efferens (ableitend)
- Nierenkörperchen
- Corpusculum renis
- Malapighi-Körperchen
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Tubulus-System
  • zur Rückresorption wichtig
  • Nierentubulus (Tubulus renalis)
  • Tubulus contortus proximalis
  • Tubulus rectus proximalis + Tubulus attenuatus (Richtungswechsel) + Tubulus rectus distalis = Henle-Schleife (Ansa nephroni)
  • Tubulus contortus distalis
  • Tubulus arcuatus (Bogenförmig)
  • Tubulus rectus colligens (Sammelrohr) wird zum Ductus papillaris

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Arterielle Versorgung (Vascularisation)
- Arteria renalis (Aa. renis), direkt aus Aorta abdominalis) für linke und rechte Niere, sog. Endarterien (Keine Gefäßzusammenschlüsse = Anastomosen)
- Infarkte des Nierenparenchyms drohen!
- Diese gelangen durch den Nierenhilus in die Nieren und teilen sich in die Zwischenlappenarterien, Aa. interlobares renis
- Im Grenzbereich zwischen Nierenmark und Nierenrinde verlaufen die Bogenarterien, Aa. arcuatae
- von denen die Zwischenläppchenarterien, Aa. interlobulares renis, abgehen, die radiär in die Rinde ziehen.
- Die Aa. interlobulares verzweigen sich in die Arteriolae glomerulares afferentes, die sich in der Nierenrinde in 30 – 40 Kapillarschlingen, die Glomerula, verästeln
- Die glomerulären Kapillarschlingen vereinigen sich wieder zu den Arteriolae glomerulares efferentes, die das Tubulussystem begleiten
- Alle zusammen sind das Rete mirabile arteriosum der Arteriolae glomerulares (!!)
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Rete mirabile arteriosum
- Arteria renalis (Aa. renis)
- die Zwischenlappenarterien
- Aa. interlobares renis
- die Bogenarterien, Aa. arcuatae
- die Zwischenläppchenarterien, Aa. interlobulares renis
- die Arteriolae glomerulares afferentes
- die Glomerula
- die Arteriolae glomerulares efferentes
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Arteriolae glomerulares afferentes
Die Aa. interlobulares verzweigen sich in die Arteriolae glomerulares afferentes, die sich in der Nierenrinde in 30 – 40 Kapillarschlingen, die Glomerula, verästeln. Die glomerulären Kapillarschlingen vereinigen sich wieder zu den Arteriolae glomerulares efferentes, die das Tubulussystem begleiten.
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Zwischenläppchenarterien
Aa. interlobulares renis, entstammen den Bogenarterien, Aa. arcuatae, ziehen radiär in die Rinde
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Bogenarterien
Aa. arcuatae, verlaufen im Grenzbereich zwischen Nierenmark und Nierenrinde, enstammen der  Zwischenlappenarterien, Aa. interlobares renis
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Zwischenlappenarterien
Aa. renis gelangen durch den Nierenhilus in die Nieren und teilen sich in die Zwischenlappenarterien, Aa. interlobares renis
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Arteria renalis
direkt aus Aorta abdominalis) für linke und rechte Niere, sog. Endarterien (Keine Gefäßzusammenschlüsse = Anastomosen)
- Infarkte des Nierenparenchyms drohen
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Venöse Versorgung
- Vv. renis
- in jedem Abschnitt dem arteriellen System angeglichen
- Vv. interlobulares aus der Nierenrinde
- Vv. rectae aus Nierenmark
- Vv. arcuatae
- Vv. interlobulares (Zwischennierenlappen)
- V. cava caudalis
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Venae stellatae
- "Sternvenen"
- besonders beim Pferd ausgeprägt
- verlaufen unter der Nierenkapsel
- münden in Vv. interlobulares ein
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Venae capsulares
- Kapselvenen
- bei der Katze
- rediär verzweigte Venen in Richctung auf Nieren-Hius
- münden direkt in V. renalis
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Pyelonephritis
"Pyelon = Becken", Entzündung des Nierenbeckens und zum Teil des Nierenmarks. Ursachen sind Harnabflussstörungen, bakterielle Infektion meist aufsteigend von Harnleiter, Harnblase und Harnröhre. Als Leitsymptome bei der Pyelonephritis sind Dysurie, Fieber und Schmerzen im Bereich der Nieren festzustellen.
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Bowman Kapsel
Strukturbestandteil des Nierengewebes und bildet zusammen mit den Glomeruli die Nierenkörperchen. Die Bowman-Kapsel legt sich wie ein doppelwandiger Becher um das Kapillarknäuel des Glomerulus.
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Glomerulonephritis
Entzündung der Nierenkörperchen. Als Ursache kommen Infektionen, Blutstau in Folge einer Rechtsherzinsuffizienz oder eine Immunkomplexreaktion in Frage. Die Leitsymptome einer Glomerulonephritis sind Hämaturie, Hypertonie und Ödeme, die von Fieber und Schmerzenreaktionen begleitet werden.
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Nierenerkrankungen
  • Nephrotisches Syndrom: Zusammenfassung von Nierenerkrankungen, die mit den Symptomen Hypoproteinämie, starke Proteinurie, Hyperlipidämie, Hypercholesterinämie und massiven Ödemen einhergehen, Hypercoagulopathie (starke Neigung zu Thrombusbildung = Lungenembolie, Herzinfarkt). Ursache dafür sind zu 80 % eine Glomerulonephritis oder Diabetes mellitus.
  • Eine akute Niereninsuffizienz (ANI, ARI) ist oftmals ein Notfall der zu 50% durch einen Kreislaufschock, aber auch durch Nierenerkrankungen, Harnstauung oder Vergiftungen ausgelöst wird, Krankheit der geriatrischen Katze (Phosphorausscheidung).
  • Chronische Niereninsuffizienz (CNI, CRI, Nierenkolik und Amyloidnephrose sind weitere Erkrankungen bei Hund und Katze.
  • Die familiäre Nephropathie tritt bei jungen Hunden auf und führt zu einer Urämie. Viele Hunderassen, z. B. Dobermann, Bullterrier, Berner Sennenhund, Cockerspaniel, besitzen eine genetische Disposition für Nephropathien.
  • Harnsteine, Urolithiasis, kommen sowohl in den harnbildenden als auch in den harnableitenden Organen vor. Bei Hund und Katze sind Struvit und Calcium Oxalat die häufigsten Harnsteine. Da das Ausfallen der Kristalle und die Harnsteinbildung pH – Wert abhängig ist, kann über diätetische Prophylaxe das Auftreten von Harnsteinen vermindert werden.
  • Nierentumore
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Niereninsuffizienz
Eine akute Niereninsuffizienz (ANI, ARI) ist oftmals ein Notfall der zu 50% durch einen Kreislaufschock, aber auch durch Nierenerkrankungen, Harnstauung oder Vergiftungen ausgelöst wird, Krankheit der geriatrischen Katze (Phosphorausscheidung).
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Nephrotische Syndrom
Zusammenfassung von Nierenerkrankungen, die mit den Symptomen Hypoproteinämie, starke Proteinurie, Hyperlipidämie, Hypercholesterinämie und massiven Ödemen einhergehen, Hypercoagulopathie (starke Neigung zu Thrombusbildung = Lungenembolie, Herzinfarkt). Ursache dafür sind zu 80 % eine Glomerulonephritis oder Diabetes mellitus
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Urolithiasis
- Ausfall von Präzipitaten (Niederschlag, der sich bei Ausscheiden eines gelösten Stoffes aus einer Lösung bildet), Konkrementen, Harnsand im Urin
- Konglomeratbildung der Präzipitate zu manifesten Steinen
- Magnesium-Ammonium-Phosphate (Struvitsteine/Tripelphosphatsteine)
- Calcium-Oxalat-Kristalle (lassen sich nicht mehr lösen)
- Cystinkristalle (Aminosäure Cystein, oft in Verbindung mit einer cysteinreichen Pferdefütterung)
- Harnsäure (Urat)-kristalle, häufig in Verbindung mit Krankheitsbild "Gicht", nicht Hunde, Katzen, Pferde - nur Dalmatiner (Uricasedefekt)
- Silikatkristalle
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Familiäre Nephropathie - Def.
Angeborene progressiv verlaufende Nierenerkrankung verursacht durch Kollagen-Defekt (Bindegewebe / - kapsel ist nicht mehr stabil)
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Niereninsuffizienz - Def.
Progressive Verminderung des Glomerulumfiltrats infolge fortschreitender Funktionsunfähigkeit der Nephrone
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Tubuloglomeruläre Feedback (TGF)
bewirkt bei einer erhöhten glomerulären Filtrationsrate eine Kontraktion der Vasa afferentia, um Nierenschäden zu vermeiden, wird der renale Blutdruck (20% des Blutes, das die linke Herzkammer bei jeder Kontraktion verlässt, durchströmen die Nieren) autoregulatorisch zwischen 80 und 180mm Hg gehalten.
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Bayliss - Effekt
führt bei einem erhöhten Blutdruck zu einer reaktiven Kontraktion der glatten Muskulatur in den Gefäßwänden. Die Gefäßweite der afferenten und efferenten Nierengefäße unterliegt der Regulation durch vasokonstriktorische Substanzen (Gefäßverengende Substanzen), wie Angiotensin II, Noradrenalin und Adenosin, bzw. vasodilatatorische Substanzen (Gefäßerweiternde Substanzen), wie Acetylcholin, Bradykinin oder Histamin.
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Glomeruläre Filtrationsrate, GFR
Das pro Zeiteinheit im Glomerulum ultrafiltrierte Plasmavolumen. Klinische Bestimmung durch sog. "Clearance-Technik". Von dem Blut, das die Nieren durchspült, werden etwa 20 – 25% des Serumwassers in die Bowmannsche Kapsel filtriert (= glomeruläre Filtrationsrate, GFR) und bilden den Primärharn. Die GFR wird von der Filtermembraneigenschaft in den Kapillarschlingen, dem hydrostatischen und kolloidosmotischenBlutdruck beeinflusst. Nur 1% des Primärharns wird als Endharn ausgeschieden.
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Diurese
- Wasserdiurese (Störung des ADH-Systems)
- Osmotische Diurese
- Druckdiurese (Wenn Autoregulation im Glomerum versagt, oder der Blutdruck zu hoch, oder zu niedrig ist)
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Antidiurese
Bei Wassermangel wird ADH (Antidiuresehormon) ausgeschüttet, das die Wasserresorption erhöht und den Harn stärker konzentriert.
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ADH
- Antidiuresehormon = Vasopressin = Adiuretin
- Produziert im Hypothalamus (Nucleus supraopticus, Nucleus paraventricularis)
- Weitergabe in die Neurohypophyse (HHL)
- Ausschüttung bei Erhöhung der Blutosmolarität (Dichte der gelösten Substanzen im Blut)
- besteht aus 9 Aminosäuren
- Vasokonstriktion ("Zusammenschnürung" bzw. "Verengung" von Blutgefäßen, welche durch die glatte Gefäßmuskulatur verursacht wird)
- sorgt für Gefühl "Durst"
- löst Resorption im Sammelrohr der Niere aus
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ANF
- Atrialer natriuretische Faktor = atriales natriuretische Peptid (ANP) = Atriopeptin
- wird ebenfalls extrarenal produziert, im den Wandzellen des rechten Herzvorhofs (rechtscardiale Vorhofwand)
- Ausschüttung bei vermehrter Dehnung der Vorhöfe (rechtes Atrium)
- beeinflusst extrazellulären Flüssigkeitsstand durch Förderung der GFR (Glomulären Filtrationsrate) und Hemmung der Natriumresorption in den Sammelrohren der Niere
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RAAS
- Renin-Angiotensin-Aldosteron-System
- intrarenal gestartet
- bei Natriummangel im Blut (an Macula densa =Zellen des geraden Teils des distalen Tubulus ('Pars recta') des Tubulussystems der Niere )
- setzt Enzym Renin frei
- trifft auf ein von der Leber gebildetes Eiweiß (Angiotensinogen) und spaltet dieses in Angiotensin I
- dieses gelangt mit dem Blut in die Lunge und durch das von den Pneumotypen II (spezielle Lungenzellen) gebildete Enzym ACE (Angiotensin Converting Enzyme) wird es in Angiotensin II umgewandelt
- dieses ist nun ein aktives Hormon und löst ebenfalls Durst aus, zieht Gefäße zusammen und aktiviert die äußerste Zone der Nebennierenrinde und dort wird Aldosteron freigesetzt wodurch im Sammelrohr der Niere Natrium rückresorbiert wird.
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Angiotensinogen
Ein von der Leber gebildetes Eiweiß, wird durch das Enzym Renin in Angiotensin I gespalten
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ACE
Von den Pneumotypen II (spezielle Lungenzellen) gebildete Enzym ACE (Angiotensin Converting Enzyme), wandelt Angiotensin I in Angiotensin II um
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Blutosmolarität
- Blutosmolarität ist die Menge/ Dichte der osmotisch aktiven Teilchen im  Blut
- Normalwert: 290 mmol/l (Milliosmol)
- es wird kontrolliert durch das Antidiuretische Hormen (ADH)
- bei hoher Osmolarität: Ausschüttung von ADH und dadurch mehr Rückresorption von Wasser
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Wasserdiurese
Bei einem hohen Flüssigkeitsangebot wird die ADH Freisetzung gedrosselt.Das führt zu einem Wassereinstrom in den Sammelrohren und einer Verdünnung des Harns. Bei einer Wasserdiurese ist die Elektrolytkonzentration des Harns geringer als die des Blutplasmas, der Harn ist also hypoton.
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Osmotische Diurese
Bei der osmotischen Diurese werden im Glomerulum filtrierte Substanzen im Tubulussystem nicht mehr resorbiert. Den Substanzen folgt dann eine im osmotischen Verhältnis stehende Menge an Wasser, wobei die Plasmakonzentration nicht unterschritten wird.
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Harnbildung
Alle im Blut befindlichen Stoffe, außer den zellulären Bestandteilen und hochmolekularen Proteinen, werden durch den Blutdruck aus den glomerulären Kapillarschlingen in die Bowman – Kapsel gepresst. Der so entstandene Primärharn fließt in den Tubulus contortus proximalis ab. Die Konzentration der Stoffe ist am Anfang des proximalen Tubulus die gleiche wie im Plasma. Die Konzentrationsverhältnisse der Stoffe ändern sich im fortlaufenden Tubulussystem zunehmend. Es findet im proximalen Tubulus die größten Resorption statt. Hier werden circa 2/3 der filtrierten Harnmenge dem Kapillarnetz wieder zugeführt. Ungefähr 70% des filtrierten Wassers, Natriums und Chlorids gelangen wieder ins Blut. Dabei wird Natrium aktiv über die Zelle transportiert und dient gleichzeitig als Antrieb für verschiedene Co-Transportsysteme. Der Wassertransport erfolgt weitestgehend passiv entlang des osmotischen Gradienten.  In der ersten Hälfte des proximalen Tubulus können aus dem Plasma filtrierte Kohlenhydrate, Aminosäuren und Oligopeptide fast vollständig über einen aktiven oder passiven Transport resorbiert werden. Auch der filtrierte Harnstoff wird im proximalen Tubulus bis zu 50% resorbiert. Im proximalen Tubulus ist auch die Sekretionsrate sehr hoch. So werden nicht abbaubare Substanzen wie Pharmaka, Gifte oder Schwermetalle und Stoffwechselendprodukte aktiv über die Tubuluszelle sezerniert. Außerdem gelangen NH3 – Ionen, H+ - Ionen, Salze und andere Elektrolyte durch passive Transportmechanismen in das Tubuluslumen. Die Henle – Schleife ist für die Konzentrierung des Harns von entscheidender Bedeutung. Die unmittelbare Nachbarschaft des absteigenden und aufsteigenden Schenkels erfüllt die Vorraussetzung des Gegenstrom – Prinzips.
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Tubulus contortus proximalis (Harnbildung)
Rückresorption von Natrium, Glucose, Hydrogencarbonat und Aminosäuren per Diffusion in das umgebende Kapillarbett
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Tubulus contortus distalis (Harnbildung)
- Rückresorption von Mengenelementen (Magnesium, Calcium), Fettsäuren, Spurenelementen und Vitaminen
- Aldosteron abhängige Konzentrierung
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Henle-Schleife (Harnbildung)
- besteht aus:Tubulus rectus proximalis, Tubulus attenuatus, Tubulus rectus distalis
- Gegenstromprinzip (Funktionsprinzip, bei dem durch eine gegenläufige Flußrichtung in benachbarten anatomischen Strukturen ein effizienterer Stoffaustausch erreicht wird)
- Harnkonzentrierung
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Tubulus colligens (Harnbildung)
- Sammelrohr
- 2. Gegenstromsystem
- Harnstoff-Sekretion und Rückresorption von Wasser
- ADH-abhängige Konzentrierung
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Gegenstrom-Prinzip Henle-Schleife
Im aufsteigenden Teil der Henle-Schleife werden Natrium-Ionen durch aktiven Transport aus dem Harn in das benachbarte Interstitium transportiert. Das Wasser verbleibt im Harn, da es dem Natrium nicht folgen kann - die Flüssigkeit wird dadurch hypoton, das Interstitium hyperton.

In das hypertone Interstitium fließt nun Wasser aus dem absteigenden Teil der Henle-Schleife ein, da hier die Wand wasserdurchlässig ist. Dadurch wird der Primärharn im absteigenden Teil der Schleife aufkonzentriert und Wasser entzogen, ohne dass dazu ein zusätzlicher Energieaufwand notwendig wäre.

Durch dieses Prinzip ist die Wasserrückgewinnung in der Niere einfach passiv an die Natriumrückresorption gekoppelt, was ein sehr energieeffizientes Vorgehen ist.
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Aufbau Nephron - Sammelrohr
Der filtrierte Harn gelangt aus der Bowman´schen Kapsel in den Anfangsabschnitt des Tubulus. Der Tubulus zieht mehr oder weniger weit ins Nierenmark. Seine Abschnitte zeichnen sich durch einen unterschiedlichen Wandbau aus, der für die Resorption und Sekretion, im Hinblick auf die Konzentrierung des Harns, von entscheidender Bedeutung ist. Der erste, stark gewundene Abschnitt des Hauptstückes, Tubulus contortus proximalis, setzt sich in einem gestreckten, absteigenden Teil des Hauptstückes, dem Tubulus rectus proximalis, fort. Er bildet zugleich den Anfang der haarnadelförmigen Henle – Schleife, Ansa nephroni, deren Richtung sich in einem dünnen, engen Schleifenschenkel, dem Tubulus attenuatus, ändert und mit einem weiteren geraden Abschnitt, dem Tubulus rectus distalis, wieder zur Rinde aufsteigt. Dieser aufsteigende Teil ist zugleich der Endabschnitt der Henle – Schleife. Er leitet den Harn über einen weiteren gewundenen Abschnitt, den Tubulus contortus distalis, in ein kurzes Zwischenstück, von wo er in ein Sammelrohr, Tubulus renalis colligens, fließt. Die Sammelrohre vereinigen sich zu immer größer werdenden Rohren und streben der Pyramidenspitze zu. Dort münden sie in den Ductus papillaris, der bei Pferd und Fleischfresser mit anderen Ductus papillares auf der Crista renalis endet.
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Dalmatiner
Dem Dalmatiner fehlt das Leberenzym Uricase, das außer den Primaten alle Säugetiere besitzen. Diese Urat – Oxidase bewirkt den Umbau der im Purinstoffwechsel anfallenden Harnsäure zu Allantoin, das über die Nieren ausgeschieden wird. Neben Allantoin scheiden die Nieren auch die nicht abgebaute Harnsäure aus. Da im Tubulussystem von Dalmatinern sämtliche Transportmechanismen fehlen, die für die Resorption von Harnsäure erforderlich sind, kommt es zu einer vollständigen Ausscheidung. Somit kann es nicht zu einer Anreicherung an Harnsäure im Blut kommen. Bei Menschen und Primaten wird bei normaler Plasmakonzentration etwa 90% der filtrierten Harnsäure wieder resorbiert.
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Alkalose/Acidose
Der physiologische pH Wert im Blut beträgt 7,4. Wenn der pH-Wert steigt, spricht man von einer Alkalose. Sinkt er hingegen unter 7,36, bezeichnet man dies als Acidose. Eine Alkalose oder Acidose ist der Versuch des Körpers über die Nieren das Säure-Basen-Gleichgewicht zu erhalten. Die Niere kann über die Ausscheidung von Wasserstoffprotonen den pH-Wert anheben, die Ausscheidung von Hydrogencarbonat dagegen senkt den pH-Wert des Blutes.
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Diuretikum/Diuretika
- Pharmaka zur vermehrten Ausscheidung von Wasser und Elektrolythen über verminderte, blockierte tubuläre Rückresorption
- Hemmung tubulärer Transportwege
- Indikationen zur klinischen Anwendung: Ödeme, Hypertonie, Volumenentlastung bei Herzinsuffizienz
- z.b. Solidaru (Goldrute), Brennessel, uva.
- forcierte Diurese bei Intoxikationen
- Aufrechterhaltung des Harnflusses bei drohendem Nierenversagen
- Angriffspunkte: proximaler Nephrontubulus (osmotische Diuretika), aufsteigender Teil der Henle-Schleife (Natrium/Kalium-rückresorption = Schleifendiuretika), proximaler Abschnitt des distalen Tubulus (Kaliumhaushalt, Benzothiadiazine), distaler Abschnitt des diestalen Tubulus und Sammelrohr (Kaliumsparende Diuretika, Aldosteronantagonisten = Spironolacton)
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Benzothiadiazine
Durch Hemmung eines Transportproteins in den Nierenkanälchen kommt es zu verringerter Wiederaufnahme von Ionen aus dem Primärharn und damit infolge der Veränderung des osmotischen Drucks zur vermehrten Wasserausscheidung.Vermindern die Ausscheidung von Calcium, Phosphat u. Harnsäure. Erhöhen die Ausscheidung von Kalium u. Magnesium.
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Spironolacton
Wirkt als kompetitiver Antagonist am Mineralokortikoidrezeptor und wird der Gruppe der kaliumsparenden Diuretika zugeordnet. Aufgrund der verminderten Wirkung von Aldosteron wird vermehrt Natrium ausgeschieden und Kalium zurückgehalten, da der durch Aldosteron bedingte Natriumkanal-Einbau unterbleibt. In der Folge kommt es zu einer erhöhten Wasserausscheidung.
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Renale Clearance
- Technik zur Bestimmung der glomerulären Filtrationsrate
- Die Clearence kann für körpereigene Substanzen wie Kreatin, Glucose, Harnstoff, u. a. bestimmt werden. Dieser Vorgang ist eine endogene Clearence.
- Die Clearence von außen zugeführter Substanzen wie Inulin oder Paraaminohippurat (PAH) ist eine exogene Clearence.
- Gibt das Plasmavolumen an, das pro gemessener Zeiteinheit durch renale Ekretion einer bestimmten Substanz vollständig gereinigt wird
- endogene Creatinin-Clearance (Muskelstoffwechsel)
- Inulin-Clearance (Fructosepolymer, kann vom Körper nicht aufgenommen werden (Infusion) und wird 1:1 von der Niere wieder ausgefiltert
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Renale Hormonproduktion
- Erythropoe(i)tin
- Thrombopoe(i)tin
- Vitamiin D
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Erythropoe(i)tin
- der rote Blutzellmacher "EPO"
- Glycoprotein
- ca. 30% Kohlenhydratanteil
- besteht aus 166 Aminosäuren
- Bildung bei Gewebehypoxie (zu wenig Sauerstoff)
- Produktionsstelle: glomeruläre Mesangiumzellen (Bindegewebsartiger Aufhängeapparat des Glomerulums)
- bewirkt Stimulation der Erythropoese im roten Knochenmark = Anaemie bei Insuffizienz der Niere!
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Thrombopoetin
- THPO
- Glycoprotein (Peptidhormon)
- besteht aus 335 Aminosäuren
- stimuliert die Megakaryozyten (sehr große, blutbildenden Zellen im Knochenmark)
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Vitamin D Entstehung
- 1,25-Dihydroxycholecalciferol
- Eigensynthese (beim Menschen) leitet sich vom Sqalen (Cholesterin) ab
- 7-Dehydrocholesterol wird in der Unterhaut abgespeichert
- mir UV-Licht in Cholecalciferol gespalten
- Hydroxilierung in der Leber (mit Sauerstoff/Wasserstoff versehen)
- entsteht 25 Hydroxycholecalciferol
- Hydroxilierung in der Niere zu 1,25-Dihydroxycholecalciferol = Vitamin
- sorgt an DNA für Expression von CALBINDIN = Calcium-Rückresorption in der Niere
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Ureter
- Harnleiter
- verbindet Nierenbecken bzw. Nierenkelche mit Vesica urinaria (Harnblase)
- das Nierenbecken ist selbst ein Teil des Ureters (Ureterknospe)
- Nierenbecken und proximale Drittel des Ureters beim Pferd mit Schleimdrüsen (Glandulae uretericae) ausgekleidet (proteinhaltig, Feromone)
- pars abdominalis ureteris
- pars pelvina ureteris
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pars abdominalis ureteris
- retroperitoneal, vom Nierenhilus im scharfen Bogen unter der Lendenmuskulatur nach caudal
- unterkreuzt Aorta und V. cava caudalis
- vor dem Ende der Lendenwirbelsäule
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pars pelvina ureteris
- "Beckenteil"
- Peritonealüberzug beim Eintritt in z.b. seitliches Harnblasenband
- mündet dorsal am Übergang vom Harnblasenkörper und Harnblasenhals schräg in die Harnblasenwand ein
- Der Harnleiter verläuft nach seinem Eintritt in die Harnblase ein kurzes Stück innerhalb der Harnblasenwand, das heißt intramural = Rückschlagventil als Nierenbeckenschutz
- es entstehen Culumna ureteria (Säule, Schleimhautfalte), Ostium ureteris (Öffnung des Ureters in die Harnblase), Christa urethralis (Leiste schon im Bereich der Harnröhre)
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Harnblase
- Vesica urinaria
- Facies dorsalis, Facies ventralis
- Vertex (Wirbel, entspricht dem Apex Vesicae = Harnblasenspitze) mit obliteriertem (das Verschließen oder Veröden von Gefäßen, Hohlorganen oder Körperhöhlen) Urachus (Alantoisstiel, Teil der Fruchthülle, Rückentwicklung)
- Corpus Vesicae
- Cervix (Hals) Vesicae
- Columnae uretericae (die Leisten der mündenden beiden Harnleiter aus den plicae uretericae) mit Ostia ureteris (Mündungsstellen)
- formt ein Schleimhautdreieck, Trigonum Vesicae
- Harnblasenbänder, Ligamenta (Ligg.) Vesicae medianum (Gekröse = Aufhängesystem des Urachus = Lig. pubovesicale), Ligg. Vesicae lateralia dextrum et sinistrum
- in ihrem lateralem Rand verläuft Lig. teres Vesicae (als Rudiment der Nabelarterie)
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Columnae uretericae
die Leisten der mündenden beiden Harnleiter aus den plicae uretericae mit Ostia ureteris (Mündungsstellen)
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Plicae uretericae
- Schleimhautfalten münden in Columnae uretericae
- verlaufen weit nach caudal, vereinigen sich am Übergang zur Harnröhre, Ostium urethrae internum, zu unpaaren Christa urethralis, die weit nach caudal zu verfolgen istAntwort
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Urachus
embryofetaler Kurzschluss, Ausscheidungsgang der embryofetalen Harnblase zur Nabelschnur und damit zum Harnsammelsack Allantois
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Ligementa (Ligg.) Vesicae
- Harnblasenbänder
- medianum (Gekröse = Aufhängesystem des Urachus = Lig. pubovesicale)
- lateralia dextrum et sinistrum
- in ihrem lateralem Rand verläuft Lig. teres Vesicae (als Rudiment der Nabelarterie)
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Urachusfistel
- nicht verschlossener Urachus
- Verbindung der Harnblase zum Urachus und zum Nabel bleibt bestehen
- Harnabsatz über den Urachus und über eine Fistel in der Haut im Nabelbereich
- postnatales Ausbleiben der Verödung des Urachus
- nicht physiologischer Nabelriss
- genetische Praedisposition
- mögliche bakterielle Infektionen
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Ruptur der Harnblase
- Vesica urinaria ist ausgestattet mit Urothel, Übergangsepithel
- mehrschichtiges Epithel, Epithelium transitionale
- gewisse (!) Dehnbarkeit
- mit Crusta (Abdeckschicht) überzogen
- durch vermehrtes Zurückhalten des Harns, öftermaliger Entzündung, Verlegung der Harnwege
- lebensbedrohlicher Zustand, Vergiftung, Verätzung
- Uroperitoneum = Abfließen des Harns in die Bauchhöhle
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Nabelentzündung
- Omphalitis
- Gefahr aszendierender Infektionen mit septikaemischem (Erreger tritt ins Blut ein, verbreitet sich durch das Blut, Blutvergiftung) Verlauf
- Nabelbereich: nässend, schmerzhaft, warm, geschwollen
- Palpationsbefund, Sonographie
- konservative, lokale Therapie bei frühzeitigem Erkennen
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Cystitis
- Harnblasenentzündung, Urocystitis
- Achtung: Cholecystitis = Gallenblasenentzündung
- infektiöse, oder nicht infektiöse Entzündung der Harnblase
- oft geht prädisponierende Schädigung voraus (z.b. traumatische Veränderung, Grunderkrankung, Schädigung der Immunabwehr)
- kann akut-chronisch, infektiös-nicht infektiös (steril bedingt) oder katarrhalisch (ausfließend), haemorrhagisch (blutend), oder fibrinös (entzündliches Eißweiß), ulcerös (Geschwür, Verletzung der Schleimhaut), phlegmonös (stark in die Unterhautzonen ziehend), diphteroid (Beläge, die nicht ohne Substanzverlust ablösbar sind), nekrotisierend, emphysematös (durch Lufteinschluss bedingte Entzündung), follikulär (Überreaktion des mucosa assoziierten lymphatischen Gewebes = MALT = Ansammlungen von lymphatischem Gewebe/Lymphfollikel unter der Schleimhaut), hyperplastisch (etwas wächst durch Zellzahlzunahme), polypös (gutartige neoplastische Zubildungen der Schleimhaut)
- Symptome: Pollakisurie (oftmaliges Wasserlassen in kleinen Mengen), Strangurie (Schmerz beim Urinieren)
- sterilisierende Spülungen (z.b. Arbutin)
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follikuläre Cystitis
Harnblasenentzündung infolge Überreaktion des mucosa assoziierten lymphatischen Gewebes = MALT = Ansammlungen von lymphatischem Gewebe/Lymphfollikel unter der Schleimhaut
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diphteroid
Beläge, die nicht ohne Substanzverlust ablösbar sind
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katarrhalische (Uro)Cystitis
"ausfließende" Harnblasenentzündung
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phlegmonöse (Uro)Cystitis
stark in die Unterhautzonen ziehende Harnblasenentzündung
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Urethra
- Harnröhre
- Achtung: Ureter (Harnleiter)/Urethra (Harnröhre)
- beginnt mit Ostium urethrae internum
- hat zunächst rundlichen, dann quer ovalen Querschnitt
- caudale Hälfte der Urethra wird vom quergestreiften M. urethralis umfasst
- Urethra feminina
- Urethra masculina
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Urethra masculina
- lang
- pars pelvina urethrae mit pars praeprostatica als ausschließlichem Harnweg bis Colliculus seminalis, pars prostatica als gemeinsamen Harn-Samenweg von M. urethralis umgeben
- pars penina urethrae im Penis verlaufend von Arcus ischiadicus mit Isthmus urethrae bis Ostium urethrae externum
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Urethra feminina
- kurz
- dehnbar
- mündet mit Ostium urethrae externum (nach außen gerichtete Öffnung der Harnröhre)
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Harngewinnung
- Spontanurin
- Katheterurin (f. Tierklinik)
- Cystozentese (Harnblasenpunktion), beim Kleintier die schonendste Methode, unter manueller Fixation der Harnblase "blind" (Katze), oder besser unter Ultraschallkontrolle. So auch rasche Entleerung bei drohender Blasenruptur. Mögliche Kontamination mit Erythrozyten.
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Harnfarbe
  • braun-rot, trüb / gelb-orange = Haematurie, bei Hündin auch in der Vorläufigkeit Blut im Urin möglich
  • dunkel, braun-rot = Haemo-, Myoglobinurie (Ausscheidung von rotem Blut- bzw. Muskelfarbstoff), z.b. beim Pferd Erkrankung/Untergang der Muskulatur (Kreuzverschlag)
  • milchig, trüb = Leukozyturie (Ausscheidung weißer Blutkörperchen, Entzündung der harnableitenden Wege, Nieren)
  • zitronengelb bis rot = Bilirubinurie (Ausscheidung von Metabolyten des Haemoglobinstoffwechsels), ev. Hinweis auf erhöhten Zerfall von Erythrozyten (roten Blutkörperchen), bzw. Hinweis auf Ausscheidung von Haemoglobin aus den Erythrozyten, z.b. bei Blutparasiten
  • dunkelgelb, konzentrierter Harn = Wassermangel, Fieber
  • schaumiger Urin = Proteinurie, Fibrin oder Plasmaproteine (Albumine, Proteine) = Zerstörung der glomerulären Filtration Achtung: Pferd = physiologisch
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Harngeruch
  • sauer/obstartig = Ketoacidosis (hoher Acetonwert, Kohlenhydratmangel = Diabetes mellitus
  • faulig/verdorbenes Fleisch = Eiter
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Harnmenge
  • Anurie = so gut wie kein Urinabsatz, Anzeichen auf akutes Nierenversagen
  • Oligurie = verminderter Harn- Urinabsatz, Hinweis auf mögl. Niereninsuffizienz
  • Polyurie = vermehrte Urinmenge
  • Pollakisurie = häufiger Urinabsatz kleiner Mengen, oftmals mit Schmerzen = Strangurie
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Organa genitale masculina - Übersicht
  • Keimdrüsen: Hoden, Testis, Orchis = Spermienbildung
  • Hodenhüllen, Hodensack = Scrotum
  • Nebenhoden, Epididymis mit Samenleiter, ductus deferens
  • Harnröhre, Urethra = Harn- Samenleitung
  • Akzessorische Geschlechtsddrüsen: Gl. vesicularis (Samenblasendrüse), Gl. prostatica (Vorsteherdrüse), Gl. bulbourethralis = COWPER-Drüse (Harnröhrenzwiebeldrüse), Ampulla ductus deferentis (Samenleiterampulle)
  • Penis, Phallus = Begattungsorgan
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Hoden - makroskopische Anatomie
  • Testis, Orchis
  • Hodenkopf, Extremitas capitata (Lage des Nebenhodenkopfes)
  • Hodenschwanz, Extremitas caudata (Lage des Nebenhodenschwanzes)
  •   Nebenhodenrand, Margo epididymalis
  • Hodengekröse, Mesorchium
  • freier Rand, Margo liber
  • Facies medialis mit Bursa testicularis (Hodentasche, - beutel)
  • Facies lateralis
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Hoden - mikroskopische Anatomie
  • Organkapsel, Tunica albuginea testis mit Bauchfellüberzug als stark Kollagenfaserige Organkapsel
  • Hodenparenchym (steht unter Druck, Tunica albuginea hält Gewebe zusammen)
  • Bindegewebssepten ausgehend von Tunica albuginea, Septula testis (als Wegstrecke der Blutgefäße und Nerven)
  • Bindegewebskörper (Mediastinum testis) mit eingelagertem Parenchym (Rete testis = Netz mit vielen Kanälen, den Tubuli seminiferi contorti)
  • Hodenläppchen, Lobuli testis
  • Samenkanälchen, Tubuli seminiferi contorti, laufen zu den
  • Ductuli efferentes testis (Ausführungsgängen) zusammen, welche dann in den Nebenhoden führen
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Bindegewebssepten
Zarte Bindegewebsplatten, die von der Kapsel eines Organs in dessen Parenchym einstrahlen und als Gerüst zur Strukturierung und Stabilisierung von Geweben beitragen
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Bau der Samenkanälchen
- Durchschnittlich 130 - 300 innerhalb des Hodenkörpers
- bindegewebige Hülle
- Sertoli-Zellen (Stütz- und Nährstoffzellen für die Spermatogonien) als "Fußzellen"
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Hormonbildung der Hoden
  • Androgene: Androstenon (männliche Geschlechtshormon, Synthese im interlobulären Bindegewebe des Hodens), Östrogene (17-beta-Ö(E)stradiol als weibl. Geschlechtshormon, gebildet aus Sertoli-Zellen)
  • verantwortlich sind die Leydig-Zwischenzellen als spezialisierte, polygonale Epitheloidzellen

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Kastration
  • Orchiektomie (Entfernung der männlichen Keimdrüsen)
  • Wegfall der Hormonproduktion der LEYDIG-Zwischenzellen
  • Kastration vor der Pubertät: "Feminisierung", Wegfall der Ausbildung sekundärer Geschlechtsmerkmale, Unterbleiben des Aggressionsverhaltens gegenüber potentieller Rivalen, Ausbleiben der Ausbildung der akzessorischen Geschlechtsdrüsen (z.b. Glandula prostatica)
  • Kastration nach der Pubertät: Rückbildung sekundärer Geschlechtsmerkmale, Rückbildung der akzessorischen Geschlechtsdrüsen, Triebverhalten wird reduziert, kein Erreichen des präpubertären Zustands
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Hodenhüllen
  • 5-schichtig
  • Ausbuchtungen der Bauchwandschichten
  • Haut: Integumentum commune, muskulös elastische Tunica dartos
  • zweischichtige Fascia spermatica externa (entspricht der zweischichtigen Fascia trunci externa)
  • Scrotum: Tunica dartos, fascia subdartoicum, fascia spermatica externa, dünn behaart, pigmentiert, Schweiß- und Talgdrüsen
  • Tunica dartos: muskulös-elastisch, ersetzt Subcutis (Unterhaut), besteht aus glatter Muskulatur, von außen als Raphe scroti (Hodensacknaht) erkennbar
  • Stratum subdartoicum: elastisches, kollagenfasriges Bindegewebe
  • Fascia spermatica externa: umschließt den processus vaginalis und M. cremaster, leicht verschieblich
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M. Cremaster
  • Hodenhülle
  • quer gestreifte Muskulatur und Fascia cremasterica
  • Abkömmling der Bauchwandmuskulatur, M. obliquus internus abdominis (innere schiefe Bauchmuskel)
  • Heber des Scrotums, der Hodenanlage (z.b. Hasen)
  • Levator und Spanner des Proc. vaginalis
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Gekröse
  • Bauchfellfalte dorsal entlang der Wirbelsäule
  • Peritoneum, Bauchfell als Auskleidung seröser Höhlen und Umgebung innerer Organe
  • Verbindung zwischen Organ und Leibeswand
  • Gekröse von Hoden (Mesorchium) und Nebenhoden (Mesepididymidis): Verlust der Verbindung mit der Leibeshöhle aufgrund Descensus testis
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Proc. vaginalis
  • Hodenhülle
  • Produkt des Hodenabstiegs aus der Bauchhöhle medial der Urnierenanlage
  • Fascia spermatica interna (Ausbuchtung der inneren Rumpffaszie)
  • Lamina parietalis tunicae vaginalis (Wandzone)
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Nebenhoden
  • Epididymis (oben auf der Seite angelagert)
  • Kopf (caput epididymidis)
  • Körper (corpus epididymidis)
  • Schwanz (cauda epididymidis)
  • Gekröse (Mesepididymis)
  • Cauda mit Lig. testis proprium an extremitas caudata des Hodens verwachsen
  • Nebenhodentaschen (bursa testicularis)
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caput epididymidis
  • Nebenhodenkopf
  • tubuli seminiferi contorti, kleine Samenkanälchen, bilden das rete testis, ziehen als 
  • Ductuli efferentes (umgebildete Urnierenkanälchen) in den Nebenhodenkopf, bilden
  • Lobuli epididymidis, setzen sich zu einem
  • ductus epididymidis (Nebenhodenkanal = Urnierengewebe = WOLFF-Gang) zusammen, setzt sich fort als
  • ductus deferens (Samenleiter)
  • Kopfende des Nebenhodens mit Appendix testis (als Restgewebe des MÜLLER-Ganges)
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ductuli efferentes
  • Gangsysteme, die aus dem Hodenkopf in den Nebenhodenkopf einziehen
  • dort die lobuli epididymidis bilden, den
  • ductus epididymidis fort-/zusammensetzen
  • in Bindegewebe eingebettet
  • mit Stereozilien (Kinozilien) ausgestattet, hochprismatisches, mehrreihiges Epithel
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Samenleiter
  • ductus deferens
  • setzt den ductus epididymidis (Nebenhodengang) fort
  • zieht zum pars pelvina urethrae (Beckenhöhlenteil der Harnröhre)
  • bildet in Gemeinschaft mit Gefäßen und Nerven des Hodens den Samenstrang, Funiculus spermaticus
  • Samenleitergekröse, mesoductus deferens
  • Samenleiterfalten, zusammengefasst zur plica urogenitalis
  • innerhalb der plica urogenitalis u.U. Reste der weiblichen MÜLLER-Gänge als Uterus masculinus
  • Endabschnitt des Samenleiters angeschwollen zur Samenleiterampulle, ampulla ductus deferentis mit glandula ampullae (Drüsenzellen mit Sekret)
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Glandulae genitales accessoriae
  • akzessorische Geschlechtsdrüsen
  • gruppiert um pars pelvina urethrae
  • Samenleiterampulle, ampulla ductus deferentis
  • Samenblasendrüse, glandula vesicularis
  • Vorsteherdrüse, glandula prostatica
  • Harnröhrenzwiebeldrüse, glandula bulbourethralis, COWPER-Drüse
  • produzieren Sekret, mucinhaltig (für die Beweglichkeit der Spermien), fructosehaltig, spermiennährend
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Samenleiterampulle
  • ampulla ductus deferentis
  • bei Hund und Pferd mit glandulae ampullae, fehlt bei Katze
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Samenblasendrüse
  • glandula vesicularis, Vesicula seminalis
  • paariges Drüsenorgan, lateral von cervix Vesicae urinariae (Harnblasenhals)
  • ragt cranial in plica urogenitalis hinein
  • fehlt bei Fleischfresser
  • bei Pfd. dickwandige Blase
  • verästelte, tubuloalveoläre Drüse
  • glatte Muskulaturschicht (Kontraktionswellen während der Ejakulation werden sympathisch und durch das Hormon Oxytocin gesteuer)
  • Ausführungsgang ist ductus excretorius
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Vorsteherdrüse, Prostata
  • Corpus Prostatae liegt bei pars pelvina urethrae direkt auf
  • liegt der Harnblase und der Harnröhre so nahe, dass es bei einer Vergrößerung zu Ausscheidungsstörungen kommen kann
  • pars disseminata (in Urethrawandung eigelagert, mantelartig, einzelne Drüsenlappen)
  • capsula Prostatae
  • Ausführungsgänge im Bereich des Colliculus seminalis der Urethraschleimhaut
  • Mündungsgewebe = Sinus prostaticus
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Harnröhrenzwiebeldrüse
  • glandula bulbourethralis, COWPER-Drüse
  • liegt pars pelvina urethrae, pars penina urethrae paarig auf
  • sehr klein bei Katze
  • Perd als kugeliges, Walnuss großes Gebilde dorsal auf der Harnröhre aufliegend, stark tubuläre Drüse
  • durch glatte Muskulatur bewegt während der Ejakulation
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Urethra masculina
  • männliche Harnröhre
  • umhüllt von M. urethralis
  • Harnweg, canalis urinalis
  • Harn-Samenweg, canalis urogenitalis (Ostium urethrae internum, Ostium urethrae externum
  • processus urethrae = Verlängerung der Harnröhre bei kleinen Wiederkäuern (Schafbock, Ziegenbock)
  • pars pelvina urethrae (Abschnitt von Harnblasenhals bis Colliculus seminalis und Ostium ejaculatorium = pars praeprostatica, pars prostatica = Mündung des ductus deferens und aller acessorischer Geschlechtsdrüsen = Harn-Samenweg)
  • pars penina urethrae (im Penis verlaufend von Arcus ischiadicus mit Isthmus urethrae bis Ostium urethrae externum)
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Aufbau Penis
  • radix penis, Peniswurzel - Arcus ischiadicus, bulbus penis mündet in
  • corpus penis, ausgestattet mit Apex/Glans penis/Eichel, dorsum penis (dorsal), ventral Facies urethralis, Praeputium, Vorhaut (Reservefalte des Hengstes)
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Penisschwellkörper
  • paariger Dorsalschwellkörper, Corpora cavernosa penis, arteriell
  • Harnröhrenschwellkörper, Corpus spongiosum penis, venös
  • Eichelschwellkörper, Corpus spongiosum glansis, venös
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Corpora cavernosa penis
  • Arterielle, paarige, (Dorsal)Schwellkörper mit Penisschenkel (Crura penis) vom Arcus ischiadicus losziehend
  • mit Septum penis voneinander in 2 Portionen getrennt
  • bei Hund zum Os penis (Knochen) ausgebildet mit Sulcus dorsalis penis, ventrale Rinne (Sulcus urethralis penis) zur Aufnahme der Harnröhre
  • Verknöcherung benötigt Verbindung mit Schwellkörper = Lig. apicale penis = Erektion legt auf diese Weise den Penis cranioventral um
  • Aus Tunica albuginea penis laufen Trabeculae corporacavernosae nach innen, es bilden sich Kleinstcavernen (Cavernae) aus, hoher Blutdruck bei Errektion
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Praeputial-Katarrh
  • Balanoposthitis, Balanoposthitis follicularis (Überreaktion der Penisspitzenschleimhaut)
  • eitriges Exsudat
  • Hautflora-assoziierte Keime, Smegma
  • adstringierende Spülungen
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Author: Andreas
Main topic: Tierheilpraktiker
Topic: Anatomie/Physiologie des Urogenitalapparates Hund/Katze/Pferd
School / Univ.: ATM
City: Bad Bramstedt
Published: 02.01.2017
 
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