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All main topics / 3407 / Methoden der Sozialpsycholoigie

1.2. Methoden der Sozialpsychologie (22 Cards)

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Kritik an Kritik
Aber diese Kritk geht von einer falschen Prämisse aus:
  •          Entscheidend für die Übertragbarkeit experimenteller Befunde auf andere Situationen ist nicht, dass die Experimentalsituation einer realen Situation maximal gleicht -> offensichtlicher Realismus.*    Entscheidend ist vielmehr, dass sie psychologischen Realismus besitzt – d.h., dass die in einem Experiment angestoßenen psychologischen Prozesse denjenigen, die unter entsprechenden Bedingungen im „realen Leben“ ablaufen, weitgehend ähneln*   Ist der psychologische Realismus hoch, können gerade Laborexperimente weitreichende generalisierbare Ergebnisse produzieren, da sie eine Prüfung der theoretischen Annahmen auf einem hochgradig allgemeinen (statt auf situationsspezifischen) Niveau ermöglichen.

Bsp: Untersuchung zu Gruppenforschung mit gemischen Gruppen aus Palästinensern und Israelis, haben eine enorm hohe Aussagenkraft und Generalisierbarkeit. Sie demonstrieren nämlich, dass die Gültigkeit der theoretischen Annahmen nicht von Faktoren abhängt, die eine be-stimmte „natürliche“ Intergruppenbeziehung kennzeichnen (z.B. spezifi-sche historische Ereignisse, wie solche in der Geschichte zwischen Israe-lis und Palästinensern oder spezifische Vorurteile). Daher kann erwartet werden, dass die Annahmen auch in anderen Intergruppenkontexten gültig sind – und dies zumindest solange, bis weitere Forschung Einschränkungen der Generalisierbarkeit auf diese Kontexte zeigen.
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Menschen wie Sozialpsychologen beschäftigen sich damit,...
  • Gesetzmäßgikeiten im Verhalten von Menschen aufzudecken
  • Soziales Verhalten vorherzusagen
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Unterschied zwischen naiven "Alltagspsychologen" und Sozialpsychologen
  • Anspruch an Theorien und Hypothesen: Theorien müssen bestimmten Gütekreterien entsprechen und müssen intersubjektive nachvollziehbar sein
  • Art und Weise, wie Laien und Wissenschaftler ihre Hypothesen prüfen (Stichwort: Forschungsmethoden)
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Hypothetische Konstrukte und Variablen
Abstrakte theoretische Begriffe, die sich nicht direkt beobachten lassen, sondern nur mit Hilfe von Indikatoren beobachtet oder erschlossen werden können.

Der Begriff Variable bezieht sich auf die messbaren Indikatoren eines hypothetischen Konstrukts.
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Operationalisierung
Unter Operationalisierung wird die Art und Weise verstanden, wie ein hypothetisches Konstrukt in eine beobachtbare Variable überführt wird. Sie hat Auswirkungen auf die Validität (Gültigkeit) der wissenschaftlichen Schlussfolgerungen.
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Konstrukvalidität
Der Begriff Konstruktvalidität bezieht sich darauf, inwieweit eine beobachtete Variable das zugrunde liegende theoretische Konstrukt angemessen repräsentiert.
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Wenn - dann Sätze
Form sozialpsychologischer Theorien, da sie versuchen menschliches Erleben und Verhalten zu erklären und vorherzusagen
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"Nichts ist so praktisch wie eine gute Theorie."
  •           Je allgemeiner die Formulierungen der Hypothesen sind, desto größer ist der Gültigkeitsbereich einer Theorie.*     Aus den allgemeinen Hypothesen einer Theorie lassen sich wiederum spezielle Hypothesen für einen bestimmten Kontext oder Verhaltensbereich ableiten, die dann im Rahmen empirischer Untersuchungen der Prüfung unterzogen werden*      Theorien sind daher insofern nützlich, da ihre allgemeine Formulierung die Vorhersage und Erklärung von Phänomenen mit dem gleichen begrifflichen Instrumentarium in einer Vielzahl von unterschiedlichen Kontexten erlaubt.
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Gütekriterien zur Beurteilung wissenschaftlicher Theorien
  •      Innere Widerspruchsfreiheit – man sollte nicht eine Aussage und deren Gegenteil (Verneinung) aus einer Theorie ableiten können.*    Äußere Widerspruchsfreiheit – eine Theorie sollte nicht im Widerspruch zu als gesichert geltenden Theorien stehen, ohne genau zu spezifizieren, wo bisherige Annahmen zu korrigieren sind.*    Eine Theorie ist umso besser je präziser ihre Vorhersagen und Erklä-rungsleistungen sind.*    Eine Theorie ist umso besser je mehr Phänomene sie erklären und vorhersagen kann.*    Eine Theorie ist umso besser je sparsamer ihre Annahmen sind.
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Notwendigkeit mehrerer Theorien
  •      Für die Erklärung bestimmter Phänomene (z.B. Intergruppenkonflikt) liegen oft eine Reihe verschiedener Theorien (oder theoretischer Modelle) vor, von denen jede bestimmte einzelne Fakten (besser) erklären kann, die von anderen Theorien nicht (oder nur unzureichend) erklärt werden können.*    Die Entscheidung für eine einzige Theorie würde daher zu einer unangemessenen Vernachlässigung der durch diese Theorie nicht ausreichend erklärten Phänomene führen.
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Sozialpsychologische Forschungsmethoden lassen sich generell anhand zweier Fragen klassifizieren:
Frage 1: Findet die Datenerhebung im Feld oder im Labor statt?
Frage 2: Dient die Methode der Beschreibung, der Vorhersage oder der Erklärung sozialer Phänomene?
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1. Findet die Datenerhebung im Feld oder im Labor statt?
Die Prüfung sozial-psychologischer Theorien und ihrer Anwendbarkeit auf unterschiedliche Kontexte und Populationen stützt sich daher typischerweise auf eine Kombination aus Feld- und Laborforschung.






Feld Labor
Erlebens- und Verhaltensdaten werden in der Umgebung erhoben, in der sie natürlicherweise auftreten. Bei der Laborfor-schung findet die Datenerhebung unter hoch kontrollierten Bedingungen in speziell dafür ausgestatteten Räumlichkeiten statt.
Vorteil: Die Feldforschung spielt auch eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung und Modifikation von Theorien, da durch sie bislang unberücksichtigte Einflussfaktoren im Feld auf-gedeckt werden können. Vorteil: Kontrollierbarkeit und Standardisierung relevanter Einflussgrößen und Rahmenbedingungen; Nachteil: Die im Labor isolierten Wirkmechanismen sind nicht ohne weiteres auf spezifische Kontexte oder Population außerhalb des Labors übertragen (generalisiert) werden können. Das ungewohnte „Setting“ der Laborsituation auf das Erleben und Verhalten der Versuchspersonen auswirken und dadurch die Ergebnisse verfälschen.

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2. Dient die Methode der Beschreibung, der Vorhersage oder der Erklärung sozialer Phänomene?


Zweck Methode
Beschreibung beobachtet ( systematisch ) und kontrolliert
Vorhersage Korrelationsmethode: zwei oder mehrere Variablen werden systematisch gemessen, und es wird die Beziehung zwischen ihnen ermittelt. Nachteil: keine eindeutigen Kausalschlüsse 
Erklärung Experimente, insbesondere Laborexperimente daher eine herausragende Rolle



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Sozialpsychologisches Experiment
  •             Schlüsselmerkmale des Experiments sind Manipulation und Kontrolle.*      Wenn X tatsächlich eine Ursache von Y ist, dann sollten Veränderungen in X im Regelfall auch Veränderungen in Y zur Folge haben.<div style="padding-left:5px;"></div><div style="padding-left:5px;">(1) Er manipuliert (variiert) die Ausprägung der Variable, von der er annimmt, dass sie eine Ursache einer anderen Variablen ist (die sog. unabhängige Variable), und<div style="padding-left:5px;"></div><div style="padding-left:5px;"></div><div style="padding-left:5px;">(2) er beobachtet (bzw. misst) die daraus resultierenden Veränderungen in der anderen Variable (der sog. abhängigen Variable).</div></div>*      Kontrolltechniken dienen dazu, sicherzustellen, dass die beobachtete Kovariation von Ursache und Wirkung in einem Experiment allein auf die manipulierte Ursache (die unabhängige Variable) und nicht auf andere mit der manipulierten Ursache zufällig variierende Faktoren zurückzuführen ist (letzteres Phänomen wird als Konfundierung der unabhängigen Variable mit einer Störvariable bezeichnet).
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Konfundierung der unabhängigen Variable mit einer Störvariable bezeichnet
Beobachtete Kovariationen in einem Experiment, die sich auf andere mit der manipulierten Ursache zufällig variierende Faktoren zurückzuführen ist.
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Klassifikationsbegriffe von Variablen in der experimentellen (Sozial)Psychologie
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Randomisierung
Eine der wichtigsten experimentellen Kontrolltechniken ist die zufällige (randomisierte) Zuteilung der Versuchspersonen auf die verschiedenen Bedingungen des Experiments, durch die unterschiedliche Ausprägungen der unabhängigen Variablen UV realisiert werden.
  • Die Randomisierung soll sicherstellen, dass alle potentiell relevanten Merkmale der Versuchsperson vor der Manipulation in den verschiedenen Bedingungen des Experiments (zumindest im Durchschnitt) gleich ausgeprägt sind; sie können in-folgedessen nicht für beobachtete unterschiedliche Ausprägungen der AV zwischen den Experimentalbedingungen verantwortlich sein.
  • Um ein „echtes“ Experiment handelt es sich nur, wenn neben der Möglichkeit der Manipulation der UV auch die Möglichkeit der randomisierten Zuteilung der Versuchspersonen besteht.
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Gütekriterien zur Beurteilung experimenteller Untersuchungen
  •          Der Begriff der Validität bezieht sich in der empirischen Forschung auf die Gültigkeit der Schlussfolgerungen, die aus einer Untersuchung gezogen werden können.*      Die Qualität experimenteller Forschung hängt in erster Linie von der internen Validität ab, d.h. der Sicherheit, mit der man aus den Ergebnissen des Experiments auf Ursache-Wirkungsbeziehungen schließen kann. Die interne Validität eines Experiments ist hoch, wenn die beobachtete Veränderung der AV mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die experimentelle Manipulation der UV zurückzuführen ist.*     Die externe Validität bezieht sich darauf, inwieweit die Befunde (unter Berücksichtigung relevanter theoretischer Annahmen) auf andere Situationen oder Populationen übertragbar (generalisierbar) sind. Ein wichtiges Kriterium zur Beurteilung der externen Validität eines Experiments ist die Replizierbarkeit, d.h. die Bestätigung der Befunde bei unabhängigen Wiederholungen mit Versuchspersonen aus anderen Populationen, in unterschiedlichen Kontexten oder unter Verwendung unterschiedlicher Varianten der Manipulation.
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Kritik an sozialpsychologischen Experimenten
Kritikpunkt
  •       Versuchspersonen werden in „künstliche“ Situationen gebracht, denen sie so im Alltag nicht begegnen*    Ergebnisse seien nicht auf das „reale“ Leben übertragbar
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Ethische Askpekte - Demand Charackteristics
  • Bestimmte Hinweisreize in der Untersuchungssituation, die der Versuchsperson nahelegen, welche Verhaltensweisen oder Reaktionen von ihr erwartet werden.
  • Die Ergebnisse werden dann verfälscht, da, anders als intendiert, nicht mehr die spontanen oder „natürlichen“ Reaktionen der Versuchsperson beobachtet werden können.
  • Versuchspersonen können auch bemüht sein, während des Experiments in einem günstigen Licht zu erscheinen. Diese Tendenz zur sozialen Erwünschtheit kann die Ergebnisse insbesondere dann verfälschen, wenn negative Verhaltensweisen untersucht werden (z.B. aggressives Verhalten, soziale Diskriminierung).
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Cover Story
  •          Eine in der sozialpsychologischen Forschung häufig verwendete Methode, um die Einflüsse derartiger Prozesse zu reduzieren, besteht darin, dass die Versuchspersonen von der Versuchsleitung (im Folgenden: Vl) über einige Aspekte der Untersuchung getäuscht werden.*     Diese Täuschung kann vom einfachen Zurückhalten von Informationen über die wahren Ziele der Untersuchung bis zur absichtlichen Irreführung der Versuchspersonen reichen, bei der ihnen vorgespiegelt wird, die Untersuchung verfolge ganz andere Ziele (es wird eine sog. „cover story“ verwendet).*     Vorteil: Die vorsätzliche Täuschung von Versuchspersonen lässt sich aus wissenschaftlicher Sicht rechtfertigen – man kann ziemlich sicher sein, dass sich Versuchspersonen, die an sozialpsychologischen Experimenten zu aggressivem Verhalten, Vorurteilen oder Diskriminierung teilnehmen, anders verhalten würden (weniger aggressiv, weniger vorurteilsbehaftet oder diskriminierend), würden sie vor ihrer Teilnahme über die jeweiligen Ziele der Untersuchung vollständig in Kenntnis gesetzt. Ohne diese Täuschungen wären wichtige theoretische Annahmen über die Ursachen, die sozial und gesellschaftlich hochrelevante Verhaltensweisen bedingen, dann nicht oder nur sehr eingeschränkt prüfbar.*    Nachteil: Nichtsdestotrotz bleibt die Täuschung von Versuchspersonen aus ethischer Sicht problematisch.In Reaktion auf Kontroversen über die ethischen Grenzen (sozial)psychologischer Forschung haben wissenschaftlich-psychologische Fachgesellschaften und Verbände (in Deutschland z.B. die Deutsche Gesellschaft für Psychologie) 1998Ethik-Richtlinien für die Forschung mit Menschen herausgegeben, die für wissenschaftlich arbeitende (Sozial)Psychologen verbindlich sind.
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Richtlinien als Reaktion auf ethische Problematik
  •          Zu diesen Richtlinien gehören u.a.<div style="padding-left:5px;">- die Freiwilligkeit der Versuchspersonen zur Teilnahme,</div><div style="padding-left:5px;">- die Verpflichtung Versuchspersonen keinen psychisch oder physisch schädigenden Einflüssen oder Gefährdungen auszusetzen sowie</div><div style="padding-left:5px;">- die Verpflichtung, Untersuchungen unverzüglich abzubrechen, wenn Versuchspersonen unerwartete Belastungsreaktionen zeigen.</div>*   Postexperimentelle Aufklärung: Die Versuchspersonen werden nach dem Experiment vollständig über die Täuschung und das eigentliche Ziel der Untersuchung aufgeklärt; die wissenschaftliche Notwendigkeit der Täuschung wird begründet. Im Idealfall vermittelt diese Aufklärung den Versuchspersonen ein Verständnis für die Relevanz der Forschungsergebnisse und den Beitrag, den sie dazu geleistet haben.*   Es soll den Versuchspersonen die Möglichkeit gegeben werden, die an ihnen erhobenen Daten zurückzuziehen.
Flashcard set info:
Author: Lise Langstrumpf
Main topic: 3407
Topic: Methoden der Sozialpsycholoigie
School / Univ.: FU Hagen
Published: 13.12.2014
 
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