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All main topics / Psychologie / Entwicklungspsychologie

M5 Entwicklungspsychologie (160 Cards)

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Wie lauten die 8 Phasen der psychosozialen Entwicklung nach Erik Erikson? (3403 S. 87)
1. Vertrauen vs. Misstrauen

2. Autonomie vs. Scham und Zweifel

3. Initiative vs. Schuldgefühl

4. Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl

5. Identität vs. Identitätsdiffusion

6. Intimität und Solidarität vs. Isolierung

7. Generativität vs. Stagnation und Selbstabsorption

8. Integrität vs. Verzweiflung
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Was versteht man unter Moral? Was versteht man unter Ethik? (3406, S. 15)
Moral = Sitte, Brauch, Gewohnheit, Charakter

- Moral ist ein System von auf Traditionen, Gesellschaftsformen, Religion beruhenden sittlichen Grundsätzen und Normen, das das zwischenmenschliche Verhalten reguliert

- Moral ist die philosophische Lehre von der Sittlichkeit (das sittliche Verhalten des Einzelnen oder der Gruppe)


Ethik = Teilgebiet der Philosophie, das zur praktischen Philosophie gerechnet wird

- Ethik ist die Lehre vom guten Handeln
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Was versteht man unter dem normativen bzw. deskriptiven Moralbegriff? (3406, S. 15)
normativer Moralbegriff:
- wird meist im Alltag verwendet
- Urteil/Bewertung: Verhalten wird mit Normen verglichen, die wir als wichtig und richtig ansehen
- "Ethik" (Teilgebiet der Philosophie) erörtert den Zusammenhang zwischen Verhalten und Norm


deskriptiver Moralbegriff:
- wird in der Moralpsychologie und den empirischen Sozialwissenschaften verwendet
- hat beschreibenden Charakter
- es findet keine Wertung statt
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Welche 3 moralpsychologischen Perspektiven gibt es? (3406, S. 17)
1. die kognitve Perspektive
- Wie beeinflusst das Denken die Moral?
- Vertreter: Piaget, Kohlberg, Selmann

2. die situative Perspektive
- Wie beeinflussen die Umstände unsere Moral?
- Austauschtheorien, Take-the-best-Heuristik, Milgram-Experimente, Public-Goods-Games, Tit-for-Tat-Regel

3. die emotionale Perspektive
-  Wie beeinflussen die Gefühle unsere Moral?
- Rationalistisches Modell, Sozial-intuitives Modell
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Was bedeutet Assimilation? (3406, S. 32)
Assimilation = Integration neuer Informationen in bereits vorhandene Strukturen

- Eingliederung neuer Erfahrungen in bereits vorhandene Schemata

- quantitativer Zuwachs an Informationen

- keine qualitative, strukturelle Änderung

- Anwendung von Konzepten

- Aufnahme eines Gegenstands in ein geistiges Schema

- bereits vorhandenes Wissen bzw. Schema wird genutzt
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Was bedeutet Akkomodation? (3406, S. 32)
Akkomodation = Veränderung der kognitiven Struktur durch neue Informationen

- Anpassung der Schemata/Strukturen an die Wirklichkeit

- Erweiterung/Anpassung eines Schemas an die wahrgenommene Situtation, wenn ein vorhandenes Schema unzureichend ist

- man hat ein Problem, dass nicht zum Schema/zur Struktur passt, also nicht zu dem, was man schon "weiß"

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Was bedeutet Äquilibration? (3406, S. 33)
Äquilibration = Gleichgewichtsstreben

- Herstellung immer adäquaterer Gleichgewichtszustände zwischen Individuum und Umwelt

- Streben nach Gleichgewicht zwischen Assimilation und Akkomodation

- nur Assimilation: wir wären Veränderungen der Umwelt hilflos ausgeliefert, man könnte sich nicht der Umwelt anpassen

- nur Akkomodation: man würde die eigenen Identität verlieren, wenn man sich ständig der Umwelt anpassen würde
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Was unterscheidet die Begriffe "Freundschaft" und "Liebe"? (3404, S. 35, 36)
- vieles, was den Begriff Freundschaft charakterisiert, trifft auch auf den Begriff Liebe zu

- trotz der großen Ähnlichkeit unterscheiden die meisten Menschen zwischen Freundschaft und Liebe

Freundschaft:
- zweiseitige Beziehung, die auf Gegenseitigkeit beruht
- keine offene Sexualität

Liebe:
- emotionale Beziehung gegenüber einer anderen Person, die diese erwidern kann, aber nich muss
- die Unsicherheit über die Erwiderung ist charakteristisch für Liebe
- Exklusivitätsanspruch: lieben sollten wir nur eine Person
- Liebe hat große Ähnlichkeit zu Freundschaft, es kommt aber noch körperliche Intimität dazu
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Attraktivität von Gesichtern: Welche hormonellen Hintergründe gibt es? Nennen sie Ergebnisse aus Studien! (3404, S. 47)
Frauen bevorzugen bei Männern:
- zum Zeitpunkt des Eisprungs eher maskuline Gesichter
- maskuline Gesichter hängen eng mit Testosteron zusammen, welches kantige Kiefer, ein ausgeprätes Kinn, schmalere Lippen, buschigere Augenbrauen und einen großen Überaugenwulst bewirkt
- maskulines Aussehen wird mit "guten" Erbanlagen, Dominanz und Gesundheit verbunden
- maskuline Männer werden von Frauen als weniger gefühlvoll, warmherzig und ehrlich eingeschätzt

- an den unfruchtbaren Tagen der Frau bevozugt sie eher weniger männliche Gesichter
- weniger männlich wirkende Männer werden eher als verlässliche Väter angesehen
- sie werden von Frauen als gefühlvoller, warmherziger und ehrlicher eingeschätzt, als maskuline Männer

Männer bevorzugen bei Frauen:
- typisch weibliche Gesichtsmerkmale, wie glatte Haut und volle Lippen, die auf einen hohen Östrogenspiegel hinweisen
- die Fruchtbarkeit der Frau hängt vom Östrogen ab
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Welche 3 universellen emotional-motivationale Systeme nennt Fisher? (3404, S. 52)
1. Sexualität
2. Bindungsverhalten
3. romantische Liebe beim Menschen, Balzverhalten bei Tieren:


Sexualität Geschlechtshormone (Testosteron)
Bindungsverhalten Oxytocin, Vasopressin
romantische Liebe Ausschüttung von Dopamin, Noradrenalin, Unterdrückung von Serotonin


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Welche Erkenntnisse wurden aus Studien an Präriewühlmäusen bezüglich Hormonen und Monogmie gewonnen? (3404, S. 53)
- die weiblichen Präriewühlmäuse werden durch Geruchsbotenstoffe (Pheromone) gesteuert
-  treffen sie auf einen geeigneten Partner, bereitet sich ihr Körper auf die Paarung vor
- es kommt zum Sexualkontakt
- dauerhafte Bindung, Nestbau, Monogamie

- während der Paarung werden beim Weibchen Oxytozin und beim Männchen Vasopressin wiksam
- unterdrückt man diese beiden Hormone erfolgt die Paarung, aber es findet keine Bindung statt
- werden diesen beiden Hormone gegeben, findet Bindung statt, auch ohne vorangegangene Paarung
- diese Versuche deuten darauf hin, dass Oxytozin und Vasopressin eine zentrale Rollen im Bindungsverhalten spielen
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Sind die Erkenntnisse aus Studien an Präriewühlmäusen bezüglich Hormonen auch auf den Menschen übertragbar? (3404, S. 53)
- in einer schwedischen Zwillingsstudie konnte nachgewiesen werden, dass Männer mit einer bestimmten genetischen Disposition, die mit einer geringen Vasopressinausschüttung einhergeht, seltener glückliche Beziehungen führten

- dies weist auf einen Zusammenhang zwischen einem bestimmten Gen und Bindungsverhalten hin, was auch für den Meschen relevant sein könnte

- allerdings ist es höchst spekulativ, genetische Ursachen der Qualität sozialer Beziehungen beim Menschen anzunehmen
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Ist Liebe eine „süchtig-machende Störung“? (3404, S. 56)
- das Belohnungssystem (mesolimbischen System) ist vermutlich für bestimmte Arten von Drogenabhängigkeit verantwortlich.

- es werden also ähnliche neurochemische Vorgänge bei Verliebtsein (romantische Liebe) und Drogenrausch vermutet.

- dieser Zusammenhang ist vermutlich genau entgegengesetzt:
  • evolutionär hat sich das Belohnungssystem als eine effiziente Regelungsmöglichkeit sozialen Bindungsverhaltens erwiesen, weil es der Arterhaltung dient, den Partner zu lieben und die Nachkommen gemeinsam aufzuziehen
  • Drogenabhängigkeit kann als Schattenseite dieses evolutionär sinnvollen Mechanismus angesehen werden




 
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Welche Ähnlichkeiten gibt es zwischen romantischer Liebe und Mutterliebe aus gehirnphysiologischer Sicht? (3404, S. 56)
Untersuchung von Bartels und Zeki (2004):
- Mütter schauten Foto vom eigenen Kind, vom Kind einer Freundin und vom Kind einer Bekannten an
- mittels fMRT wurde gezeigt, dass das mesolimbische System (Belohnungssystem) im Gehirn aktiviert wurde, wenn die Mutter ein Bild ihres eigenen Kindes sah
- diese Befunde decken sich mit den Untersuchungen zu frisch verliebten Paaren von Aaron (2005)
- d.h. bei beiden Arten von Bindung, der romantischen und der mütterlichen, wird das Belohnungssystem aktiviert
- gleichzeitig finden reduzierte Aktivierungen bezüglich negativen Emotionen und Bewertungsprozessen statt
- die Volksweisheit "Liebe macht blind" gilt offensichtlich sowohl für den Liebespartner als auch für die eigenen Kinder
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Welche Gründe für erfolgreiche Partnerschaften nennt Schmitt-Kloss in ihrer Studie? (3404, S. 58)
- Gabriela Schmitt-Kloss hat 6 Paare, die 35 Jahre oder länger glücklich verheiratet waren, untersucht

- die Art und Weise, in der die Partner (einzeln getrennt) voneinander sprachen, war positiv. Negative Eigenschaften des Partners wurden durch konstruktive wohlwollende Attributionen minimiert

- folgende Gründe beschreibt Schmitt-Kloss:

  • Liebe
  • Vertrauen
  • gegenseitige unterstützende Interaktionen
  • begünstigende Ausseineinflüsse
  • kooperative Persönlichkeitsmerkmale
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Welche (subjektiven) Gründe für den Misserfolg von Partnerschaften werden in Untersuchungen genannt? (3404, S. 59)
Zühlke-Kluthke (2002):
- Frauen nannten häufig Kommunikationsprobleme
- Männer nahmen diese weniger häufig wahr, oder schätzten sie weniger bedeutsam ein
- "Wechselattribution": Uminterpretation von anfänglich positiv gesehenen, beziehungsstiftenden Eigenschaften des Partners als Trennungsgrund

Bradbury, Fincham (1990):
- unglückliche Paare attribuieren anders als glückliche Paare
- unglückliche Paare streichen negative Erfahrungen heraus und spielen positive herunter

Sprecher, Metts (1989):
- geschlechtsspezifische Unterschiede bezüglich Vorstellungen und Erwartungen

Frazier, Esterly (1990):
- unterschiedliche Liebesstile: Männer haben romantischere Auffassungen, Frauen pragmatischere

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Was beinhaltet das zweidimensionales Partnerschaftsmodell von Spanier und Lewis? (3404, S. 60)
zweidimensionales Modell der ehelichen Qualität und Stabilität:

innere Faktoren:
- Kosten-Nutzen-Abwägung
- die Qualität ist hoch, wenn die Kosten-Nutzen-Abwägung positiv ausfällt
- die Qualität ist gering, wenn die Kosten den Nutzen übersteigen

äußere Faktoren:
- beeinflussen die Stabilität
- z.B. finanzielle Aspekte, moralische Wertvorstellungen, gesellschaftliche Normen können einer Trennung entgegenstehen
- z.B. attraktive Alternativen können die Stabilität gefährden

daraus ergeben sich 4 Partnerschaftskonstellationen:
1. zufrieden-stabil
2. zufrieden-instabil
3. unzufrieden-stabil
4. unzufrieden-instabil

Ehen sind stabil, wenn:
- Ehe eine hohe Attraktivität aufweist > Nutzen höher als Kosten
- Keine anderen attraktiven Alternativen/Partner vorhanden sind
- Starke und hohe Barrieren vorliegen

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Was beinhaltet das Vulnerabilitäts-Stress-Bewältigungsmodell von Karney und Bradbury? Nennen sie die 3 Prädiktoren! (3404, S. 61)
- Grundlage: Metaanalyse von 115 Längsschnittstudien zur Ehezufriedenheit und Ehestabilität

- daraus leitet sich das pfadanalytische Modell ab, das bisherige Erkenntnisse miteinander in Beziehung setzt

- das Modell beschreibt die Wechselwirkung zwischen den 3 Prädiktoren der ehelichen Zufriedenheit- und Stabilität:

1. überdauernden Eigenschaften der Partner:
- Persönlichkeitsmerkmale z.B. Neurotizismus, Bindungsstil
- Homogenität der Persönlichkeitsmerkmale
- überdauernde dyadische Variablen z.B. Beziehungsdauer, Kinder, Kognitionen, Einstellungen

2. belastenden Ereignisse:
- kritische Lebensereignisse z.B. Widrigkeiten des Alltags (Hausarbeit, Kindererziehung, beruflicher Stress) auf der Mikroebene, auf der Makroebene Erfahrungen, Entwicklung, Wert- und Normsystem

3. Anpassungs- und Bewältigungsstrategien:
- Konfliktbewältigungskompetenzen
- Unterstützung in Stresssituationen

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Wann kommt es nach dem Vulnerabilitäts-Stress-Bewältigungsmodell von Karney und Bradbury zu einer Verminderung der Paarzufriedenheit und -stabilität bzw. zu einer hohen Paarzufriedenheit und -stabilität ? (3404, S. 61, 62)
Verminderung der Paarzufriedenheit und -stabilität (Pfad F):
- Die Probleme aus überdauernden Eigenschaften und belastenden Eigenschaften werden nicht durch entsprechende adaptive Prozesse (Anpassungs- und Bewältigungsprozesse wie positives Interaktionsverhalten) bewältigt
- dies hat negative Auswirkung auf Paarzufriedenheit (Pfad F) und auf die Paarstabilität (Pfad H)
- es kommt evtl. zur Trennung

Stabile Paarzufriedenheit und -stabilität (Pfad G):
- Die Probleme aus überdauernden Eigenschaften und belastenden Eigenschaften werden durch entsprechende adaptive Prozesse (Anpassungs- und Bewältigungs-prozesse wie positives Interaktionsverhalten) bewältigt
- dies hat positive Auswirkungen auf die Paarzufriedenheit (Pfad G) und auf Paarstabilität (Pfad H)
- es erfolgt keine Trennung (aber auch eine zufriedene Partnerschaft kann aufgelöst werden, wenn sich attraktive Alternativen ergeben).
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Was versteht man unter "dyadischem Coping" ? (3404, S. 63)
dyadisches Coping = bestimmte Art der gemeinsamen Stressbewältigung in Partnerschaften

das bedeutet:
- die Partner erkennen Belastungen des anderen
- sie unterstützen sich gegenseitig
- sie versuchen, die Belastung gemeinsam zu meistern

- dyadisches Coping gilt als wichtigster Prädiktor für einen günstigen Partnerschaftsverlauf
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Welcher Zusammenhang besteht zwischen Geburtsjahr und Partnerwahlpräferenzen? (3404, S. 64, 65)
- die Präferenz für die Partnerwahl hat sich verändert (Schubert et al. 2006, 2007): jüngere Personen achten mehr auf postmaterialistische Werte (Selbstverwirklichung) und ältere Personen achten mehr auf materialistische Werte (Sicherheit)

- jedoch: die 1970 Geborenen achten wieder vermehrt auch auf materialistische Werte (aus wirtschaftlicher Situation,  Sicherheitswunsch) und postmaterialistische Werte (Selbstverwirklichungswunsch)

- daraus ergeben sich höhere Ansprüche an den idealen Partner
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Nennen sie die 5 pokalyptischen Reiter nach Gottman! (3404, S. 66, 67)
- Bodenmann hat herausgefunden, dass für einen erfolgreichen Beziehungsverlauf eher Kommunikations- , Problemlösungs- und Stressbewältigungskompetenezen wichtig sind als Persönlichkeitsmerkmale oder soziodemographische Variablen.

5 apokalyptischen Reiter (negative Kommunikationsformen):
1. Kritik
verallgemeinernde und verletzende Kritik, Art und Weise, wie störende Verhaltensweisen des Partners angesprochen werden.

2. Rechtfertigung
Verteidigung die auf Kritik folgt, es wird mit eigenen Vorwürfen gekontert, was zu einer Eskalationsspirale führt

3. Verachtung
Zynismus, beißender Spott, absichtliche Verletzung des Partners

4. Rückzug
Partner steigt aus der Spirale aus und ignoriert weitere Vorwürfe, mauert. Signal: Du bist mir gleichgültig, nicht einmal Ärger lohnt sich bei Dir.

5. Machtdemonstration
Auf Kritik kann auch Durchsetzung des eigenen Willens erfolgen: Ich lasse meine Socken da liegen, wo ich will, ich bezahle die Miete. Signal: Kein Interesse an Kompromiss, eigene Interessen werden durchgesetzt.
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Was ist wichtig für gelingende Paarbeziehungen? Nennen sie die 5 Liebesformeln von Kast!  (3404, S. 68, 69)
1. Zuwendung:
kontinuierliche gegenseitige freundliche Zuwendung der Partner im Alltag, sich kümmern, da sein, aufeinander eingehen

2. Wir-Gefühl:
die Partnerschaft ist dann optimal, wenn beide Partner von ihr profitieren (der Nutzen übersteigt die Kosten) i

3. Akzeptanz:
Anerkenntnis der Tatsache, dass jeder Mensch Stärken und Schwächen besitzt, die der jeweilige Partner akzeptieren sollte

4. Positive Illusionen:
rosarote Brille: in glücklichen Beziehungen sehen sich die Partner positiver als sie in Wirklichkeit sind. Hinzu kommt noch, dass die idealisierten Partner ihr Selbstkonzept diesen Idealvorstellungen anpassen.

5. Aufregung im Alltag:
aufregende Aktivitäten erleben = Bergsteigen, Skifahren, Theater- und Konzertbesuche, Tanzen; angenehme Tätigkeiten = Freunde besuchen, etwas Neues kochen, Resaurant- und Kinobesuche
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Liebestheorien: Liebe als mehrdimensionales Konstrukt nach Rubin (1970) (3404, S. 36)
3 Komponenten der romantischen Liebe:

1. Brauchen (need)

2. Fürsorge (care)

3. Vertrauen (trust)

diese 3 Facetten lassen sich den für die biologische Reproduktion bedeutsamen Verhaltenssystemen zuordnen:

Sexualität
Schutz und
Bindung

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Liebestheorien: zweidimensionales Modell der Bindungen nach Bartholomew (1990) (3404, S. 40)
- die Art der Bindung wird sowohl dadurch bestimmt, wie positiv das Bild vom Partner ist, als auch davon, wie positiv das Selbstbild ist

- daraus ergeben sich 4 verschiedene Bindungsarten:


positives Selbstbild negatives Selbstbild
positives Partnerbild sicher ängstlich-ambivalent, besitzergreifend
negatives Partnerbild gleichgültig-vermeidend, abweisend ängstlich- vermeidend

sicherer Bindungsstil:
+ Partnerbild, + Selbstbild
ängstlich-vermeidender Bindungsstil:
- Selbstbild, - Partnerbild
- Zurückweisungen in der Vergangenheit, Angst vor weiterer Zurückweisung
gleichgültig-vermeidender Bindungsstil:
+ Selbstbild, - Partnerbild
ängstlich-ambivaltenter Bindungsstil:
- Selbstbild, + Partnerbild
- unsensibles, inkonsistentes Verhalten, Gefühl der Unsicherheit und Wertlosigkeit
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Liebestheorien: 4 Phasen der Entwicklung romantischer Liebe nach Brown (1999) (3404, S. 42, 43)
1 Inititationsphase:
- ca. 11 - 13 Jahre
- erste Begegnungen zwischen Jungen und Mädchen
- Necken und Augenkontakt aus der Ferne
- spontane, gelegentliche Begegnungen von kurzer Dauer
- Dauer der Beziehung durchschnittlich 3,1 Monate mit 13 Jahren

2. Status-Phase:
- ca. 14 - 16 Jahre
- Status des romantischen Partners hängt stark von Sicht der Peergroup ab bzw. von Freunden
- Verabredungen mit besonders beliebten oder attraktiven Partnern
- Dauer der Beziehung durchschnittlich 5,1 Monate

3. Affection-Phase:
- ca. 17 - 20 Jahre
- Verabredungen erfolgen zunehmend als Paar
- Beziehung wird exklusiver und intimer
- wichtigste Beziehung für den Jugendlichen
- sexuell erfüllend, idealistisch
- Dauer der Beziehung durchschnittlich 11,6 Monate mit 17 Jahren

4. Bonding-Phase:
- ca. 21 - 24 Jahre
- tiefe Beziehung bleibt erhalten, wird aber pragmatischer
- Frage, ob sich Partner für Zusammenlegen/Familiengründung eignet
- Balance zwischen Intimität/Nähe und Unabhängigkeit ist Thema
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Welche geschlechtsspezifischen Unterschiede gibt es in Partnerwahlstrategien? (3404, S. 45)
Aus evolutionspsychologischer Sicht ist der Zweck der romantische Liebe:
1. erfolgreiche Partnerwahl
2. gemeinsame Aufzucht von Kindern

aus biologischer Sicht:
- Bei der Reproduktion liegt die Last v.a. auf der Frau: austragen, gebären, stillen; Mann: befruchten
- Bei der Partnerwahl liegt das Risiko v.a. bei der Frau.
Risiko der Frau: alleinerziehend; Risiko des Mannes: Partnerin, die keine Kinder empfangen kann oder unsichere Elternschaft

Geschlechtsspezifische Asymmetrie
- Männer können mehr Kinder zeugen, als Frauern gebären können
- Frauen können nur eine begrenzte Zeit gebären, Männer können sehr lange zeugen
- Frauen sind sich ihrer Elternschaft sicher, Männer nicht

Annahmen über geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Partnerwahl:
- Männer haben mehr Interesse an unverbindlichen sexuellen Kontakten und einer großen Zahl von Geschlechtspartnern. Sie sind dabei wenig wählerisch.
- Männer bewerten bei den Frauen Jugend und Fruchtbarkeit hoch
- Frauen bewerten bei Männern Ressourcen hoch
- Männer sind eifersüchtig bei sexuellen Seitensprüngen der Frau
- Frauen sind eifersüchtig bei engen emotionalen Beziehungen des Mannes
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Welche empirischen Belege gibt es für geschlechtsspezifischen Unterschiede in Partnerwahlstrategien nach Buss (1989)? (3404, S. 45, 46)
internationale Untersuchung von Buss (1989):

Männer bevorzugen bei Frauen:
- jüngere Frauen
- gutes Aussehen, weibliche Gesichtszüge
- Jungfräulichkeit
- Wohlstand nicht so wichtig

Frauen bevorzugen bei Männern:
- 3 - 4 Jahre ältere Männer
- Aussehen sekundär
- Jungfräulichkeit nicht so wichtig
- Wohlstand/Ressourcen
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Liebestheorien:  Welche 2 Dimensionen bzw. 4 Bindungsstile gibt es in der Bindungsforschung? (3404, S. 41, 42)
2 Dimensionen:

1. Vermeidung (V)
2. Angst (A)

es entstehten 4 Bindungsstile:

Sicherer Bindungsstil: V und A sind gering ausgebildet

Unsicherer Stil: V und A sind hoch ausgeprägt

Abweisender Stil: A gering, V stark

Verstrickter Bindungsstil: A hoch und V gering



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Liebestheorien: Liebe als mehrdimensionales Konstrukt nach Rubin (1970) (3404, S. 36)
3 Komponenten der romantischen Liebe:

1. Brauchen (need)

2. Fürsorge (care)

3. Vertrauen (trust)

diese 3 Facetten lassen sich den für die biologische Reproduktion bedeutsamen Verhaltenssystemen zuordnen:

Sexualität
Schutz und
Bindung

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Liebestheorien: 2 Grundformen der Liebe nach Berscheid und Walster (1974) (3404, S. 36)
1. leidenschaftliche Liebe

2. partnerschaftliche Liebe

- leidenschaftliche Liebe geht bei längerer Dauer der Partnerschaft häufig in partnerschaftliche Liebe über
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Liebestheorien: Trianguläre Theorie der Liebe nach Sternberg (1986) (3404, S. 36)
je nach Art der Liebe werden 3 Komponenten der Liebe unterschiedlich gewichtet

1. Leidenschaft (romantische Beziehung, physische Anziehung, sexuelle Befriedigung)
2. Intimität (Gefühl der Nähe, Vertrautheit, Zusammengehörigkeit)
3. Entscheidung/Verpflichtung (commitment, Entscheidung für den Partner, Verpflichtung die Liebesbeziehung zu erhalten)

romantische Liebe:
+ Leidenschaft
+ Intitmität
- Bindung
partnerschaftliche Liebe:
+ Intimität
+ Bindung
- Leidenschaft
vollständige Liebe:
+ Intimität
+ Bindung
+ Leidenschaft

- im Idealfall ist das "Dreieck" groß und gleichseitig
- die Übereinstimmung der Partner in der Wahrnehmung ist für die Zufriedenheit maßgeblich (Empathie als Voraussetzung)
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Liebestheorien: Liebe als Bindungsprozess nach Hazan und Shaver (1987) (3404, S. 40)
- haben die Bindungstheorie von John Bowlby aufgegriffen

- unterscheiden 3 Bindungstypen zwischen Erwachsenen:

1. sicherer Bindungsstil: (56%)
- hohes interpersonelles Vertrauen
- lange Beziehungsdauer
- Partner investieren viel in Partnerschaft
- glücklich und zufrieden

2. ängstlich-ambivalenter Bindungsstil: (19%)
- besitzergreifendes und eifersüchtiges Beziehungsverhalten
- häufiges Verlieben
- geringe Selbstachtung

3. vermeidender Bindungsstil: (25%)
- Angst vor Nähe
- pessimistische Beziehungserwartungen
- wenig Vertrauen in den Partner
- hohe Trennungsraten
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Welchen Stellenwert hat eine glückliche und stabile Partnerschaft für die meisten Menschen? (3404, S. 33)
- bedeutet für die meisten Menschen eine hohe Lebenszufriedenheit

- stellt Grundlage für das Wohlbefinden dar

- gehört zu den am meisten gewünschten Lebenszielen

- wichtiger Bedingungsfaktor für psychische und physische Gesundheit
Tags:
Source: 3404
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Zu welchen Ergebnissen kamen Studien über frisch verheiratete Paare? (3404, S. 33)
- 80 - 85% der Befragten sind mit der Ehe zufrieden

- die Mehrheit hält das Scheitern der eigenen Ehe für absolut unwahrscheinlich
Tags:
Source: 3404
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Scheidungen und Eheschließungen: Welche Veränderungen gab es seit 1950? (3404, S. 33, 34)
Scheidungsraten in Deutschland:

- 2003: 56% (Höhepunkt)
- in den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg erst höher als vor dem Krieg (1950 = 18%)
- 1956 bis 1962: gesunken auf 11%
- danach deutlich steigend (unterbrochen durch die Reform des Scheidungsrechts von 1977: Abschaffung des sog. Schuldprinzips und durch die Wiedervereinigung)
- seit 2004: geringfügiger Rückgang der Scheidungen

Eheschließungen in Deutschland:

- weniger Eheschließungen und mehr unverheiratete zusammenlebende Paare.
- Trennungsrate unverheirateter Paare unklar, vermutlich höher als bei Verheirateten.

- Lauterbach: 20% der unverheirateten Paare trennen sich nach 2 Jahren, nach 6 Jahren ist die Hälfte getrennt, selten länger als 10 Jahre (dann heiraten die meisten doch).
Tags:
Source: 3404
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Scheidungen: Welche Konsequenzen haben sie für die Betroffenen? (3404, S. 34, 35)
- Krisen und unglücklich verlaufende Partnerschaften, Trennung und Scheidung führen zu psychischen, physischen, sozialen und materiellen Kosten

- dies führt zu einer Vielzahl an Belastungen (z.B. Sorgerechtskonflikt)

- das Risiko an einer physischen oder psychischen Störung zu erkranken steigt

- wirtschaftlicher Abstieg: ein Viertel der Betroffenen ist über einen längeren Zeitraum auf öffentliche Unterstützung angewiesen

- Kinder sind häufig von starken Veränderungen betroffen: Wohnort- und Schulwechsel, geändertes Erziehungsverhalten, Absinken des Lebensstandards, häufig vaterlos. Dies beeinflusst die Entwicklung (meist negativ).

- es treten vermehrt Verhaltensstörungen auf: Mädchen sind eher überkontrolliert und überangepasst, Jungen eher aggressiv und unsozial

- schulische Schwierigkeiten, Beziehungsprobleme und schlechter Gesundheitszustand können dazu kommen

- die Beendigung einer unglücklich verlaufenden Partnerschaft kann auch positive Effekte haben
Tags:
Source: 3404
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Was bedeutet "self-handicapping" nach Seiffge-Krenke im Zusammenhang mit Freundschaften von Jugendlichen? (3404, S. 29)
Self-handicapping:
- Schattenseite von enger Freundschaft nach Seiffge-Krenke:
Hohe Fähigkeit zu Empathie (Einfühlungsvermögen) und Intimität sowie die Bereitschaft zur Fokussierung auf Emotionen kann bei jungen Mädchen zu  self-handicapping  führen, was leztlich in Depressionen mündet

- Weibliche Jugendliche neigen im alltäglichen Leben (Schule) dazu, Probleme in Beziehungsstressoren umzuwandeln.

- Weibliche Jugendliche sind in einem Dilemma zwischen ihrer Sensibilität gegenüber Beziehungsstressoren und ihrer Beziehungsabhängigkeit.

- Frauen neigen dazu, sich in vorhandene depressive Emotionen und Symptome zu fokussieren und verstärken diese dadurch.

- Männliche Jugendliche machen sich weniger Sorgen und neigen stärker zu Problemverdrängungen.
Tags:
Source: 3404
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Gibt es Unterschiede zwischen den Freundschaften abhängig vom sozialen Millieu? Studie von Argyle und Henderson (3404, S. 30)
Argyle & Henderson (1986):
Es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Freundschaften von Mittelschichtangehörigen und der Arbeiterschicht.

Mittelschicht:
hat mehr Freunde, verschiedenartiger, auch in größerer Entfernung als Arbeiterangehörige.

Arbeiterschicht:
Eventeller Grund für weniger Freunde: der Begriff „Freund“ wird nicht benutzt (z.B. Kumpel, die man zufällig in der Kneipe trifft).


Tags:
Source: 3404
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Gibt es Unterschiede zwischen den Freundschaften abhängig vom sozialen Millieu? Studie von Eberhard und Krosta (3404, S. 30, 31)
Eberhard und Krosta (2004):
untersuchten Freundschaftsunterschiede in unterschiedlichen sozialen Milieus ( Alter, Bildungsstand und persönlicher Lebensstil)

Unterhaltungsmilieu:
Hauptschule ohne Lehre/Abschluss bis Mittlere Reife ohne Ausbildung

Selbstverwirklichungsmilieu:
Mittlere Reife/berufsbildender Schule, Abitur, Uni-Ausbildung

- Fragen (an typische Milieuvertreter, qualitativ- psychoanalytisch) bezogen sich auf den milieutypischen persönlichen Stil (z.B. politische Einstellung, Freizeitverhalten, kulturelle Vorlieben).

Ergebnis:
1. Freundschaftskonzepte und Verhaltensweisen in den beiden Milieus unterscheiden sich
2. Kaum geschlechtstypische Unterschiede zwischen Frauen- und Männerfreundschaften innerhalb desselben Milieus


- Die typischen „side-to-side“ Freundschaften unter Männern gab es v.a. im Unterhaltungsmilieu (gemeinsame Aktionen wie Kneipe, Disko, Gespräche sekundär) > mehr Ähnlichkeiten mit Frauen aus Unterhaltungsmilieu als mit Männern aus Selbstverwirklichungsmilieu
- Frauen aus Selbstverwirklichungsmilieu: v.a. „face-to-face“ (Gespräche)
- Männer aus Selbstverwirklichungsmilieu: narzistische Funktion: man hat alles im Griff, viele Freunde, lockere, distanzierte Freundschaften, keine heftigen Gefühle
Tags:
Source: 3404
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Welche forschungsmethodischen Probleme können bei der Untersuchung von Milieuunterschieden bei Freundschaften auftreten? (3404, S. 31)
- geschlechtsspezifischen Freundschaftsunterschiede vergangener Untersuchungen könnten vielleicht z.T. Milieuunterschiede sein

- die Untersuchungen (quantitative) von Pfisterer geben keine weiteren Hinweise auf Milieuabhängigkeit der Freundschaftsbeziehungen, widerlegen aber auch nicht die Ergebnisse von Eberhard & Krosta.

- Personen zu unterschidlichen Milieus zuzuordnen ist problimatisch, v.a. persönlicher Stil nicht trennschaf und Freundschaftsmerkmal kritisch als Variable.

- quantitative und qualitative Forschungsansätze ergänzen sich sinnvoll: Interviewstudien, Gruppendiskussionen, Fragebogenerhebungen, Prozessanalysen lassen sich in ihren Ergebnissen aufeinander beziehen und zeigen (kein vollständiges) ein informatives Bild der vielfältigen Funktionen von Freundschaftsbeziehungen.

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Source: 3404
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Selbstenthüllung im Verlauf der Adoleszenz: Wer wird wichtiger, wer weniger wichtig als Ansprechpartner? (3404, S. 19)
- Freundschaft als "Entwicklungshelfer" (Seiffge-Krenke, 2009)

- Jugendliche unterscheiden ab dem 12. Lebensjahr zwischen öffentlichen und privaten Informationen und sind nicht mehr so leicht bereit, private Informationen mit den Eltern zu besprechen

- Veränderung der Selbstenthüllung (self-disclosure) im Verlauf der Adoleszenz (zwischen 12 und 17. Lebensjahr)

- gegenüber den Eltern enthüllt man zunehmend weniger Privates und Freunde und/oder romantische Partner nehmen ihre Stelle ein.
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Source: 3404
43
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Wie unterscheiden sich Frauen- von Männerfreundschaften? (3404, S. 20, S. 27ff)
Frauenfreundschaften:
- konzentrieren sich aufeinander
- ziehen es meistens vor, einfach nur miteinander zu reden
- "face to face"
- haben differenziertere Freudschaftskonzepte
- ihre Freundschaften sind ihnen wichtiger
- sie sind zufriedener
- haben mehr Freundinnen als Männer Freunde
- Frauen, die alleine leben haben differenziertere Freundschaftskonzepte als Frauen mit Partner

Männerfreundschaften:
- konzentrieren sich vor allem auf gemeinsame Unternehmungen z.B. Sport
- "side by side"
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Entstehung von Freundschaften: Welchen 3stufigen Prozess schlagen Argyle und Henderson vor? (3404, S. 20)
1. bei zufälligen Begegnungen Eindrücke vom anderen gewinnen
2. erste Treffen durch Verabredung oder Einladung
3. Regelmäßige Treffen und wechselseitige Bindung

- Prozess als Selektion möglicher Freunde, bei dem auf jeder Stufe einige ausgeschlossen werden

- je häufiger sich Menschen treffen, desto besser lernen sie sich kennen und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sie sich gegenseitig schätzen lernen (Mere-exposure-Effekt)

- da die Kontakthäufigkeit von der räumlichen Nähe abhängt, ist es wahrscheinlicher, dass sich Freundschaften bilden, wenn Menschen nah beieinander wohnen (z.B. Nachbarn, Schulkameraden)

- ein wichtiges Kriterium für weitere Treffen ist, ob man sich gegenseitig als belohnend empfindet, z.B. Teilen von Einstellungen und Meinungen, offensichtliches Interesse an der eigenen Person

- subjektiver Nutzen muss größer sein als Aufwand
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Woran zerbrechen Freundschaften nach Argyle und Henderson? (3404, S. 22)
- in der Untersuchung von Argyle und Henderson gab es eine Reihe von Freundschaftsregeln, deren Nichtbeachtung zum Scheitern der Freundschaft beigetragen hatte

- Frauen gaben häufiger fehlende positive Wertschätzung oder mangelende emotionale Unterstützung an

- vor allem die Beziehungen zu Dritten führten zum Abbruch der Freundschaft: Eifersucht auf andere, Kritik an diesen sowie die Preisgabe von vertraulichen Mitteilungen
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Filtermodell: Selektionsprozess bei der Auswahl potentieller Freunde im Kindesalter (nach Wagner) (3404, S. 23)
- nacheinander werden die Kriterien Alter, Geschlecht, ethnische Gruppe und Schichtzugehörigkeit abgeprüft

- nur, wenn alle Kriterien erfüllt sind, kommt es zum Kontaktangebot (notwendige, aber nicht hinreichende Kriterien)

- nicht nur bei Kindern, auch bei Erwachsenen laufen diese einzelnen Stufen des Checks mehr oder weniger unbewusst ab
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Welche Möglichkeiten gibt es Stimmungsverläufe in Freundschaften empirisch zu untersuchen? (3404, S. 23ff)
Untersuchungsmethoden:

1. Zeitreihenanalysen von Stimmungsverläufen, über die sich emotionale Interaktionen und Konfliktverläufe erfassen lassen

2. Standardisiertes Doppeltagebuch: über komplexe statistische Analysen können Hinweise auf die Richtung der gegenseitigen stimmungsmäßigen Beeinflussung gewonnen werden (über einen Zeitraum von 30 Tagen)
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Zu welchen Hauptergebnissen kam Birgit Lambertz bei ihrer Untersuchung von Freundschaftspaaren? (3404, S. 26)
-Die gemeinsamen Aktivitäten bestanden in den meisten Fällen aus gemeinsamen Gesprächen (face to face). Zentrale Inhalte der Freundschaft seien Vertrauen und die Möglichkeit sich aussprechen zu können

-Kritik an der Freundin gab es selten und auch Konflikte wurden nur selten benannt

-In der Regel konnte sich eine Freundin in die Stimmungen der anderen deutlich besser einfinden (Selbstbild- Fremdbild)

-Missempfindungen und Ärger wurden deutlich besser wahrgenommen als positive Stimmungen. Positive Stimmungen sind alltäglich, erst unterhalb einer bestimmten Schwelle wird das Fehlen wahrgenommen- und entsprechend reagiert.

-Gegenseitige Einflussnahme

-Die tatsächliche Einflussnahme stimmte nicht mit den Angaben zur Dominanz überein

-Neigung, von den eigenen Empfindungen auf die der Freundin zu schließen

-Falscher Konsensuseffekt, ohne dass die damit einhergehende mangelnde Kenntnis der tatsächlichen Stimmungen der Freundin der Beziehung schadet

-Die wahrgenomme Ähnlichkeit ist für eine positive Beziehung wichtiger als die tatsächliche Ähnlichkeit
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Source: 3404
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Selbstenthüllung im Verlauf der Adoleszenz: Wer wird wichtiger, wer weniger wichtig als Ansprechpartner? (3404, S. 19)
- Freundschaft als "Entwicklungshelfer" (Seiffge-Krenke, 2009)

- Jugendliche unterscheiden ab dem 12. Lebensjahr zwischen öffentlichen und privaten Informationen und sind nicht mehr so leicht bereit, private Informationen mit den Eltern zu besprechen

- Veränderung der Selbstenthüllung (self-disclosure) im Verlauf der Adoleszenz (zwischen 12 und 17. Lebensjahr)

- gegenüber den Eltern enthüllt man zunehmend weniger Privates und Freunde und/oder romantische Partner nehmen ihre Stelle ein.
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Selbstenthüllung im Verlauf der Adoleszenz: Wer wird wichtiger, wer weniger wichtig als Ansprechpartner? (3404, S. 19)
- Freundschaft als "Entwicklungshelfer" (Seiffge-Krenke, 2009)

- Jugendliche unterscheiden ab dem 12. Lebensjahr zwischen öffentlichen und privaten Informationen und sind nicht mehr so leicht bereit, private Informationen mit den Eltern zu besprechen

- Veränderung der Selbstenthüllung (self-disclosure) im Verlauf der Adoleszenz (zwischen 12 und 17. Lebensjahr)

- gegenüber den Eltern enthüllt man zunehmend weniger Privates und Freunde und/oder romantische Partner nehmen ihre Stelle ein.
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Rahmenmodell der Gestaltung sozialer Beziehungen (von Neyer & Lang): Welche Zusammenhänge gibt es zwischen evolutionären und psychologischen Mechanismen und der Taxonomie der Beziehungen? (3404, S. 9 - 11)
Verhaltensursachen können auf 2 verschiedenen Ebenen beschrieben werden

1. proximate Ursachen:
- unmittelbare Gründe bzw. aktuelle Ursachen eines bestimmten Verhaltens
- innere und situative Bedingungen
- Gelerntes, Erworbenes, Entwickeltes (Ontogenese)

2. ultimate Ursachen:
- evolutionärer Vorteil (Phylogenese)
- phylogenetischer Nutzen eines Verhaltens


Rahmenmodell der Gestaltung sozialer Beziehungen

Tabelle einfügen
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Definieren sie der Begriff "Freundschaft" (3404, S. 13)
Definition von Auhagen:

- Freundschaft ist eine dyadische, persönliche, informelle Sozialbeziehung.
- die beiden daran beteiligten Menschen werden als Freundinnen / Freunde bezeichnet.
- die Existenz der Freundschaft beruht auf Gegenseitigkeit; sie besitzt für jede der Freundinnen / Freunde einen Wert, welcher unterschiedlich starkes Gewicht haben und aus verschiedenen inhaltlichen Elementen zusammengesetzt sein kann.
- Freundschaft wird zudem durch vier weitere Kriterien charakterisiert:

1. Freiwilligkeit
2. Zeitliche Ausdehnung
3. Positiver Charakter
4. Keine offene Sexualität
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Beste und enge Freunde: Machen sie eine Aussage zur Anzahl von Freundschaften!
Machen sie einen Aussage zu Probleme bei der Erhebung der Anzahl der Freundschaften! (3404, S. 15 - 17)
Laut Argyle & Henderson haben wir
- 0 - 2 beste Freunde
- 5 „enge" Freunde
-  bis zu 15 „generelle Freunde" .

Der Vergleich von Freundschaftsbeziehungen in verschiedenen Ländern ist schwierig wegen unterschiedlicher Begriffsdefinitionen.

Beispiel: „friend": Freunde und Bekannte; im angloamerikanischen Raum sollen weniger intim, intensiv und verbindlich sein als Freundschaften in Deutschland. Gesellschaftliche und Kulturelle Unterschiede sind mit sprachlichen Unterschieden konfundiert =(= vermischt)

Andere Studien zeigen jedoch andere Ergebnisse (Freundschaften in Amerika sind doch nicht so unverbindlich..) => Inhalt und Art der Befragung ist entscheiden
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Alterskorrelation zwischen Freunden: Nennen sie wichtige Prädiktoren für "Freundschaft"! (3404, S. 16- 17)
Wahrscheinlichkeitserhöhende Prädiktoren für Freundschaft
- geteilte Freizeitaktivitaeten 
- Gleichaltrigkeit
- Gleichgeschlechlichkeit
- Gesprächspartner

Wahrscheinlichkeitsverringernde Prädiktoren für Freundschaft
- Person ist Adressat enger Gefühle
- Befragter hat Kinder
- Befragter hat Partner
- finanzielle Abhaengigkeit vom Befragten/Unterstützung der Netzwerkperson
- zunehmendes Alter


Marbach Netzwerkdaten über Freundschaften gesammelt und zeigt:
- Eine hohe Alterskorrelation zwischen Freunden
- Positive Bewertungen von Freundschaften
- Befragte ab 40 haben kaum noch Freunde
- Im frühen Erwachsenenalter (21 – 40) sind Freunde meist im ähnlichen Alter, desselben Geschlechts und von ähnlichem Bildungsniveau
- Im mittleren Erwachsenenalter (40 – 65) haben viele deutlich weniger Freunde
- höchste Anzahl enger Freunde bei verheirateten Paaren, die bereits erwachsene Kinder haben
- Ältere Menschen halten eher länger an Freundschaften fest
- Für ältere Menschen ist Freundschaft eng verbunden mit der psychischen Gesundheit
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Source: 3404
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Nennen sie Selmans 5 Stufen der Entwicklung des Freundschaftskonzepts! (3404, S. 18)
Welche positiven Auswirkungen kann Freundschaft haben? (3404, S. 19)
5 Stufen der Entwicklung des Freundschaftskonzepts nach Selman
0. Freundschaft als momentane physische Interaktion
1. Freundschaft als einseitige Hilfestellung
2. Freundschaft als Schönwetter-Kooperation
3. Freundschaft als intimer gegenseitiger Austausch
4. Freundschaft als Autonomie und Interpendenz

Mögliche Positive Auswirkungen von Freundschaft:
- eigenes Selbst entdecken, tiefes Verständnis für andere entwickeln
- Grundlage für zukünftige intime Beziehungen
- Unterstützung in der schwierigen Zeit der Adoleszenz
- Positive Einstellung des Jugendlichen zu Schule und Mitarbeit im Unterricht
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Source: 3404
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Beschreiben Sie die Methoden zur empirischen Erfassung von Identität und Identitätsentwicklung von James E. Marcia!
(Beschreibung der Operationalisierung und der „Messung“. Erläutern Sie in diesem Zusammenhang die Prozesse „Exploration“ und „Commitment“!)
Methoden
- Denkansatz, Methode um Identitätsansatz zu bestimmen:
Identity Status Approach
- Instrument dieser Methode: Indentity Status Interview
- zentrale Rollen dabei spielen  Exploration und Commitment

Messung
- Identity Status Approach: gemessen werden Exploration und Commitment

Operationalisierung
- mittels halbstrukturierter, kontext- bzw. domänenspezifischer Interviews wird durch eine explizite oder auch implizite Gewichtung des Ausmaßes von Exploration und Commitment ein
entsprechender Identitätsstatus diagnostiziert

Exploration
- (möglicherweise) krisenhaft erlebte kritische Auseinandersetzung mit alten und neuen Identitätsalternativen, die zu einer Festlegung auf "eine Identität" führt (Adoleszenz)
- Erkundung eines neuen Lebensbereichs

Commitment
- Umfang des Engagements und der Bindung in dem entsprechenden Lebensbereichs mit dem Ziel einer besseren Orientierung und Entscheidungsfindung
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Source: 3403, Oerter/Montada
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Welche 4 verschiedenen Identitätsstatus werden bei James E. Marcia unterschieden? (3403, S. 92)
1. übernommene Identität

2. erarbeitete Identität

3. Moratorium

4. Identitätsdiffunsion
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Source: 3403, Oerter/Montada
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Was zeichnet die "übernomme Identität" nach Marcia aus? (34
03, S. 92)
Übernommene Identität:

- hohes Commitment

- keine vorangegangene Exploration

Beispiel:
Judendlicher übernimmt ohne Reflexion und Auseinandersetzung die Vorstellung der Eltern hinsichtlich der Entscheidung für einen Beruf
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Source: 3403
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Was zeichnet die "erarbeitete Identität" nach Marcia aus? (34
03, S. 92)
erarbeitete Identität:

- zunächst findet eine Explorationsphase statt

- anschließend kommt es zum Commitment

Beispiel:
nach langer und abgewogener Exploration beruflicher Möglichkeiten und Optionen entscheidet sich ein junger Erwachsener für ein bestimmtes Studium
Tags:
Source: 3403
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Was zeichnet das "Moratorium" nach Marcia aus? (34
03, S. 92)
Moratorium:

- es findet eine Explorationsphase statt

- es kommt nicht zum Commitment



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Source: 3403
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Was zeichnet die "Identitätsdiffusion" nach Marcia aus? (34
03, S. 92)
Identitätsdiffusion:

- es findet keine Exploration statt

- es findet kein Commitment statt

- Desinteresse und Beliebigkeit dominieren

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Source: 3403
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Welche 4 Formen der "Identitätsdiffusion" unterscheidet Marcia? (3403, S. 94 bzw. Oerter/Montada, S. 298)
1. Entwicklungsdiffusion
Übergansform zum Moratorium oder zur erarbeiteten Identität

2. sorgenfreie Diffusion
die Person erscheint angepasst und sozial kontaktfreudig, die Kontakte sind oberflächlich und von kurzer Dauer. Es existieren keine verbindlichen Werte.

3. Störungsdiffusion
tritt als Folge eines Traumas oder unbewältigten kritischen Lebensereignisses auf bei Mangel an inneren und äusseren Ressourcen. Die Person ist häufig isoliert und hilft sich mit unrealistischen Größenphantasien.

4. kulturell adaptive Diffusion
bildet sich vor allem dann, wenn Unverbindlichkeit, Offenheit und Flexibilität gefordert werden . Es scheint angemessen, sich nicht festzulegen, um den soziokulturellen Anforderungen gerecht zu werden (vor allem in multikulturellen Gesellschaften)
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Source: 3403, Oerter/Montada
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Was ist das Konzept der "Entwicklungsaufgabe" nach Robert Havinghurst? (3403, S. 84/85)
- Entwicklungsaufgabe = Aufgabe, die sich in einer bestimmten Lebensperiode des Individuums stellt

- Robert Hanvinghurst hat den Lebenslauf als eine Abfolge von Problemen bzw. Entwicklungsaufgaben strukturiert

- er verbindet dabei biologische, soziologische und psychologische Perspektiven

- Entwicklung beinhaltet also ein lebenslanges Überwinden von Problemen, wobei dem Individuum eine aktive Rolle zukommt

- Entwicklungsaufgaben haben eine gesellschaftliche, historische und kulturelle Dimension - sie beschreiben also NICHT menschliche Entwicklung allgemein

- dieses Wissen ist lokal und zeitgebunden und besitzt keine universelle Gültigkeit

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Source: 3403, Oerter/Montada
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Erläutern sie die Kernbegriffe von Eriksons Theorie der psychosozialen Entwicklung! (3403, S. 87)
- Erikson unterscheidet acht Phasen der psychosozialen Entwicklung, für jede ist ein spezielles Entwicklungsthema formuliert

- in jeder Phase kommt es zu einer Krise - die einzelnen Krisen müssen erfolgreich bewältigt werden, damit eine gesunde Persönlichkeit entsteht

- Bewältigung = positive wie negative Erfahrungen müssen gemacht werden, wobei die positiven überwiegen sollten

- Erikson geht davon aus, dass die Themen von Geburt an angelegt sind, aber erst in der entsprechenden Phase dominant werden

- das Ich entwickelt sich durch die Auseinandersetzung in sozialen Kontexten (z.B. Beziehungen)

- Entwicklung passiert über die gesamte Lebensspanne im Gegensatz zur Stufentheorie von Freud
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Source: 3403, Moodle
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Wozu führt die erfolgreiche Überwindung von Entwicklungsaufgaben? (3403, S. 84)

Wozu führt ein Versagen bei der Überwindung von Entwicklungsaufgaben?
- die erfolgreiche Bewältigung von Entwicklungsaufgaben führt zu Zufriedenheit und Erfolg

- ein Versagen führt zu Unzufriedenheit, Ablehnung durch die Gesellschaft und Schwierigkeiten bei der Bewältigung späterer Aufgaben
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Source: 3403
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Welche Art von „Daten“ wird durch Interviews erzeugt? (3403, S. 93/94)
- es werden narrative Daten (ISI, FISI) erzeugt, d.h.  die Untersuchungsteilnehmer erzählen Geschichten über ihre Entscheidungen und Entscheidungsfindungsprozesse.

-  so werden z. B. ungeordnete, chaotische Geschehnisse in eine Ordnung gebracht, weil sie in eine Geschichte mit einem ihr innewohnenden "Kohärenzzwang" gepackt werden.
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Source: 3403
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Welche Erhebungsmethoden zur Erfassung von Identität gibt es? (3403. S. 93 - 97)

nicht klausurrelevant!
Qualitativ durch Interview
- ISI (Identity Status Interview)
- FISI (Flensburg Identity Status Interview) - zusätzlich zum ISI subjektive Gewichtung der Kontextdomänen

Quantitativ durch Fragebögen
- getrennte Erfassung von Commitment und Exploration:
U-GIDS-II (Utrecht Groningen Identity Developmental Scale II) und
EIPQ (Ego Identity Process Questionnaire)
- direkte Erfassung des Identitätsstatus:
EOM-EIS-II (Extended Objective Measure of Ego Identity Status II)
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Source: 3403
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Kulturvergleichende Psychologie vs. Kulturpsychologie: Was sind die Hauptunterschiede? (3403, S. 99)
Kulturvergleichende Psychologie
- Entwicklung ist kulturell determiniert
- Kultur (Land/Nation) wird als unabhängige Variable gesehen
- die Zugehörigkeit zu einer Kultur bestimmt die Unterschiedlichkeiten von Personen
- statischer Entwicklungsbegriff

Kulturpsychologie
- Entwicklung wird durch Kultur geleitet, aber nicht kulturell determiniert
- Kultur und Psyche bedingen sich gegenseitig
- Kultur wird hier nicht als unabhängige Variable angesehen
- Mensch als „spider at work“ (2 Modi des Denkens, realitätsangepasster Modus, realitätsschaffender Modus)
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Source: 3403, Moodle
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Kommentieren Sie das Verständnis von „Kultur“ als „unabhängige Variable“ kritisch!
- Kulturzugehörigkeit, ist ebenso wie das Alter, keine "echte" unabhängige Variable, da man sie nicht einfach verändern kann

- verstehe ich Kultur als UV, dann unterstelle ich damit, dass in jedem
Angehörigen einer "Kultur" (hier = Nation) das Typische dieser Kultur in gleicher Ausprägung vorhanden ist. Es werden also interindividuelle Unterschiede kulturellen Unterschieden zugeschrieben, obwohl sie (möglicherweise) ganz andere
(subjektive) Ursachen haben können.
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Source: 3403, Moodle
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Welche Entwicklungsperioden im Erwachsenenalter unterscheidet Robert Havinghurst? (3403, S. 84/85)
1. frühes Erwachsenenalter (23 - 30 Jahre)
- Heirat
- Geburt von Kindern
- Arbeit/Beruf
- Lebensstil finden


2. Mittleres Erwachsenenalter (31 - 50 Jahre)
- Heim/Haushalt führen
- Kinder aufziehen
- berufliche Karriere

3. Spätes Erwachsenenalter (51 und älter)
- Energien auf neue Rollen lenken
- Akzeptieren des eigenen Lebens
- eine Haltung zum Sterben entwickeln
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Source: 3403
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Welche 3 Quellen der Entstehung einer Entwicklungsaufgabe unterscheidet Robert Havinghurst? (3403, S. 84)
Drei Quellen der Entstehung einer Entwicklungsaufgabe:

- physische Reife
- kultureller Druck (Erwartungen der Gesellschaft)
- individuelle Zielsetzung/Werte

diese 3 Komponenten lassen sich heute fassen als.

- individuelle Leistungsfähigkeit (incl. körperlicher Entwicklung)
- soziokulturelle Entwicklungsnorm
- individuelle Zielsetzung in einzelnen Lebensbereichen


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Source: 3403
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Querschnittmethode: Beschreibung (3403, S. 79/80)
Stichproben von Individuen aus verschiedenen Altersgruppen werden
- mit demselben oder einem vergleichbaren Instrument
- zu einem bestimmten Zeitpunkt
- jeweils ein einziges Mal im Hinblick auf den interessierenden Merkmalsbereich untersucht.

Das Lebensalter wird als unabhängige Variable, die mit dem Instrument erfasste Ausprägung des Merkmalsbereiches als abhängige Variable betrachtet.

Unterschiede zwischen den Werten der Stichproben werden auf Unterschiede des Alters zurückgeführt.

Unterschiede des Alters wiederum werden unter Rückgriff auf andere, eigentlich interessierende Ursachen erklärt.

90% der entwicklungspsychologischen Untersuchungen sind Querschnitte
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Source: 3403, Moodle
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Querschnittmethode: Was sind die Vorteile? (3403, S. 80)
Vorteile:

- aufgrund des einmaligen Erhebungszeitpunkts ist die Zeitspanne zwischen der Durchführung der Untersuchung und dem Vorliegen der Ergebnisse erheblich kürzer als in einer Längsschnittuntersuchung

- es ist einfacher, Pbn für eine einmalige Teilnahme zu gewinnen als für mehrmalige im Rahmen einer Längsschnittuntersuchung

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Source: 3403, Moodle
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Querschnittmethode: Was sind die Nachteile? (3403, S. 80)
Nachteile:

- Die unterschiedlichen Stichproben sollen sich nur in einem einzigen Merkmal systematisch unterscheiden, nämlich in ihrem Alter. Dies ist jedoch nicht notwendigerweise der Fall, da
Kohorten- mit Alterseffekten konfundiert (vermischt) sind oder sein können. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen gehören vielleicht unterschiedlichen Generationen an und weisen dementsprechend Unterschiede auf, die mit dem Alter nichts zu tun haben.

- sagt nichts über individuelle Entwicklungsverläufe – über intraindividuelle Veränderung – aus, da nicht das Individuum in seinen zeitlichen Veränderungen Bezugspunkt der Erhebung von
Altersunterschieden ist, sondern verschiedene Gruppen von Individuen in den verschiedenen Altersstufen.

- liefern keine Daten über die Richtung der in den einzelnen Altersgruppen erfolgenden individuellen Veränderungen, sondern nur über die interindividuelle Streuung einer Variablen in
den einzelnen Altersgruppen.

- so können hypothetisch ganz unterschiedliche individuelle Veränderungsverläufe bei einer Querschnittanalyse zum gleichen Ergebnis führen.
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Source: 3403
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Repräsentiert ein Land/eine Nation eine Kultur? (3403, S. 99/100)
- Nach den Kriterien von enger zeitlicher, räumlicher und sprachlicher Kohärenz folgend wird Kultur als Land, als Nation bestimmt .

- Ein solcher Kulturbegriff ist statisch und verdinglichend, auch impliziert er die Annahme, Kultur sei eine homogene Einheit.

- häufig sind aber Länder nicht homogen bezogen auf ihre Kultur,
in modernen differenzierten Gesellschaften kann es deshalb nicht nur eine Kultur geben, weil die Bevölkerung denkbar heterogen ist
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Source: 3403, Moodle
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Welche 2 Modi der Ich-Welt-Beziehung (2 Modi des Denkens) werden unterschieden? (3403, S. 105/106)
1. realitätsangepasster Modus:
- dezentriert
- objektiv
- logisch
- auf Informationsverarbeitung beruhend
- analytisch-abstraktes Denken
- rationale Planung und Problemlösung
- im Sinne Piagets

2. realitätsschaffender Modus:
- realitätstranszendiert
- emotional getönt
- Versinken in Träumen, Phantasien, Spiel, Vorstellung und Poesie, "Als-Ob"
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Source: 3403, Moodle
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2 Modi des Denkens: Piagets Auffassung? (3403, S. 106)
- Piaget geht von 3 Schritten der Denkentwicklung aus:

1. autistisches Denken:
- dominiert in der frühen Kindheit
- die Realität wird dem affektiven kindlichen Leben untergeordnet

2. Übergangsformen:
- zwischen autistischem und logischem Denken

3. logisches Denken:
- schließlich wird autistisches Denken dem logischen Denken untergeordnet
- das Kind wird rational, objektiv und realitätsangepasst
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Source: 3403
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2 Modi des Denkens: Heinz Werners Auffassung? (3403, S. 106)
Heinz Werner untescheidet 2 Arten des Denkens:

1. physiognomisches Denken

und

2. formal-technisches Denken

beide Arten des Denkens existieren gleichberechtigt nebeneinander und sind miteinander verwoben
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Source: 3403, Moodle
79
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2 Modi des Denkens: Hans Vaihingers Auffassung? (3403, S. 107)
- Hans Vaihinger geht davon aus, dass sich Menschen bewusst falscher Konzepte bzw. Fiktionen bedienen, die einen hohen pragmatischen Nutzen haben

- man operiert glücklich und erfolgreich mit falschen Begriffen, die nützlich und unentbehlich für das richtige Handeln sind
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Source: 3403
80
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Lassen sich individuelle Entwicklungsverläufe mit der Querschnittmethode erfassen? Wenn ja, wie? Wenn nein, warum nicht? (3403, S. 80)
nein, individuelle Entwicklungsverläufe lassen sich nicht erfassen, da

1. lediglich eine einzige Untersuchung stattfindet, wobei aus den jeweiligen Einzelwerten auf altersspezifische Mittelwerte geschlossen wird

2. nicht das Individuum in seinem Verlauf untersucht wird, sondern verschiedene Individuen in den verschiedenen Altersstufen, aus diesen Ergebnissen wird auf "typische" Entwicklungskurven geschlossen
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Source: 3403, Moodle
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Längsschnittmethode: Beschreibung (3403, S. 81)
Altershomogene Stichprobe wird über die Zeit und damit über das fortschreitende Lebensalter hinweg mehrfach untersucht
- hinsichtlich der Ausprägung einer Merkmalsbereich und zwar
- mit denselben oder vergleichbaren Instrumenten

Lebensalter ist unabhängige Variable, Ausprägung des Merkmals ist abhängige Variable
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Source: 3403, Moodle
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Längsschnittmethode: Welche Vorteile? (3403, S. 81)
Vorteil

- Nachzeichnung individueller Entwicklungsverläufe ist möglich!
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Source: 3403, Moodle
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Längsschnittmethode: Welche Nachteile? (3403, S. 81)
Nachteile

- sehr zeitaufwändig

- Drop-out (Tod, mangelndes Interesse, keine Zeit mehr usw.)  kann zu systematischen Verzerrungen führen

- eher keine Zufallsstichproben

- Testungseffekte können auftreten

- Kohortenspezifität oder Generationsspezifität

- Problem der Generalisierbarkeit
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Source: 3403, Moodle
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Warum gilt die Längsschnittmethode als Königsweg der entwicklungspsychologischen Forschung?
- Königsweg, weil individuelle Entwicklungsverläufe nachgezeichnet werden können

- Problematisch: Sobald die individuellen Werte über das Alter hinweg gemittelt werden, treten die gleichen Probleme auf wie bei der Querschnittuntersuchung. Im Unterschied zu letzterer besteht
jedoch die Möglichkeit zu überprüfen, inwieweit die Individualkurven durch die Durchschnittskurve zutreffend wiedergegeben werden.

- Allerdings handelt es sich hier um eine sehr zeitaufwendige Methode
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Source: 3403, Moodle
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Was sind die Inhalte von Mikro-, Meso-, Exo- und Makrosystem nach Urie Bronfenbrenner? (3403, S. 77/78)
Mikrosystem:
- Muster von Tätigkeiten und Aktivitäten, Rollen und zwischenmenschlichen Beziehungen, wie es von der sich entwickelnden Person in einem gegebenen Lebensbereich erlebt wird. Lebensbereiche sind z.B. Familie, Klassenzimmer
Mesosystem:
- Wechselwirkungen zwischen den Lebensbereichen, an denen die sich entwickelnde Person aktiv beteiligt ist.
- Verbindung zwischen verschiedenen Mikrosystemen, wenn die Person in einen neuen Lebensbereich übertritt
Exosystem:
- Lebensbereiche, in denen die sich entwickelnde Person nicht selbst beteiligt ist , die sie aber beeinflussen z.B. Arbeit des Vaters, Fernsehprogramm
Makrosystem:
- grundsätzlich formale und inhaltliche Ähnlichkeit der Systeme niedriger Ordnung (Mikro-, Meso- und Exo-), die in der Subkultur bestehen einschließlich der zugrundeliegenden Weltanschauungen und Ideologien
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Nennen Sie Beispiele für Entwicklungsereignisse auf der Mikro-, Meso- und Makroebene! (3403, S. 74 und S. 78)
Beispiel 1
Mikroebene:
Tod eines nahestehenden Menschen
Mesoebene:
Verarbeitung der Trauer durch Kommunikation mit Kollegen am Arbeitsplatz oder einem Therapeuten
Makroebene:
je nach Kultur werden Trauerrituale vollzogen, die dem Individuum helfen aus der subjektiven Erfahrung zu lernen. Dies führt zu Veränderungen innerhalb des Individuums.

Beispiel 2
Mikroebene:
unangenehme Beziehungskonflikte/ Gefühl, andere sind mir gegenüber ungerecht
Mesoebene:
mein Erleben wird durch bereits erworbene Fühl- und Wahrnehmungsschemata organisiert und reguliert. Ich begebe mich in Therapie
Makroebene:
Mein Selbstkonzept und die Konzepte von anderen haben sich  qualitativ geändert
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Source: Moodle
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Was unterscheidet den nomothetischen wissenschaftlichen Ansatz vom ideographischen wissenschaftlichen Ansatz? (3403, S. 43/43)
- nomothetisch = nach Gesetzen suchend

- idiographisch = das Einzelne, Ideelle, Geschichtliche hervorhebend
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Source: 3403
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Was ist das Ziel der klassischen ontogenetischen Perspektive auf das Individuum? (3403, S. 68/69)
Beschreibung und Erklärung

- der mit dem Lebensalter einhergehenden intraindividuellen Veränderungen

- und der interindividuellen Unterschiede

- in eben diesen intraindividuellen Veränderungen
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Was bedeutet Operationalisierung? (3403, S. 17)
- Theoretische Konstrukte können nur über "Hilfsmittel" erfahrbar und damit erforschbar gemacht
werden.

- Man muss – geleitet durch eine Theorie oder "Vortheorie" – angeben können, welche Verhaltens- oder Erlebensweisen man als Indikatoren für ein Konstrukt heranziehen möchte. Eine
solche Verfahrensanweisung wird als Operationalisierung bezeichnet.

- Zur Operationalisierung eines theoretischen Konstruktes gehört jedoch mehr als die Angabe der verwendeten Indikatoren. Die Operationalisierung umfasst eine Spezifikation
- der Erhebungsmethode
- des Erhebungsinstruments
- der Teile des Instruments, die zur Gewinnung der empirischen Informationen benutzt werden sollen,
- der Art der Aufbereitung dieser Informationen für die eigentliche Analyse.
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Was sind die Vor- bzw. Nachteile einer Ratingskala auf einem Fragebogen? (3403, S. 20/21)
Nachteile
- als Proband kann man mit den Skalen oft nicht das ausdrücken, was man ausdrücken will
- Zahlen müssen also psychologisch gesehen nicht immer valide sein
- als Forscher weiß man nicht immer, was im Kopf der den Fragebogen bearbeitenden Person vorging
- und auch nicht, ob dieselbe angekreuzte Zahl für unterschiedliche Menschen unterschiedliche Bedeutungen hat

Vorteile
- im Vergleich zu anderen Methoden relativ unaufwändig
- statistisch gut verarbeitbar
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Was sind "display rules"? (3403, S. 22)
- soziale / kulturelle Regeln für "angemessenes" nonverbales Ausdrucksverhalten (i.S.v. wann und wo wird welches Ausdrucksverhalten erwartet?), die im Laufe der Entwicklung erlernt werden

- Die informellen Normen und Erwartungen einer Gesellschaft darüber, welche Emotionen man wann zeigen und welche man wann nicht zeigen oder durch den Ausdruck anderer Emotionen überlagern sollte

- Voraussetzung: Ausdruckkontrolle = Fähigkeit zur Entkopplung von Gefühl und Ausdruck ("normalerweise" gehen Gefühle mit ihrem unmittelbaren Ausdruck einher - willkürliche Steuerung der
Gesichtsmuskulatur muss also beherrscht werden)

- Beispiel: freundliches Lächeln, auch wenn man ein enttäuschendes Geschenk erhält
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Was ist eine Stichprobe? (3403, S. 24)
- eine repräsentative Teilmenge einer Population (Grundgesamtheit) auf Basis einer Zufallsauswahl

- von der Stichprobe (engl. sample) kann auf die Grundgesamtheit geschlossen oder generalisiert werden
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Was bedeutet Generalisierung? (3403, S. 24)
- Schließen von der Stichprobe auf die Population (verallgemeinern)

- der Denkschritt des Schlussfolgerns von einem oder einigen beobachteten Fällen auf eine ganze Klasse von Vorgängen, von denen also angenommen wird, dass sie nach demselben Prinzip funktionieren

- Ein Untersuchungsergebnis ist generalisierbar, wenn externe Validität besteht
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Was ist mit "ökologischer Validität" gemeint? (3403, S. 28)
- bezeichnet das Ausmaß, in dem die von den Versuchspersonen einer wissenschaftlichen Untersuchung erlebte Umwelt die Eigenschaften hat, die der Forscher voraussetzt (Bronfenbrenner)

- ist die Frage danach, ob die in mehr oder minder artifiziellen Kontexten hergestellte Erkenntnis auch für das Phänomen "draußen in der Welt" gültig ist

- Annahme, dass über einen Forschungsgegenstand oder Untersuchungspersonen nur in der „natürlichen Umgebung“ gültige
Daten erhoben werden können. Vor allem bei Laborexperimenten liegt jedoch häufig eine geringe ökologische Validität vor

- ein Experiment ist für den Teilnehmer eine künstliche Situation. Damit die gewonnen Daten nachher auch auf reale Situationen übertragen werdeb kann, ist es wichtig, dass die Versuchsbedingungen so gestaltet sind, dass sie der "Welt draußen" entsprechen. Der Forscher hat somit erstmal die Aufgabe herauszufinden, welche Umwelt das Phänomen, das er untersuchen möchte voraussetzt. Diese muss er dann "künstlich" in seinem Experiment nachbauen. Je besser ihm das gelingt, desto größer ist die ökologische Validität.
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Was bedeutet Inter-Rater-Übereinstimmung? (3403, S. 31)
- Ausmaß der Übereinstimmung der Beobachtungsergebnisse zweier oder mehrerer Beobachter desselben Vorgangs (auch Interrater-Reliabilität genannt)

- Die Zuverlässigkeit der Übereinstimmung bei Beurteilung eines Sachverhaltes durch zwei oder mehrere Personen

- lässt Rückschluss darauf zu, inwieweit die Beobachtungsergebnisse objektiv sind, also unabhängig von der Person des Beobachters
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Was ist ein psychologisches Konstrukt? (3403, S. 15)
- ein Konstrukt ist eine gedankliche Hilfskonstruktion für die Beschreibung von Phänomenen, die der direkten Beobachtung nicht zugänglich sind, sondern nur aus anderen beobachtbaren Daten erschlossen werden können.

- Beispiele für theoretische Konstrukte: Aggression, Emotion, Identität, Selbst, Freundschaft, Trieb,Impulsivität, Persönlichkeit.

- Theoretische Konstrukte erhalten ihre Bedeutung aus der jeweiligen Theorie (oder einem vortheoretischen Entwurf) heraus. Es gibt also nicht "die" Bedeutung "der" Identität an sich, sondern
unterschiedliche Identitätsbegriffe in unterschiedlichen Identitätstheorien.

- Dennoch sind sie nicht ausschließlich reine Gedankengebäude, sondern beziehen sich auf Phänomene des menschlichen Verhaltens und Erlebens, sind aber nicht mit diesen identisch.
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Nennen und beschreiben Sie die Leitsätze einer Entwicklungspsychologie der Lebensspanne
nach Paul Baltes (3403, S. 64)
1. lebenslange Entwicklung
- ontogenetische Entwicklung als lebenslanger Prozess
- in allen Phasen der Lebensspanne können kontinuierliche als auch diskontinuierliche Prozesse auftreten

2. Multidirektionalität
- in ein und demselben Entwicklungsabschnitt und Verhaltensbereich können manche Verhaltensweisen Wachstum und andere Abbau zeigen (die Richtung der Veränderung variiert)

3. Entwicklung als Gewinn und Verlust
- über die gesamte Lebensspanne hinweg setzt sich Entwicklung immer aus Gewinn (Wachstum) und Verlust (Abbau) zusammen

4. Plastizität
- Entwicklungsverlauf einer Person variiert in Abhängigkeit von ihren Lebensbedingungen und Lebenserfahrungen (hohe Veränderbarkeit innerhalb einer Person)

5. geschichtliche Einbettung
- Ablauf der ontogenetischen (altersbedingten) Entwicklung ist stark von den vorherrschenden soziokulturellen Bedingungen einer geschichtlichen Ära geprägt

6. Kontextualismus
- jeder individuelle Entwicklungsverlauf resultiert aus der Wechselwirkung von altersbedingten, geschichtlich bedingten und nicht-normativen Einflüssen

7. multidisziplinäre Betrachtung
- psychologische Entwicklung muss im Kontext anderer Disziplinen (z.B. Biologie, Soziologie) betrachtet werden
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Welches sind die Grundannahmen klassischer Entwicklungstheorien? (3403, S. 64)
- nur Anlage: Entwicklung verläuft natürlich (an innere Baupläne gebunden), Kultur ist irrelevant

- es gibt einen Endzustand

- Entwicklungsprozesse sind unumkehrbar

- Entwicklungsprozesse führen zu höherwertigen Zuständen

- Entwicklungsprozesse verlaufen universell (es gibt Gesetze, die für alle in gleicher Weise gelten)

- Stufenmodelle

- Mensch ist passiv

- auf die Kinder- und Jugendjahre gerichtet
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Was sind Kennzeichen moderner Entwicklungstheorien? (3403, S. 64)
- Anlage x Umwelt

- differenzierter als die klassischen Entwicklungstheorien

- Suche nach internen und externen Bedingungen

- offener Entwicklungsbegriff (plastisch, veränderbar, weniger Zwangsläufigkeit)

- aktional (der Mensch kann seine Entwicklung selbst beeinflussen)

- kontextuell (z.B. Einflüsse durch Kultur/Gesellschaft)

- auf die gesamte Lebensspanne bezogen
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Was ist das SOK-Modell nach Paul Baltes? (3403, S. 66)
SOK = Selektive Optimierung mit Kompensation

Drei Strategien, deren Zusammenspiel eine erfolgreiche lebenslange Entwicklung ermöglicht:
1 . Selektion
- aus den vorhandenen Lebensmöglichkeiten diejenigen auswählen, die wir verwirklichen wollen

2. Optimierung
- geeignete Mittel suchen, um das Gewählte möglichst gut zu tun

3. Kompensation
-  flexibel reagieren, wenn Mittel wegfallen und neue Wege suchen, um den eigenen Zielen näherzukommen

Beispiel: Arthur Rubinstein
Selektion: spielte ein geringeres Repertoire an Stücken im höheren Lebensalter
Optimierung: übte diese Stücke umso intensiver
Kompensation: spielte langsamer vor schnellen Sätzen (um zu kontrastieren)
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Welchen Bereich des Selbst bezeichnete George Herbert Mead als „I“? (3403, S. 48)
- das "I" ist die dynamische Komponente des Selbst

- Das Selbst ist nicht nur eine Ansammlung konventioneller Rollen. Wir reagieren immer wieder auf unsere eigenen Rollen und verändern uns dadurch

- das "I" bezeichnet die immer wieder neue, wechselnde Perspektive, die ich auf mich selbst (auf das ME) und die Welt einnehme, ohne dass mir dies gleich Moment bewusst wäre

- es ist reflexiv nicht unmittelbar zugänglich, sondern ex post facto, als Teil eines durch das I restrukturierten ME

- es repräsentiert die irreversible Dynamik der Gegenwart, die zur Restrukturierung des ME in der Zukunft führt. Das I ist dabei nicht vorhersagbar, seine Dynamik wird nicht durch die aktuelle Situation determiniert

- das "I" kann man empirisch nicht erfassen
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Was bedeutet Ontogenese? (3403, S. 57 und S. 68)
- Ontogenese bedeutet Individualentwicklung, sie bezeichnet also die individuelle Entwicklung eines Menschen von der Zeugung bis zum Tod

- in der Entwicklungspsychologie geht es um die Ontogenese, also um Veränderungen, die in größeren und längeren Wellen von Jahren auftreten und die systematisch mit dem Alter korreliert sind
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Was bedeutet Phylogenese? (3403, S. 57 und S. 69)
- Phylogenese bezeichnet die stammesgeschichtliche Entwicklung der Gesamtheit aller Lebewesen

- in der Evolutionsentwicklungspsychologie geht es um die Phylogenese
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Ist „Alter“ eine unabhängige Variable im eigentlichen Sinne? (3403, S. 69)
- Alter ist keine unabhängige Variable im eigentlichen Sinnene, da das Alter nicht (im experimentellen Sinne) manipuliert (variiert) werden kann

- Alter ist eine Organismusvariable, die lediglich wie eine unabhängige Variable benutzt wird

- in der empirischen Forschung wird das Alter wie eine unabhängige Variable gebraucht, indem ein bestimmtes Phänomen (AV) in Abhängigkeit zum Lebensalter untersucht wird
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Welchen Stellenwert hat das „Alter“ in der entwicklungspsychologischen Forschung? (3403, S. 68/69)
Zeit = zentrale Dimension der Entwicklung

- Zeit wird in erster Linie als Lebensalter verstanden: Alter = zentraler Begriff, aber nicht im Sinne von statischen Vergleichen zwischen Alter X und Alter Y, sondern eher als Punkte (oder Räume) auf einem Kontinuum, zwischen denen eine Veränderung stattfindet - und um genau diesen PROZESS DAZWISCHEN geht es in der entwicklungspsychologischen Forschung!

- dabei im Fokus: Veränderungen, die in größeren und längeren Wellen von Jahren auftreten und die systematisch mit dem Lebensalter korreliert sind (Ontogenese)

- psychische Phänomene kennen unsere Zeitrechnung nicht - sie haben ihre Eigenzeit

- Alter kann also nichts erklären - es ist kein explikatives Konstrukt, es ist "kausal impotent"

- ABER: die mit dem Alter einhergehenden oder korrelierten Faktoren, die "eigentlich" für bestimmte Entwicklungsergebnisse verantwortlich sind, lassen Erklärungen zu
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Ist ein Kind mit 6 Jahren "schulreif"? (Frage 24)
- Begriff Schulreife basiert auf dem engen Entwicklungsbegriff

- ABER: Kind ist nicht schulreif, WEIL es 6 Jahre alt ist, sondern weil mit diesem Alter in der Regel (also nicht bei allen, sondern durchschnittlich betrachtet) bestimmte (kognitive, emotionale) Fähigkeiten einhergehen, die für die Anforderungen, die "Schule" stellt, grundlegend sind (Korrelation von Alter mit bestimmten Fähigkeiten)

- Diese Fähigkeiten sind nur zum Teil von der biologischen Reife (= Alter, hier im Sinne des engen Entwicklungsbegriffs) abhängig, sondern wahrscheinlich in stärkerem Maße von Umwelteinflüssen (moderner weiter Entwicklungsbegriff), die bei jedem Kind andere sind. Insofern ist nicht jedes Kind „automatisch“ mit 6 Jahren „schulreif“.

- Das gleiche gilt für die Volljährigkeit - hier zeigt sich auch ganz schön die Abhängigkeit der "Reife" vom gesellschaftlichen Kontext: bis in die 1970er Jahre war man mit 21 Jahren volljährig und dann von jetzt auf gleich mit 18 Jahren.
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Inwiefern hat Entwicklung etwas mit gesellschaftlichem und historischem Wandel zu tun? (3403, S. 76)
- Menschen verändern sich nicht nur im Laufe ihres eigenen Lebens; es verändert sich auch das gesellschaftliche Leben selbst, was wiederum seinen Niederschlag auf den menschlichen Lebenslauf
findet.

- Der gesellschaftliche Wandel hat gravierende Implikationen für die Entwicklungspsychologie (siehe auch später die Fehlerquellen bei Längs- und Querschnittstudien): So ist zum Beispiel ein Kind im 19.
Jahrhundert nicht dasselbe Kind wie ein Kind im 20. oder 21. Jahrhundert.

- das Mittelalter hat die Abgrenzung zwischen Kindern und Erwachsenen nicht gekannt: Kinder lebten, sobald sie sich allein
fortbewegen und verständlich machen konnten, mit den Erwachsenen, waren kleine Erwachsene
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Was ist das Kultivationsprinzip nach Georg Simmel? (3403, S. 50)
- Simmel unterscheidet zwischen objektiver und subjektiver Kultur

- die objektive Kultur ist für den sich entwickelnden Menschen nur insofern förderlich, als er sie in subjektive Kultur umsetzen kann. Nur dann trägt Kultur zur Vervollständigung der Entwicklung des Menschen bei, wird zu subjektiver Kultur

- ohne Kultur bleibt menschliche Entwicklung stehen, kann ihre Potenziale nie voll ausschöpfen

- Kultivation ist ein wechselseitiger Prozess: Über die Kultivation der Welt, der Dinge, kultivieren wir uns selbst

- bestimmte geliebte Objekte können "Teil unseres Selbst" werden
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Was sind die Grundannahmen des Konzepts der „Zone der nächsten Entwicklung“ von Lev Vygotsky? (3403, S. 51)
- Grundannahme, dass die ontogenetische Entwicklung vom Intermentalen zum Intramentalen verläuft. d.h. das, was zwischen Menschen passiert (Sprache, Kommunikation, Handlung), wird internalisiert und bildet so die Grundlage höherer psychischer Funktionen (ähnlich wie bei Mead)

- kulturelle Werkzeuge, v.a. Zeichen wie Sprache als semiotisches Werkzeug spielen eine wichtige Rolle

- Denken ist demnach sozialen Ursprungs, und hier unterscheidet sich Vygotsky signifikant von den Vorstellungen seines Zeitgenossen Jean Piaget

- Entwicklungsprozesse werden sozial „geleitet“, sind dabei aber kein Abbild der sozialen Welt, sondern werden personseitig konstruiert

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Was bedeutet das Konzept der nächsten Entwicklung nach Vygotsky? (3403, S. 51)
Zone der nächsten Entwicklung:
- Entwicklung spielt sich in einer Zone zwischen Gegenwart (Zone der aktuellen Entwicklung) und Zukunft ab
- Die Zone der nächsten Entwicklung bezieht sich auf die Lücke zwischen den bereits vorhandenen Fähigkeiten einen Kindes und dem, was es unter Anleitung eines Erwachsenen oder eines weiterentwickelten Kindes lernen kann
- individuelle Aktivität ist obligatorisch für das Wirksamwerden der sozialen Leitung
- Die Komplettierung der Entwicklung psychischer Funktionen kann sich auf 2 Wegen vollziehen: durch individuelle Aktivität (Spiel im Kindesalter, Phantasie im Jugend- & Erwachsenenalter) und durch soziale Leitung: als Kanalisierung, Unterdrückung, Anweisung, etc
- Individuelle Aktivität ist dabei obligatorisch (Spiel als Ursprung für Entwicklung)
- zu jedem Zeitpunkt ist die Entwicklung zukunftsorientiert
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Was versteht man unter dem "engen" Entwicklungsbegriff? (3403, S. 62)
"enge" Entwicklung als eine
- mit dem Lebensalter korrelierte
- geordnete
- gerichtete und
- universell gültige Reihe von Veränderungen
Veränderungsschritte als
- aufeinander aufbauende,
- unumkehrbare und
- qualitativ unterschiedliche Stufen oder Phasen
- in Richtung auf einen dem Ausgangszustand höherwertigen Zielzustand hin
Problem / Kritik
- Veränderungen nicht immer als systematisch auseinander hervorgehende Stufen beschreibbar
- normative Setzung eines im Vergleich zum Ausgangszustand höherwertigen Ziel- oder Endzustandes muss angezweifelt werden
- Veränderung nicht immer qualitativ, sondern auch quantitativ konzipierbar
- von universeller Gültigkeit vieler Entwicklungsprozesse kann im Lichte kultureller und gesellschaftlicher Variation nicht die Rede sein
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Was versteht man unter dem "weiten" Entwicklungsbegriff? (3403, S. 63)
"weiter" Entwicklungsbegriff

- blendet umweltabhängige und interindividuelle Variation nicht aus

- geht von einem aktiven Individuum-im-Kontext aus, das seine eigene Entwicklung mitgestaltet und äußeren (Umwelt) oder biologischen (Reifung) Einflüssen nicht einfach passiv erliegt

- Umwelt hat einen Einfluss auf das sich entwickelnde Individuum, aber letzteres sucht auch wiederum aktiv bestimmte Umwelten auf und gestaltet sie im Hinblick auf bestimmte Ziele mit

- Entwicklung bedeutet nicht immer "höher, schneller, weiter" oder "besser", auch Abbau ist Entwicklung

- "Gewinne" in einem Bereich gehen mit Verlusten in anderen Bereichen einher - nur bestimmte
Entwicklungsbereiche können "optimiert" werden, während alternative Optionen vernachlässigt oder
kompensiert werden müssen
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Was versteht man unter einer nomothetischen Wissenschaft? (3403, S. 42)
- eine nomothetische Wissenschaft hat das Ziel, allgemeingültige Gesetze zu finden

- Nomothetische Wissenschaft = Gesetzeswissenschaft = Naturwissenschaft

- Nomothetisch (griechisch: nomos = Gesetz; thesis = aufbauen)
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Was versteht man unter einer ideographischen Wissenschaft? (3403, S. 43)
- eine ideographische Wissenschaft versucht, eine Person in ihrer Einzigartigkeit möglichst vollständig zu erfassen

- sie will das Einzelne, Ideelle, Geschichtliche hervorheben

- ideographische Wissenschaft = Geisteswissenschaft

- Idiographisch (griechisch: idios = eigen; graphein = beschreiben)
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Was versteht man unter der Psychologie als biologisch-experimenteller Wissenschaft? (3403, S. 44 - 46)
- viele Wissenschafter betonen die Dominanz einer naturwissenschaftlichen, biologisch-experimentellen Ausrichtung der gegenwärtigen Psychologie

- man kann allerdings die naturwissenschaftliche Forschung nicht mit der biopsychologischen Forschung gleichsetzen

- nicht alle biologische Forschung in der Psychologie hält naturwissenschaftlichen Prinzipien Stand

- eine heute in der Psychologie dominante Form des Experimentierens bedient sich des randomisierten Kontrollgruppen-Experimentes mit inferenzstatistischer Nullhypothesenprüfung

- Statistische Inferenz gilt dabei als Synonym für die wissenschaftliche Methode, als Garant für die "Verwissenschaftlichung" einer ansonsten "vor"wissenschaftlichen Psychologie.
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Was versteht man unter der Psychologie als sozial- und kulturwissenschaftlich orientierte Wissenschaft? (3403, S. 46/47)
- die menschliche Psyche ist intrinsisch mit der sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Welt verbunden

- das Soziale, Gesellschaftliche und Kulturelle wird im Laufe der Entwicklung zum Bestandteil der psychischen Funktionen

- andererseits ist die Person nicht das Abbild der sie umgebenden Umwelt

- die Person nimmt auch eine aktive und konstruktive Rolle ihrer eigenen Entwicklung ein

- soziogenetische Ansätze: betonene den sozialen Ursprung psychischer Funktionen. Der Mensch setzt sich aktiv und selektiv mit seiner Welt auseinander und schafft sich selbst und seine Welt (Sozialpsychologie)
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Was versteht man unter einem soziogenetischen Ansatz? (3403, S. 47)

Nenne 3 "Baumeister" soziognetischen Denkens (3403, S. 47 - 53)
- soziogenetische Ansätze betonen den sozialen Ursprung psychischer Funktionen

- der Mensch setzt sich aktiv und selektiv mit seiner Umwelt auseinander und schafft somit sich selbst und seine Welt


3 Baumeister soziogenetischen Denkens:

- George Herbert Mead
- Georg Simmel
- Lev Vygotsky

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Was beinhaltet Meads soziogenetischer Ansatz zum Selbst? (3403, S. 48)
- das Selbst ist nach Mead ein maximal komplexes Konstrukt

- das Selbst entsteht in und durch soziale Austauschprozesse, es wird jedoch gleichzeitig personenseitig konstruiert

- Mead unterscheidet zwischen "ME" und "I" als unterscheidbare, jedoch aufeinander bezogenen Phasen des Selbst

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Welchen Bereich des Selbst bezeichnete George Herbert Mead als „ME“? (3403, S. 48)
- das ME setzt einen bewusst repräsentierten Zugang zu uns selbst voraus

- das ME stellt die strukturelle, konventionelle und über die Zeit stabile Komponente des Selbst dar

- es repräsentiert die internalisierten Haltungen "sozialer Anderer" (der Gesellschaft an sich)

- es entsteht durch Rollenübernahme, vorrangig im kindlichen (Rollen-) Spiel, durch Kommunikation und andere symbolische Prozesse

- repräsentiert die Vergangenheit

- konventionell, statisch, stabil

- ME ist empirisch erfassbar

- ME bezeichnet das Selbstkonzept
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Welche Art von Wissenschaft ist die Psychologie? (3403, S. 42/43)
- die Psychologie ist eine naturwissenschaftliche Disziplin mit biologisch-experimenteller Forschung und kulturanthroprologischen und sozialwissenschaftlichen Zugängen

- vom Gegenstand betrachtet ist die Psychologie eine Geisteswissenschaft , in methodischer Hinsicht rechnet sie sich den Gesetzes- bzw. Naturwissenschaften zu

- die Psychologie kann als "Sowohl-als-auch-Wissenschaft" gesehen werden, die sowohl nomothetische als auch ideographische Forschung betreibt

- die experimentelle Psychologie arbeitet sowohl atomisch, elementarisch und mechanistisch, als auch ganzheitlich, dynamisch und holistisch
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Was versteht man unter einer idiothetischen Wissenschaft? (3403, S. 44)
- eine idiothetische Wissenschaft versucht allgemeine Gesetze vom Einzelfall, von der Person aus gehend, zu konstuieren

- von Einzelfallanalysen wird auf allgemeine Gesetze geschlossen

- es findet Einzelfallanalyse statt: es wird nicht von einer Gruppe auf das Individuum geschlossen, sondern vom Individuum auf die Allgemeinheit

- Kritik an der psychologischen Forschung: Schluss von aggregierten Daten auf Individuen (daher der Vorschlag, Psychologie als idiothetische Wissenschaft zu sehen)
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Was ist der "Fremde-Situation-Test" (Strange Situation Test)? Wer hat ihn entwickelt? (3403, S. 17, 18)
- der Fremde-Situation-Test wurde von Mary Ainsworth in den 1970er Jahren entwickelt

- es handelt sich um ein standardisiertes Untersuchungsverfahren mit dem bei 12 bis 24monatigen Kindern Bindungsverhalten beobachtbar wird

- der Test soll empirisch erfassen, ob ein Kind sicher gebunden ist oder nicht

- dazu muss man das Kind in eine Situatione bringen, die das Bindungssystem aktiviert. Dies ist bei Bedrohung der Fall, z.B. bei Trennung von der Mutter in einem unvertrauten Kontext
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Source: 3403, Oerter/Montada
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Wie läuft der "Fremde-Situation-Test" ab? (3403, S. 18)
- Mutter und Kleinkind betreten einen Beobachtungsraum mit einer Einwegscheibe

- in dem Raum gibt es Spielzeug für das Kind und zwei Stühle

- es finden nacheinander 8 dreiminütige Episoden statt:

1. Mutter und Kind gehen in den Raum
2. Mutter und Kind sind allein. Mutter liest Zeitung. Kind spielt.
3. Fremde tritt ein. Unterhaltung mit der Mutter. Kontakt zum Kind.
4. Mutter verlässt unauffällig den Raum. Fremde bleibt alleine bei dem Kind, beschäftigt sich mit ihm und tröstet es ggf.
5. Mutter kommt wieder, Fremde geht. Mutter beschäftigt sich mit Kind, versucht es für das Spiel zu interessieren.
6. Mutter verlässt mit Abschiedsgruß Raum.
7. Fremde kommt rein, versucht Kind ggf. zu trösten.
8. Mutter kommt wieder. Fremde verlässt den Raum

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Wie wird der "Fremde-Situation-Test" ausgewertet? (3403, S. 18, 19)
- das Verhalten des Kindes in den Wiedervereinigungsstiuationen 5 und 8 wird auf 4 Skalen mit 7 Stufen eingeschätzt

- Skalen:
1. Nähesuchen
2. Kontakthalten
3. Widerstand gegen Körperkontakt
4. Vermeideverhalten

- aus den Werten auf den Skalen und dem Gesamteindruck vom Kind in der Testsituation wird die Qualität der Bindung verschiedenen Bindungsklassen zugeordnet

- Bindungsklassen:
sicher gebundene Kinder
vermeidend-unsicher gebundene Kinder
ambivalent-unsicher gebundene Kinder
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Wie verhalten sich "sicher gebundene Kinder" bei der Wiedervereinigung mit der Mutter? (3403, S. 19)
- sicher gebundene Kinder (Bindungsstiel B) suchen bei der Wiedervereinigung mit der Mutter Kontakt und Nähe zu ihr

- sie reagieren mit Freude , strecken die Arme aus und wollen getröstet werden

- sie beruhigen sich nach kurzer Zeit wieder und wenden sich erneut dem Spiel zu
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Source: 3403, Oerter/Montada
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Wie verhalten sich "vermeidend-unsicher gebundene Kinder" bei der Wiedervereinigung mit der Mutter? (3403, S. 19)
- vermeidend-unsicher gebundene Kinder (Bindungsstiel A) vermeiden die Mutter bei der Rückkehr aktiv, ignorieren sie oder lehnen sie ab

- es kommt in der Regel zu keinem intensiven Körperkontakt

- die Kinder möchten nicht auf den Arm genommen und getröstet werden
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Source: 3403, Oerter/Montada
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Wie verhalten sich "ambivalent-unsicher gebundene Kinder" bei der Wiedervereinigung mit der Mutter? (3403, S. 19)
- ambivalent-unsicher gebundene Kinder (Bindungsstiel C) sind unfähig sich zu beruhigen

- es dauert meist längere Zeit, um wieder einen emotional stabilen Zustand zu erreichen

- die Kinder zeigen einerseits den Wunsch nach Körperkontakt und Nähe, andererseits aber auch aggressives Verhalten gegenüber der Mutter
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Source: 3403, Oerter/Montada
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Was sind "Daten"? (3403, S. 20)
- Daten sind nicht die Realität selbst, sondern im semiotischen Sinne Zeichen

- Daten können das zu interessierende Phänomen mehr oder weniger gut abbilden oder nachbilden, bleiben aber immer Abstraktionen

- Daten haben den Anschein von Objektitiät, man sollte aber immer kritisch hinterfragen, wie diese Daten zustande gekommen sind

- Ingrid Josephs bevorzugt den Begriff Datenkonstruktion statt Datenerhebung , da mit diesem Prozess immer ein Akt der Interpretation verbunden ist
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Was ist Psychologie? (3403, S.11)
- Psychologie ist eine empirische Wissenschaft, also eine "'Erfahrungswissenschaft"

- Psychologie ist keine normative Wissenschaft, sie beschäftigt sich also nicht mit der Frage, wie der Mensch sein sollte

- allerdings fließen Normen und Werte implizit immer in die Forschung ein, so dass beispielsweise die großen psychologischen Theorien mit bestimmten Menschenbildern verwurzelt sind

- Beispiele: Freud: "der Mensch ist genuin triebgesteuert"
Rogers: "der Mensch hat eine Selbstaktualisierungstendenz"
Skinner: "menschliches Verhalten wird durch Belohnung und Bestrafung kontrolliert"

- Neutralität bei Forschern im strengen Sinne ist eine Fiktion
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Wie wird die Psychologie als empirische Wissenschaft betrieben? (3403, S. 13)
- Psychologen wollen aus ihren Theorien abgeleitete Hypothesen über das menschliche Verhalten und Erleben an der "Wirklichkeit" überprüfen

- mit Hilfe systematischer Methoden werden psychische Phänomene zugänglich und erforschbar gemacht

- wissenschaftstheoretisch lässt sich der "Wahrheitswert" einer Hypothese nie beweisen, eine Hypothese kann nicht verifiziert (bewiesen) werden sondern nur falsifiziert (widerlegt) werden

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Was ist unter einer „empirischen“ Wissenschaft zu verstehen? (3403, S. 11/12)
- eine empirische Wissenschaft ist eine Erfahrungswissenschaft

- aus Theorien abgeleitete Hypothesen werden unter Zuhilfenahme entsprechender Methoden anhand von Daten getestet oder überprüft, um auf diesem Wege zu gesicherten Aussagen über das
menschliche Erleben und Verhalten zu gelangen

- entscheidend hierbei ist die Systematik in der Vorgehensweise (bei der Erhebung von Daten). Im Gegensatz zur Beobachtungsweise im Alltag, geht es bei den "empirischen Wissenschaften" um die Forderung nach Objektivität, Reliabilität und Validität und der Wiederholbarkeit von Beobachtungen.
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Was ist eine Theorie? (3403, S. 15, 17)
- eine Theorie enthält Aussagen über theoretische Konstrukte und deren Beziehungen , die sich unserer direkten Erfahrung und Anschauung entziehen, also nicht direkt beobachtbar sind

- Beispiele: Aggression, Emotion, Identität, Freundschaft, Trieb

- Konstrukte stellen für die Forschung einige Probleme dar, denn sie entziehen sich weitgehend einer Operationalisierung

- Operationalisierung: Verfahrensanweisung, die festlegt, über welche Hilfsmittel (Idikatoren) theoretische Konstrukte erfahrbar und damit erforschbar gemacht werden
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Was bedeutet "Objektpermanenz"? (3403, S. 14)
- Begriff geht auf Jean Piaget zurück

- bezeichnet das Phänomen, dass ein Objekt für ein Kleinkind nur so lange existiert, wie es vom Kind gesehen wird

- das Objekt hat keine Existenz jenseits seiner Sichtbarkeit

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Was bedeutet "Volumenkonstanz"? (3403, S. 14)
- Begriff geht auf Jean Piaget zurück

- bezeichnet das Phänomen, dass eine Menge Wasser die gleiche Menge bleibt, wenn ich sie aus einem durchsichtigen Behälter in einen anderen höheren aber weniger breiten Behälter gieße

- kleine Kinder können die Dimensionen Breite und Höhe noch nicht miteinander in Beziehung setzen und lassen sich von der visuellen Zentrierung auf nur eine der beiden Dimensionen leiten

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Wann werden in der Psycholgie "Beschreibungen" verwendet? (3403, S. 13/14)
- in Bereichen, in denen es noch keine Hypothesen oder Theorien im eigentlichen Sinne gibt, müssen psychologische Phänomene zunächst beschrieben werden

- die Beschreibung ist eine wichtige Voraussetzung dafür, menschliches Verhalten und Erleben zu erklären

- die Beschreibung wird häufig zu Unrecht weniger hoch angesehen als die Erklärung
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Wie lauten die 3 primären und 3 sekundären Liebesstiele nach J. A. Lee ? (3404, S. 38)
3 primäre Liebesstiele:

1. Romantische Liebe (Eros)

2. Spielerische Liebe (Ludus)

3. Freundschaftliche Liebe (Storge)

3 sekundäre Liebesstiele:

1. Besitzergreifende Liebe (Mania)

2. Pragmatische Liebe (Pragma)

3. Altruistische Liebe (Agape)
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Wodurch ist die "romantische Liebe" (Eros) nach J. A. Lee gekennzeichnet? (3404, S. 38)
- Romantische Liebe betrifft die unmittelbare Anziehung durch die geliebte Person, wie bei der "Liebe auf den ersten Blick"

- Aussehen und sexuelle Leidenschaft spielen eine wichtige Rolle

- Beispiel: "Ich fühle, dass meine Partnerin und ich füreinander bestimmt sind"
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Wodurch ist die "spielerische Liebe" (Ludus) nach J. A. Lee gekennzeichnet? (3404, S. 38)
- bei der spielerischen Liebe stehen Verführung, sexuelle Freiheit und sexuelle Abenteuer im Vordergrund

- die Orientierung gegenüber längerfristigen Beziehungen ist eher vermeidend und abwartend

- Beispiel: "Wenn mein Partner nicht dabei ist, flirte ich gerne mal mit anderen"
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Wodurch ist die "freundschaftliche Liebe" (Storge) nach J. A. Lee gekennzeichnet? (3404, S. 39)
- die freundschaftliche Liebe entsteht aus Freundschaft

- die interpersonelle Orientierung ist durch gemeinsame Interessen an bestimmten Aktitiväten und Befriedigung bei der Ausführung dieser Aktivitäten gekennzeichnet

- Beispiel: "Die beste Art von Liebe entsteht aus einer engen Freundschaft"
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Wodurch ist die "freundschaftliche Liebe" (Storge) nach J. A. Lee gekennzeichnet? (3404, S. 39)
- die freundschaftliche Liebe entsteht aus Freundschaft

- die interpersonelle Orientierung ist durch gemeinsame Interessen an bestimmten Aktitiväten und Befriedigung bei der Ausführung dieser Aktivitäten gekennzeichnet

- Beispiel: "Die beste Art von Liebe entsteht aus einer engen Freundschaft"
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Wodurch ist die "besitzergreifende Liebe" (Mania) nach J. A. Lee gekennzeichnet? (3404, S. 39)
- die besitzergreifende Liebe ist eine Variante der romantischen Liebe, bei der Idealisierung und Besitzansprüche mit starken Gefühlen verbunden sind, die sowohl positiv (Verschmelzung mit dem Partner) als auch negativ (Eifersucht) sein können

- Beispiel: "Wenn mein Partner mir keine Aufmerksamkeit schenkt, fühle ich mich ganz krank"

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Wodurch ist die "pragmatische Liebe" (Pragma) nach J. A. Lee gekennzeichnet? (3404, S. 39)
- die pragmatische Liebe steht in einem gewissen Gegensatz zu der Gefühlsintensität, wie sie für die besitzergreifende Liebe charakteristisch ist

- rationale Erwägungen über die Wahl des Partners stehen im Vordergrund

- die Beziehung soll der Herstellung wünschenswerter Lebensbedingungen oder Ereignisse dienen

- Beispiel: "Es ist am Besten, jemanden aus der gleichen sozialen Schicht zu lieben"
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Wodurch ist die "altruistische Liebe" (Agape) nach J. A. Lee gekennzeichnet? (3404, S. 39)
- die altruistische Liebe beinhaltet die Opferbereitschaft für den Partner

- Personen, die diesem Liebesstiel folgen, sind bereit ihre eigenen Ziel- und Wunschvorstellungen zurück zu stellen, wenn dadurch das Wohlergehen des Partners gefördert werden kann

- Beispiel: "Ich lasse oft alles stehen und liegen, um meinen Partner zu unterstützen"
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Welche Ergebnisse ergaben Untersuchungen zu den Liebesstielen von J. A. Lee? (3404, S. 39)
- bei allen Liebesstielen mit Ausnahme von Mania besteht eine Tendenz zur Gegenseitigkeit, Mania bezieht sich meistens nur auf einen Partner

- es konnten keine geschlechtsspezifischen Unterschiede in den Liebesstielen festgestellt werden, mit Ausnahme von Mania, die häufiger von Frauen gezeigt wird

- die romantische Liebe führt offenbar am besten zu Glück und Zufriedenheit, die spielerische Liebe eher zu Unzufriedenheit in der Partnerschaft

- Liebesstiele bleiben über die Zeit hinweg relativ beständig, wobei der altruistische Stiel am dauerhaftesten ist

- Eros und Ludus sind eher partnerbezogen, Storge, Pragma, Mania und Agape sind eher partnerunabhängig
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Wodurch ist die "freundschaftliche Liebe" (Storge) nach J. A. Lee gekennzeichnet? (3404, S. 39)
- die freundschaftliche Liebe entsteht aus Freundschaft

- die interpersonelle Orientierung ist durch gemeinsame Interessen an bestimmten Aktitiväten und Befriedigung bei der Ausführung dieser Aktivitäten gekennzeichnet

- Beispiel: "Die beste Art von Liebe entsteht aus einer engen Freundschaft"
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Wodurch ist die "freundschaftliche Liebe" (Storge) nach J. A. Lee gekennzeichnet? (3404, S. 39)
- die freundschaftliche Liebe entsteht aus Freundschaft

- die interpersonelle Orientierung ist durch gemeinsame Interessen an bestimmten Aktitiväten und Befriedigung bei der Ausführung dieser Aktivitäten gekennzeichnet

- Beispiel: "Die beste Art von Liebe entsteht aus einer engen Freundschaft"
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Wodurch ist die "freundschaftliche Liebe" (Storge) nach J. A. Lee gekennzeichnet? (3404, S. 39)
- die freundschaftliche Liebe entsteht aus Freundschaft

- die interpersonelle Orientierung ist durch gemeinsame Interessen an bestimmten Aktitiväten und Befriedigung bei der Ausführung dieser Aktivitäten gekennzeichnet

- Beispiel: "Die beste Art von Liebe entsteht aus einer engen Freundschaft"
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Welches sind die Inhalte des präoperationalen  Denkens? (3406 S. 35)
- durch den Gebrauch von Sprache lernt das Kind zwischen Zeichen und Bezeichnetem zu unterscheiden und sein eigenes Verhalten zu kontrollieren

- die Kinder sind zu logischen Folgerungen fähig, das logische Denken ist jedoch noch irreversibel

- Zentrierung: Beispiel: das Umschüttexperiment von Piaget. Das Denken des Kindes ist zentriert, d.h. es beschränkt sich auf nur einen Aspekt einer Situation

- Kindlicher Egozentrismus: das Kind ist noch unfähig, eine andere Perspektive als die eigenen einzunehmen und kann sich noch nicht in eine andere Person hineinversetzen. Dies ist eine notwendige und unvermeidbare Zwischenstufe seiner Entwicklung

- die Entwicklung des Symbolspiels fällt in diese Phase

- dieses Stadium durchläuft das Kind ca. vom 2. bis zum 7. Lebensjahr
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Welches sind die Inhalte des Stadiums der formalen Operationen? (3406 S. 39; 3403 S. 56)
- abstraktes Denken ist dadurch gekennzeichnet, dass es von konkreten Dingen oder Personen abstrahieren kann

- das Denken folgt zwar formallogischen Strukturen, dies bedeutet aber nicht, dass man in Formeln zur höheren Mathematik denken muss

- der Jugendliche denkt in Symbolen, die sich nicht direkt auf Objekte in der realen Welt beziehen , wie z.B. in der fortgeschrittenen Mathematik

- dieses Stadium wird ca. ab dem 11. Lebensjahr durchlaufen
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Welches sind die Inhalte des Stadiums der konkreten Operationen? (3406 S. 36; 3403 S. 56)
- das kindliche Denken wird reversibel, das Kind kann nach logischen Prinzipien experimentieren
- es kann die Invarianz von Menge, Gewicht, Volumen etc. verstehen
- das Kind wendet die Logik auf konkrete Dinge an und kann noch nicht in gleicher Weise mit abstrakten Begriffen hantieren
- Dezentrierung:das Kind kann auch andere Merkmale ergänzend oder dekompensierend in seine Überlegungen miteinbeziehen
- Kindlicher Egozentrismus:andere Perspektiven können eingenommen werden und zur eigenen Sichtweise in Beziehung gesetzt werden
- ein Material bleibt dasselbe, auch wenn es sein Erscheinungsbild geändert hat
- diese Phase durchläuft das Kind etwa mit Beginn des Schulalters (7. Lebensjahr) bis ca. zum 11. Lebensjahr
- es gibt Personen, die zeitlebens dem konkret-operationalen Denken treu bleiben und zwar die Kompetenz der nächsten Stufe erreichen, diese aber nur sporadisch einsetzen (Berichte von Alexander Lurija über sowjetische Bauern)
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Wie lauten die 4 großen Stadien der kognitiven Entwicklung nach Piaget? (3406 S. 34)
1. sensumotorische Stadium

2. Stadium des präoperationalen Denkens

3. Stadium der konkreten Operationen

4. Stadium der formalen Operationen
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Welches sind die Inhalte des sensumotorischen Denkens/Stadiums? (3406 S. 35; 3403 S. 56)
- der Säugling "assimiliert einen Teil seiner Welt an das saugen"

- er saugt nicht nur beim trinken sondern an jedem Gegenstand, der an seinen Mund gerät

- der Säugling unterscheidet noch nicht zwischen innen und aussen, zwischen sich und anderen Personen

- Erkenntnis ist das Resultat der Interaktion zwischen dem Subjekt und den Objekten. Für den Säugling ist die Trennung von Subjekt, Objekt und Handlung noch unentwirrbar

- das Begreifen mit den Händen (und anderen Sinnesorganen) ist eine konkrete Vorform des Begreifens mit dem Kopf

- der Säugling entdeckt Möglichkeiten zur Lösung sensumotorischer Probleme

- dieses Stadium durchläuft der Säugling bzw. das Kleinkind von der Geburt bis ca. 2 Jahre
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Welches sind Themen bzw. Inhalte der 1. Phase "Vertrauen vs. Misstrauen" in Eriksons Modell der psychosozialen Entwicklung? (3403 S. 87)
- Vertrauen entsteht aus der Erfahrung, dass zwischen der Welt und den persönlichen Bedürfnissen Übereinstimmung herrscht.

- das Neugeborene ist darauf angewiesen, dass es zuverlässig versorgt und liebevoll angenommen wird.

- in dieser Phase entwickelt sich eine Grundhaltung , die sich durch das weitere Leben zieht.

- positive Erfahrungen führen zu Vertrauen gegenüber der pflegenden Person, negative Erfahrungen zu Misstrauen.

- es ist wichtig, dass der Säugling sowohl vertrauens- als auch misstrauenserzeugende Ereignisse kennenlernt, entscheidend für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung ist, dass Vertrauen überwiegt.
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Welches sind Themen bzw. Inhalte der 2. Phase "Autonomie vs. Scham und Zweifel" in Eriksons Modell der psychosozialen Entwicklung? (3403 S. 88)
- das Kind machte erste Erfahrungen mit der Selbstständigkeit.

- das Kind ist auf positive Unterstützung besonders bei Misserfolgserlebnissen angewiesen.

- es lernt Regeln kennen und die ausseren (Sanktionen) und inneren (Scham) Konsequenzen des Regelbruches.

- wichtig für eine erfolgreiche Bewältigung der Phase ist, dass sich die Autonomieerfahrungen stärker ausbilden als Scham und Zweifel.
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Welches sind Themen bzw. Inhalte der 3. Phase "Initiative vs. Schuldgefühl" in Eriksons Modell der psychosozialen Entwicklung? (3403 S. 88)
- das Kind versucht die Realität zu erkunden und sollte die Erfahrung machen können, Dinge ohne fremde Hilfe anzugehen.

- wichtig ist in dieser Phase aber auch die Ausbildung von Schuldgefühlen, z.B. bei absichtlichem Fehlverhalten.
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Welches sind Themen bzw. Inhalte der 4. Phase "Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl" in Eriksons Modell der psychosozialen Entwicklung? (3403 S. 88)
- das Kind ist lernbegierig und entwickelt einen "Werksinn", d.h. es lernt auch etwas nützliches zu leisten.

- wenn hier Erfolgserlebnisse ausbleiben entwickelt sich mit der Zeit ein Minderwertigkeitsgefühl.

- für eine gesunde Entwicklung ist es deshalb wichtig, dass Kindern Erfolgserlebnisse ermöglicht werden.
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Welches sind Themen bzw. Inhalte der 5. Phase "Identität vs. Identitätsdiffusion" in Eriksons Modell der psychosozialen Entwicklung? (3403 S. 88, S. 91))
- die Themen der ersten 4 Phasen Vertrauen, Autonomie, Initiative und Werksinn tragen zur Identitätsfindung bei, die in dieser Phase ihren Höhepunkt erreicht.

- Körperliche Veränderungen und neuartige Ansprüche der Umwelt führen zu der Auseinandersetzung mit der Frage: Wer bin ich? Wer möchte ich sein?

- Identitätsbildung gelingt besser, wenn man in den vorangegangenen Phasen viele positive Erfahrungen gesammelt hat und dadurch Selbstvertauen entwickelt hat.

- im Fall negativer Erfahrungen kommt es zur Identitätsdiffusion, zu einem zusammenhanglosen Nebeneinander von Rollen und Zielen.
kommt es zu

- auch bei fehlender Exploration (Erkundung eines Lebensbereiches) und fehlendem Commitment (Verpflichtung, Bindung in dem Lebensbereich) kommt es zur Identitätsdiffusion

- die Erfahrung temporärer Identitätsdiffusion ist genuiner Bestandteil der Adoleszenz, den es zu überwinden gilt.
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Source: 3403
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Welches sind Themen bzw. Inhalte der 6. Phase "Intimität und Solidarität vs. Isolierung" in Eriksons Modell der psychosozialen Entwicklung? (3403 S. 89)
- geklärte Identiät erlaubt tragfeste Partnerschaft und Intimität.

- eine nicht gefestigte Identität führt zur Isolierung.
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Welches sind Themen bzw. Inhalte der 7. Phase "Generativität vs. Stagnation und Selbstabsoption" in Eriksons Modell der psychosozialen Entwicklung? (3403 S. 89)
- diese Phase ist vom Bedürfnis geprägt, Werte für kommende Generationen zu schaffen, weiterzugeben und abzusichern (z.B. durch Familiengründung oder sonstigem Engagement).

- Mangelnde Generativität führt zu Stagnation, Selbstverwöhung und Langeweile und verhindert psychisches Wachstum.
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Welches sind Themen bzw. Inhalte der 8. Phase "Integrität vs. Verzweiflung" in Eriksons Modell der psychosozialen Entwicklung? (3403 S. 89)
- in dieser Phase geht es darum, das bisherige Leben so zu akzeptieren, wie es war.

- das Gegenteil ist Verzweiflung über das eigene Leben, das nun nicht mehr signifikant zu verändern ist.
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Author: Mulle82
Main topic: Psychologie
Topic: Entwicklungspsychologie
School / Univ.: Fernuni Hagen
City: Hagen
Published: 24.11.2010
Tags: Ingrid Josephs
 
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