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Alle Oberthemen / Psychologie / Differentielle Psychologie

VO Persönlichkeits- und differentielle Psychologie (220 Karten)

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Was sind die methodischen Zugänge nach W. Stern im Überblick?
Systematik (theoretisch-methodische Zugänge)
  • Variationsforschung: Eine Merkmalsvarianz wird an vielen Personen(‐gruppen) untersucht, z.B. Anlage/Umweltforschung; Geschlechtsunterschiede
  • Korrelationsforschung: 2 oder mehrere Merkmale an vielen Personen (z.B. faktorenanalytische Intelligenzforschung)
  • Psychographie: Eine Person in Bezug auf viele Merkmale; z.B. Interpretationen eines Persönlichkeitsprofils in der psychologischen Diagnostik)
  • Komparationsforschung: Zwei oder mehrere Personen in Bezug auf viele Merkmale; z.B. Einsatz von Typisierungsverfahren um Risikogruppen aufzufinden)

Tags: Methoden, Stern
Quelle: S12
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Was ist die Variationsforschung?
Wie unterscheiden sich Person bzw. Personengruppen in einem Merkmal.
Es geht um die Varianz der Ausprägungen (Abstufungen, Beträge) eines Merkmals, das an vielen Personen gemessen wurde.

Beispiele:
- Geschlechts- oder kulturvergleichende Untersuchungen
- Frage nach umwelt- bzw. erbbedingten Varianzanteil eines Merkmals (Zwillingsforschung)

Prinzip der Vorgehensweise: Varianzzerlegung - Untersuchung von Kausalzusammenhängen

(Anmerkung: um zeitliche bzw. situative intraindividuelle Schwankungen zu berücksichtigten erweiterte Cattell um eine 3. Dimension (Zeit))
Tags: Stern, Variationsforschung
Quelle: S13
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Was ist Psychographie? Nenne ein Beispiel.
Ziel ist die Beschreibung von Einzelindividuen in Bezug auf viele Eigenschaften.

- ältester der vier methodischen Zugänge
- vor allem im Anwendungsbereich (psychologische Diagnostik, Berufs- und Eignungspsychologie, Beratungsinstitutionen, klinische Psychologie)

Beispiel: HAWIE-R - Intelligenzprofil über 8 Subtests
(Hamburg-Wechsler Intelligenztest für Erwachsene)
Das Niveau des Profils (mittlere Leistung in allen Subtests) beschreibt die "Allgemeine Intelligenzhöhe" (IQ).
Die Profilgestalt (Unterschiede in den Leistungen zwischen den Subtests) beschreibt die "Intelligenzstruktur".


(Grafik: IQ knapp überdurchschnittlich, die ersten 4 Tests (mit höheren Werten) gehören zum Verbalteil, die letzten 4 zum Handlungsteil - daher: Person sprachlich besser als nicht-sprachlich)
Tags: HAWIE, Intelligenz, Psychographie, Stern
Quelle: S14
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Was ist Komparationsforschung?
Nenne ein Beispiel.
Ziel ist die Bestimmung der Ähnlichkeit zwischen zwei oder mehreren Personen, die durch eine Reihe von Merkmalen charakterisiert sind.
Es sollen also Personen(-gruppen) identifiziert werden, die sich in Bezug auf viele Merkmale ähnlicher sind als andere.

Beispiele:
- Typologien von Kretschmer (1921): Verbindung von Körperbautypen mit gewissen Charaktereigenschaften

Methoden: Clusteranalyse, Latent Class Analyse, Konfigurationsfrequenzanalyse

Beispiel:
Sind „Computerfreaks“ anders?
Auf der Suche nach Typen (2002)
Psychologischer Zugang: Basis 20 Einstellungsfragen. Beispiele:
- Ich glaube, Computerkenntnisse sind für jedermann nützlich.
- Durch die Beschäftigung mit Computern gewinne ich neue Freunde.
4 PC‐Einstellungstypen
  • Anti‐PC (n=170; 16.1%)
  • Differenziert Negative (n=376; 35.7%)
  • Differenziert Positive (n=376; 35.7%)
  • PC‐Freaks (n=131; 12.4%)

Ergebnisse: PC‐Einstellungstypen und Persönlichkeit (2002) - Persönlichkeitsfragebogen „Big Five“
Tags: Komparationsforschung, Stern
Quelle: S15
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Wie erweiterte Cattell das Stern'sche Schema?
R.B. Cattell (1957)

Neben Person und Variable (Merkmal) sind auch Situationen (Zeit) zu berücksichtigen (Situationsabhängigkeit von Verhalten).
- Erweiterung der Dimension "Situationsabhängigkeit von Verhalten"

Es ergeben sich 6 unterschiedliche Betrachtungsweisen von Zusammenhängen (Korrelationstechniken).

Differentialpsychologische Fragestellungen ergeben sich damit aus der Betrachtung von Zusammenhängen zwischen:
1) Personen & Merkmale (in einer Situation: Q & R)
2) Personen & Situationen (hinsichtl. eines Merkmales: S & T)
3) Merkmale & Situationen (einer Person: 0 & P)

Tags: Cattell, Korrelation, Stern
Quelle: S16
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Was waren die wichtigsten Ideen und Entwicklungen von William Stern?
Louis William Stern; geb. 1871, gest. 1938
  • Studium der Philosophie & Psychologie in Berlin (bei Ebbinghaus), Habilitation 1897 an der Uni Bresslau
  •   1900: "Über die Psychologie der individuellen Differenzen (Ideen zu einer differentiellen Psychologie)"
  • Neu war dabei nicht die Beschäftigung mit individuellen Unterschieden, sondern die differentialpsychologische Forschung systematisch zu entwickeln.
  • 1911: "Die differentielle Psychologie in ihren methodischen Grundlagen"
  • - Grundlegung der Differentielle Psychologie als wissenschaftliche Disziplin- setzte sich mit dem (scheinbaren) Gegensatz zwischen nomothetischer und idiographischer Betrachtung seelischer Vorgänge auseinander
  • aber 1916:
  • - Professur in Hamburg- Werke zur Intelligenzdiagnostik (Erfinder des IQ),- Kinder- und Entwicklungspsychologie,- Pädagogische, Arbeits- und Forensische Psychologie und - Allgemeinen Psychologie
  • 1933: Entlassung aus dem Professorenstand, Emigration in die USA


War seiner Zeit in vielen Punkten vorraus:
  • Gegenüberstellung von interindividuell variierenden psychischen Eigenschaften (traits) und intrainidividuell variierenden Zustandsmerkmalen (states)
  • Betonung der Wichtigkeit der methodisch-statistischen Fundierung (1911)
  • Bedeutung von Längsschnittstudien für die differential-psychologische Prozessforschung erkannt.
  • Differentielle Psychologie für Stern sowohl eine theoretische als auch eine angewandte Wissenschaft.

Sterns Systematik (theoretisch-methodische Zugänge) in der differentiellen Psychologie hat bis heute Gültigkeit.
Tags: differentielle Psychologie, Stern, Test, Trait-Modell
Quelle: S25
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Was sind für Stern die zwei Hauptziele der Differentialpsychologie als angewandte Wissenschaft?
  1. Psychodiagnostik
  2. Menschenkenntnis / heute: psychologische Diagnostik, Psychodiagnostik
  3. Psychotechnik
  4. Menschenbehandlung / heute: psychologische InterventionDer Begriff Psychotechnik ist später nur auf arbeitspsychologische Fragestellungen eingeschränkt worden (z.B. Fragen der Arbeitsplatzgestaltung).
Tags: differentielle Psychologie, Stern
Quelle: S26
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Was ist die Kritik am IQ-Konzept?
Was sind Probleme beim Binet-Test und Stern-IQ bei der Testung Erwachsener?
IQ ist nur ein sehr grobes Globalmaß der Intelligenz, das bei den meisten diagnostischen Fragestellungen nicht ausreichen wird.
Vielfach ist auch die Kompensationsmöglichkeit schlechter Subtestleistungen durch gute Subtestleistungen unerwünscht, weil ja gerade darin die Leistungsstärke bzw. -schwächen in Teilbereichen der Intelligenz zum Ausdruck kommen.
Dies zu kennen, ist für potentielle Interventionsmaßnahmen von entscheidender Bedeutung - Intelligenz soll mehrdimensional betrachtet werden (Struktur der Intelligenz), um feine Differenzierungen zu erkennen.

Probleme beim Binet-Test und Stern-IQ bei der Testung Erwachsener?
  • negativ beschleunigter Entwicklungsverlauf intellektueller Leistungen,
  • Scheitelpunkt bei ca. 20-25 Jahren
  • keine Aufgaben auffindbar, die zw. höheren Altersgruppen differenzieren.
Tags: Binet, Intelligenz, Intelligenzquotient, Stern
Quelle: S30
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Was sind die analytischen Intelligenzdefinitionen (aus Sicht von Psychologen)?
Anastasi (1958)
behauptet, dass "unsere Intelligenztest nur die Fähigkeit messen, in unserer speziellen Kultur erfolgreich zu sein."
Dies stimmt wohl nicht ganz, da auch nicht als intelligent gehaltene Menschen erfolgreich sind und der IQ soll in andere Kulturen übertragbar sein.

Stern
„Intelligenz ist die allgemeine Fähigkeit des Individuums, sein Denken bewusst auf neue Forderungen einzustellen; sie ist die allgemeine geistige Anpassungsfähigkeit an neue Aufgaben und Bedingungen des Lebens.“

Wechsler
„Intelligenz ist die Fähigkeit, zweckvoll zu handeln, vernünftig zu denken und sich mit seiner Umgebung wirkungsvoll auseinanderzusetzen“.

Kritik: Derartige Definitionen haben wenig Erklärungswert: ersetzt man z.B. bei Wechsler die Begriffe erfolgreich, zweckvoll, vernünftig usw. durch das Wort intelligent, so wird die Definition zur sinnfreien Tautologie.

Boring
Die – teils ironisch gemeinte – Definition von Boring (1923),
„Intelligenz ist das, was Intelligenztests messenbesagt zwar nichts darüber, wodurch ein Test als Intelligenztest qualifiziert ist, hat aber zumindest den Vorteil, dass eine eindeutige Kommunikationsbasis für Interessierte gegeben ist.

Hofstätter
Unausgesprochen bleibt, was zur Lösung neuer Probleme bzw. zur geistigen Anpassung an neue Aufgaben erforderlich ist.
Dazu benötigen wir eine „Aussage über die Welt, der gegenüber Intelligenz überhaupt möglich ist“.

Neurologe Sherrington (1950)
„Ingelligence amid chaos would have no survival value“.

Darauf aufbauend:
Hofstätter (1977): „Intelligenz ist die Fähigkeit zur Auffindung von Ordnungen (Redundanz) in der Welt.“
(Der informationstheoretische Begriff Redundanz bedeutet Ordnungsgrad bzw. Regelhaftigkeit.)
Tags: analytische Definition, Definition, Hofstätter, Intelligenz, Stern
Quelle: S54
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Auf welchen historischen Entwicklungen beruht das psychologische Intelligenzkonzept?
Das psychologische Intelligenzkonzept ist primär aus seiner historischen Entwicklung her verständlich:
  1. Sinnesprüfungen
  2. von Galton und anderen führten in eine Sackgasse(spezifische Sinnes- und Gedächtnisleistungen korrelieren nur minimal untereinander sowie mit Schul- und Studienerfolg)
  3. Überwindung der Sackgasse
  4. durch Binet, der Intelligenz auf höherem Komplexitätsniveau mittels Aufgaben testete, zu deren Lösung jeweils unterschiedliche intellektuelle Fähigkeiten nötig sind- Erster Intelligenztest im heutigen Sinn, der relativ erfolgreich zur Frage der "Sonderbeschulung" eingesetzt wurde. Dabei nutzte Binet unbewusst das sog. Aggregationsprinzip.
  5. Entwicklung des IQ
  6. (von Stern und später Wechsler) Die Methodik der Intelligenzmessung hat sich seit Wechsler's Abweichungs-IQ kaum mehr verändert. Jedoch besteht auch heute noch Uneinigkeit darin, wie intellektuelle Fähigkeiten am besten zu konzeptualisieren sind: Als Ausdruck einer oder weniger breiter Eigenschaften bzw. als heterogenes Repertoire von mehreren Eigenschaften, die nur unwesentlich miteinander korrelieren.Je nach bevorzugter Ebene in der Eigenschaftshierarchie intellektueller Fähigkeiten wird es daher unterschiedliche Intelligenztheorien (bzw. Intelligenzmodelle) geben.

In jüngster Zeit - nach über einem Jahrhundert Intelligenzstrukturforschung - scheint sich in der Fachwelt die Ansicht durchzusetzen, dass intelligente Leistung wahrscheinlich am besten durch eine hierarchische Struktur abgebildet werden können (vgl. CHC-Modell).
Tags: Binet, Geschichte, Intelligenz, Stern, Wechsler
Quelle: S56
Kartensatzinfo:
Autor: coster
Oberthema: Psychologie
Thema: Differentielle Psychologie
Schule / Uni: Universität Wien
Ort: Wien
Veröffentlicht: 08.05.2013
Tags: WS2012/13, Georg Gittler
 
Schlagwörter Karten:
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